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"Wer will,
der kann; wer nicht will, der muss."
(Seneca)
Jeder, der Präsentationen oder Reden
halten muss, kennt das Phänomen des Lampenfiebers. Meistens tritt
es kurz vor oder am Anfang einer Präsentation auf. Manchmal fördert
es die Qualität einer Präsentation, manchmal hindert Lampenfieber
den Redner auch daran, seine volle Performance zu entfalten. Obwohl nur
wenige Redner über ihr Lampenfieber sprechen, kennen es die meisten.
Es gibt auch kaum einen Schauspieler, der kein Lampenfieber verspürt.
Es ist also völlig normal. Wenn Redner überhaupt kein Lampenfieber
kennen, haben sie häufig nicht genug Interesse an dem Thema oder
sie sind schon sehr routiniert. Ein Kollege hat den weisen Satz geprägt:
"Wenn ich bei Präsentationen kein Lampenfieber mehr verspüre,
sollte ich mir überlegen, ob ich noch im richtigen Beruf bin".
Ein gewisses Maß an Aufregung kann inspirierend sein und Energien
freisetzen.
Lampenfieber tritt häufig in ungewohnten oder
neuen Situ-ationen auf. Wenn diese zur Gewohnheit geworden sind, verschwindet
es in der Regel wieder. Dies ist vergleich- bar mit dem Schwindelgefühl
beim Klettern. Besteigt man ohne Bergerfahrung die höchsten Berge,
kann es sein, dass die Höhe für einen ungewohnt ist. Steigert
man lang-
sam den Schwierigkeitsgrad, wird die Höhe zur Gewohn-
heit. Ähnlich ist es beim freien Reden. Wie kann es sonst sein, dass
Politiker, scheinbar ruhig, vor Tausenden von Menschen reden können.
Sie haben ein jahrelanges Trai-
ning hinter sich, so dass auch Fernsehauftritte zur Ge-
wohnheit geworden sind.
Wie können Sie Ihren Umgang mit dem
Lampen-
fieber verbessern?
1. Bereiten Sie sich
gut vor

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete für eine gelung- ene Präsentation.
Eine gute Vorbereitung baut auch Lam-
penfieber ab, denn je vertrauter Sie mit den Präsenta-
tionsinhalten sind, um so sicherer fühlen Sie sich vor und während
der Präsentation. Auch ein Probevortrag kann helfen, Lampenfieber
abzubauen. Überlegen Sie sich auch, welche kritischen Fragen kommen
könnten. Tun Sie alles, um gut vorbereitet zu sein und Ihr Lampenfieber
geht zurück.
2. Lernen Sie die ersten
Sätze Ihrer Präsentation auswendig

Gerade der Beginn einer Präsentation ist kritisch, da man sich hier,
wenn die Aufregung sehr hoch ist, leicht ver-
zetteln kann.
Schreiben Sie sich genau auf, was Sie sagen wollen und lernen Sie es auswendig.
Dies beinhaltet auch Ihre eigene Vorstellung. Wenn Sie die ersten Sätze
einer Präsentation im Schlaf aufsagen können, erleichtert dies
Ihren Einstieg.
3. Seien Sie möglichst
frühzeitig in dem Präsentati-
onsraum

Je früher Sie im Präsentationsraum sind, desto besser können
Sie sich mit den Räumlichkeiten und den Gege-
benheiten vertraut machen. Dies schafft Sicherheit. Erkunden Sie den Raum.
Stellen Sie sich probeweise dort-
hin, wo Sie die Präsentation halten werden. Stellen Sie sich das
Publikum vor und gehen Sie mental die Rede durch.
4. Nehmen Sie vor der
Präsentation zu Ihrem Publi-
kum Kontakt auf

Nichts ist schlimmer, als vor Leuten, die man nicht kennt, eine Präsentation
zu halten. Wenn Sie schon vorher mit einigen Zuhörern Smalltalk betreiben,
fällt Ihnen der Ein-stieg leichter.
5. Brechen Sie das
Schweigen des Publikums durch eine Frage

Viele Präsentatoren erleben gerade ein schweigendes Pub-likum als
bedrohlich, weil die Resonanz fehlt. Durch eine Frage können Sie
das Eis brechen und Ihre Rede wird Ihnen leichter fallen.
6. Versuchen Sie nicht
während der Präsentation, sondern bei der Vorbereitung perfekt
zu sein

Viele Präsentatoren setzen sich bei Präsentationen massiv unter
Druck. Sie sind häufig selbst ihre schlimmsten Kriti-ker. Oft tritt,
wenn man etwas besonders machen will, gerade das Gegenteil ein. Stecken
Sie also Ihren ganzen Ehrgeiz in die Vorbereitung der Präsentation
und versu-chen Sie, während Ihres Vortrages entspannt zu bleiben.
Nutzen Sie zur Sicherheit ein Manuskript oder Karteikarten
Viele Fernsehmoderatoren nutzen Karteikarten, um nicht den Faden zu verlieren
und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen zu stellen. Nutzen Sie auch
Karteikarten oder ein Manuskript, um mehr Sicherheit im Vortrag zu haben.
7. Lockern Sie sich
vor der Präsentation auf

Schauspieler betreiben Stimmbildung oder Körperübun-gen, um
sich vor ihrem Aufritt warm zu machen. Wenn Sie vor der Präsentation
Zeit haben, machen Sie einen Spa-ziergang oder etwas Gymnastik.
8. Glauben Sie an den
Erfolg Ihrer Präsentation

Sie sollten mindestens selbst an den Erfolg Ihres Vortra-ges glauben.
Stellen Sie sich einen positiven Ausgang Ihrer Präsentation vor.
Versuchen Sie, Ihre eigenen Zwei-fel auszuräumen.
9. Erinnern Sie sich
an vergangene, erfolgreiche Präsentationen

Die meisten werden in der Vergangenheit schon mal er-folgreich eine Präsentation
durchgeführt haben. Und sei es nur ein kleiner Auftritt in der Schule
oder ähnliches. Erinn-ern Sie sich an den Erfolg in der Vergangenheit.
Dies gibt Ihnen Kraft und Sicherheit.
10. Halten Sie zur
Sicherheit ein Glas Wasser bereit

Viele Präsentatoren bekommen zu Beginn einer Rede einen trockenen
Mund. Daher ist es hilfreich, immer ein Glas Wasser griffbereit zu haben.
11. Denken Sie
daran, die Zuhörer bemerken Ihr Lampenfieber meist gar nicht

Die Erfahrung vieler durchgeführter Präsentationstrainings
zeigt, dass viele Präsentatoren Ihr Lampenfieber über-
schätzen. Meist wirken die Präsentatoren sehr viel ruhiger,
als sie sich eigentlich fühlen.
12. Stehen Sie zu Ihrem
Lampenfieber und ent-
schuldigen Sie sich nicht

Nehmen Sie Ihr Lampenfieber an und akzeptieren Sie es. Die gleiche Energie,
die Sie vielleicht jetzt behindert, kann sich in Vitalität und Begeisterung
verwandeln. Auch sollten Sie sich wegen Ihrer Nervosität nicht entschuldigen,
da die meisten Redner Lampenfieber verspüren. Konzentrieren Sie sich
auf Ihre inhaltliche Botschaft.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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