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"Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu
verbergen."
(Helmut
Schmidt)
Wer viel arbeitet, muss sich neben viel
Lob auch mit Kritik auseinandersetzen. Häufig wird Kritik als etwas
Unangenehmes erlebt, was man am liebsten vermeiden möchte. Wenn wir
kritisiert werden, reagieren wir verletzt. Wir gehen in die Defensive
oder greifen den anderen an, was die Kommunika- tion nicht gerade erleichtert.
Professionell mit Kritik umzugehen, sollte zum Repertoire von Führungskräften,
Verkäufern, Trainern und natürlich eines jeden Mitarbeiters
gehören. Wer gelernt hat, mit Kritik richtig umzugehen, kann mit
dieser selbstbewusster begegnen und auf den Gesprächspartner konstruktiv
eingehen.
Wie gehen Sie
effektiv mit Kritik von anderen um?
1. Jede Kritik ist ein Feedback

Kritik ist immer auch ein Feedback auf das, was wir tun. Auch wenn es
uns schwer fällt, diese anzunehmen und wir lieber eine Anerkennung
hören würden, kann jede Kritik wichtige Informationen beinhalten.
Diese Informationen können Ihnen helfen, eigene Verhaltensweisen
zu über-
denken und das eigene Verhalten zu ändern. Ohne Kritik hätten
wir keine Möglichkeit, unsere Leistungen zu über-
prüfen. Somit beinhaltet Kritik immer auch eine Chance, etwas dazuzulernen.
Kritik bedeutet immer auch Interesse an unserem Tun oder Verhalten. Wenn
die Menschen nicht an uns inter-
essiert wären, würden sie keine Kritik äußern. Menschen
im öffentlichen Interesse, erfahren am häufigsten Kritik.
2. Kritik hat immer auch etwas mit dem
Kritiker zu tun

Jede Kritik sagt immer etwas über den Kritiker aus. Kritik ist häufig
subjektiv und von den Werten, der Einstellung und der Überzeugung
des Kritikers geprägt.
Was der eine kritisiert, findet der andere wiederum gut.
Weiterhin gibt es das psychologische Phänomen, dass wir häufig
am anderen etwas kritisieren, was wir an uns selbst auch nicht schätzen
oder nicht haben oder können.
3. Fragen Sie nach, was genau der andere
meint

Wenn Sie mit Kritik konfrontiert werden, fragen Sie zu-
nächst nach, was der andere damit überhaupt meint. Kritik ist
oft sehr pauschal und unspezifisch. Die Person und nicht die Sache werden
kritisiert. Hiermit kann der andere nur wenig mit anfangen. Wenn Sie Kritik
hören, fragen Sie nach. Nur mit spezifischer Kritik können Sie
überhaupt etwas anfangen.
4. Fragen Sie nach, was der andere eigentlich möchte

Hinter jeder Kritik oder Beschwerde steckt ein Anliegen oder Wunsch des
Gegenüber. Wenn jemand das Zuspät-
kommen eines anderen kritisiert, wünscht er sich, nicht auf den anderen
warten zu müssen. Wünsche, Anliegen oder Erwartungen werden
vom Kritiker häufig nicht formu-
liert. Jedoch kann man durch Kritik nur etwas verändern, wenn der
andere weiß, was man von ihm möchte. Wenn Sie nach dem Anliegen
Fragen, geht die Kritik in eine kon-
struktive Richtung, denn jetzt kommt die Person des Kritikers in Spiel.
5. Praktizieren Sie zunächst das Aktive
Zuhören

Häufig reagieren wir sofort und ohne Bedenkzeit auf Kritik. Durch
Aktives Zuhören können wir uns eine Bedenkzeit verschaffen.
Aktives Zuhören beinhaltet, die Aussage des Kritikers in den eigenen
Worten zu wiederholen. Dies sig-
nalisiert zum einen Verständnis und zum anderen gewinnt man Zeit
und kann über die Kritik nachdenken. (Aspekte des aktiven Zuhörens)
6. Wenn Sie Fehler gemacht haben, stehen
Sie dazu und sagen Sie, was Sie tun wollen

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler, wer wenig arbeitet, macht wenig
Fehler, sagt der Volkmund. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stehen
Sie dazu und versuchen Sie nicht sich herauszureden. Zeigen Sie auf, was
Sie tun wollen, um den Fehler zu beheben. Dies signalisiert beim Gegenüber
Ihre Veränderungsbereitschaft. Denken Sie daran, auch für Sie
gilt der Satz "Nobody is perfect!".
7. Nehmen Sie sachliche Kritik nicht persönlich

Kritik ist für uns so schwierig, weil wir sie häufig persönlich
nehmen. Kritik empfinden wir nicht als Kritik an der Sache oder gegen
einzelne Verhaltensweisen, sondern als Kritik gegen unsere ganze Person.
Trennen Sie hier zwischen Kritik an der Sache oder einer Verhaltensweise
und Kritik an Ihrer ganzen Person. Gerade Menschen mit mangel-
ndem Selbstbewusstsein haben hiermit Schwierigkeiten.
8. Man muss nicht auf jede Kritik eingehen

Da Kritik immer auch ein Stück weit subjektiv ist, muss man nicht
auf jede Kritik eingehen. Man kann Kritik auch unbeantwortet stehen lassen,
soweit keine unbedingte Handlung erforderlich sind.
Auch kann man deutlich machen, dass man an dieser Stelle unterschiedliche
Meinungen und Auffassungen hat.
9. Setzen Sie bei unsachlicher Kritik Grenzen

Wenn Sie mit unsachlicher Kritik konfrontiert werden, setzen Sie Ihrem
Gegenüber Grenzen oder weisen Sie auf allgemeine Spielregeln des
Umgangs hin. Unsachliche Kri-
tik will keine konstruktive Veränderung, sondern möchte den
anderen treffen und verletzen.
Wie kritisieren Sie andere konstruktiv?
Sprechen Sie das zu kritisierende Problem klar,
konkret und spezifisch an.

Bringen
Sie konkrete Beispiele.
Vermeiden
Sie es, Personen in Anwesenheit von Dritten zu
kritisieren. Dies hat eine Verstärkungswirkung.
Kritisieren
Sie das Verhalten oder die Sache und nicht die
Person eines Mitarbeiters.
Sprechen
Sie auch die positiven Verhaltensweisen oder die
Dinge, die Sie schätzen, an.
Versuchen
Sie, lösungsorientiert zu kritisieren. Ziel
eines Kritikgespräches
sollte eine Verhaltensänderung, Maßnahme
oder konkrete Vereinbarung sein.

Checkliste
für Konfliktgespräche
Erbitten
oder geben Sie Vorschläge zur Verbesserung der
kritisierten Punkte.
Zeigen
Sie Konsequenzen, die das Verhalten für Sie
hat. Teilen Sie
mit, was das Verhalten bei Ihnen
emotional auslöst.
Vermeiden
Sie es, Vergleiche mit anderen zu ziehen.
> Formulieren Sie klare Erwartungen, die Sie an den anderen haben.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
Durchschnittliche
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