Emotionale Intelligenz entwickeln (Nr.15)

Welche Kompetenzen sind für die emotionalen Intelligenz von Bedeutung? Wie lässt sich der EQ entwickeln?


Emotionale Intelligenz entwickeln

Früher galt der IQ (Intelligenzquotient) als Richtschnur, ob ein Mensch im Berufsleben erfolgreich sein würde. Seit Jahren predigen die meisten Verhaltenstrainer, dass neben der Intelligenz auch die soziale Kompetenz und der Umgang mit sich selbst wichtige Faktoren für den Erfolg von Führungskräften sind.

Daniel Goleman ("Emotionale Intelligenz") verstärkt diese Einschätzung, indem er aufzeigt, dass es noch stärker auf den EQ, den Emotionalen Quotienten, ankommt.

 

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit mit sich selbst und anderen kompetent umzugehen. Es bedeutet, eigenen Gefühle wahrzunehmen und diesen Signalen angemessen zu folgen.

 

Der EQ hat nichts mit Gefühlsduselei zu tun, sondern es sind Fähigkeiten, die viele erfolgreiche Verkäufer, Trainer und Führungskräfte ebenfalls besitzen.

 

Es ist fast selbstverständlich: Wer gut mit anderen Menschen umgehen kann, ist oft sehr erfolgreich. Wer gut mit sich umgehen kann, kann auch gut mit anderen umgehen. Menschen mit einer hohen Emotionalen Intelligenz schaffen häufig die Balance zwischen Berufs- und Privatleben besser und sind meist zufrieden und ausgeglichen.

 

Neben einer angeborenen emotionalen Intelligenz, lässt sich diese auch durch Übung und Training entwickeln.

Das Gefühl findet, der Verstand begründet.Lothar Schmidt

 

Welche Kompetenzen sind für die emotionalen Intelligenz von Bedeutung?

 

1. Selbstbewusstheit

Selbstbewusstheit bedeutet, eine gute Selbstwahrnehmung zu haben. Klares Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Ziele, Verhaltensweisen und des eigenen Körpers gehören hierzu. Auch eine realistische Einschätzung der eigenen Persönlichkeit mit ihren Stärken und Schwächen gehört hierzu.

 

2. Selbststeuerung

Selbststeuerung bedeutet, sinnvoll mit eigenen Gefühlen und Stimmungen umzugehen. Es bedeutet nicht, diese zu verdrängen, sondern deren Botschaft zu verstehen und daraus Handlungen abzuleiten. Auch beinhaltet Selbststeuerung die Fähigkeit auf eigene Stimmungen Einfluss zu nehmen und sich nicht ausschließlich von den Emotionen treiben zu lassen. Hierzu können u. a. konstruktive innere Dialoge beitragen.

 

3. Motivation

Jede Führungskraft, jeder Trainer, jeder Projektleiter weiß, wie wichtig es ist sich in schwierigen Phasen zu motivieren, damit man nicht den Kopf in den Sand steckt. Hierzu gehört auch die Fähigkeit mit Frust und Pannen umzugehen. Natürlich sollte nicht die Fähigkeit vergessen werden sich für die unliebsamen Tätigkeiten des Alltag zu motivieren.

 

4. Empathie

Empathie beinhaltet die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Sichtweisen eines anderen hineinzuversetzen. Man muss lernen, "in den Schuhen des anderen zu laufen". Es geht hier um den Respekt und das Verständnis für den anderen. Empathischen Menschen schenkt man Vertrauen und sie haben es leichter dauerhafte Beziehungen zu bilden. Den anderen Verstehen, heißt jedoch nicht, dass ich seine Ansichten teile.

 

5. Soziale Kompetenz

Soziale Kompetenz ist die Fähigkeit zu anderen eine Beziehung aufzubauen und diese zu halten bzw. zu pflegen. Hierzu gehören Führungs-, Konflikt- und Teamfähigkeiten.

 

6. Kommunikationsfähigkeit

Wer sich verständlich ausdrücken kann und aufmerksam zuhört besitzt eine wichtige Basis, um gut zu kommunizieren. Man muss sowohl seine Anliegen anderen deutlich machen können als auch die Anliegen von anderen verstehen.

 

 

 

Wie lässt sich emotionale Intelligenz entwickeln?

1. Verbessern Sie Ihre Selbstwahrnehmung

Steigern Sie Ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Achten Sie auf Ihre eigenen Gefühle und Stimmungen. Auf einer praktischen Ebenen kann man dies auch durch Sportarten erreichen, die ein hohes Maß an Konzentration und Ruhe erfordern wie Golf, Bogenschießen usw. Aber auch das Erlernen von klassischen Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Meditation. Auch Seminare zum Thema Persönlichkeitsentwicklung helfen, sich selbst besser zu verstehen und mit eigenen Stärken und Schwächen umzugehen. Erkennen Sie, wer Sie sind und was Sie wollen.

 

Kleiner Tipp:

Die eigene Selbstwahrnehmung kann man auch auf einfachen Spaziergängen steigern, indem man einfach mal zuhört, welchen Gedanken einem die ganze Zeit durch den Kopf gehen, statt wieder zu planen, was man als nächstes tun will.

 

2. Steigern Sie Ihre Sozial- und Kommunikationskompetenz

Erlernen Sie in Seminaren die klassischen Frage- und Zuhörtechniken. Setzen Sie sich mit den verschiedenen Fassetten der zwischenmenschlichen Kommunikation auseinander. Die Bücher von Schulz von Thun und Watzlawick können hier helfen. Versuchen Sie den Standpunkt von anderen zunächst zu verstehen, bevor Sie Ihren eigenen dazulegen. Steigern Sie Ihre Konfliktlösungskompetenz. Fremde Menschen kennen zu lernen, reisen und sich auf fremde Kulturen einzustellen, kann auch die eigene Kommunikationsfähigkeit fördern.

 

3. Lernen Sie mit Ihren eigenen Gefühlen umzugehen

Dies ist natürlich leichter gesagt als getan. Klassische Seminare zum Thema Persönlichkeitsentwicklung können auch hier helfen. Wichtig ist hier, innere Dialoge neu zu gestalten. Werden Sie Ihr eigener Coach. Reden Sie sich selbst gut zu. Der wichtigste Schritt mit eigenen Gefühlen umzugehen, ist diese zunächst zu akzeptieren und Anzunehmen. Wenn Sie die Botschaft Ihrer Gefühle verstehen, können Sie diese auch besser mit diesen umgehen.

 

4. Verbessern Sie Ihre Selbstmotivation

Machen Sie sich bewusst, was Ihre individuellen Motivatoren sind. Was treibt Sie an, was macht Ihren Spaß? Wie können Sie Ihre eigene Batterie wieder aufladen?

 

5. Verbessern Sie Ihre Ausdrucksmöglichkeiten

Nehmen Sie mal an einem Rhetorik- oder Argumentationstraining teil. Lernen Sie Dinge einfach und kurz darzustellen. Stellen Sie sich so auf Ihren Gesprächspartner ein, dass dieser Sie versteht.

 

Buchempfehlungen:

Emotionale Intelligenz: Daniel Goleman, Friedrich Griese

Emotionale Kompetenz: Claude Steiner, Paul Perry

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 11.03.2014

 

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