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"Love it, leave it or change it."
Viele Mitarbeiter in Unternehmen klagen häufig über ihren Vorgesetzten.
Betriebsklimauntersuchungen zeigen, dass leider nur wenige Mitarbeiter
mit ihren Vorgesetzten zu- frieden sind. Nun kann es man es bei dem Klagen
belas-sen, sich zurückziehen und sogar in die innere Kündigung
gehen oder aber versuchen, etwas zu verändern. Man ist ja schließlich
auf den Vorgesetzten angewiesen, von ihm abhängig und muss mit ihm
zusammenarbeiten. Die Zu- sammenarbeit muss gewinnbringend und angenehm
sein, um zufrieden im Job arbeiten zu können.
Hintergrund einer schlechten Beziehung zum Vorgesetzten ist oft, dass
sich Mitarbeiter als Opfer nach dem Motto "Wenn mein Chef nicht wäre,
würde ich ..." fühlen. Durch diese Opferhaltung kann leider
nicht viel verändert wer-den, denn man gibt dem anderen ja die Schuld
dafür, dass sich nichts verändert. Nur wer selbstverantwortlich
ver-sucht die Beziehung zum Chef zu gestalten, kann etwas verändern.
Ursachen einer schlechten Vorgesetzten-Mitarbeiter-Be-
ziehung liegen sowohl im Verhalten des Mitarbeiters als auch im Verhalten
des Vorgesetzten. Es ist wie mit der Henne und dem Ei, was war zuerst
da. Wer hat Schuld an dem schlechten Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis?
Für Mitarbeiter ist die Beziehung zum Vorgesetzten nicht leicht,
da die Macht und Autorität des Vorgesetzten häufig als Projektionsfläche
für vielfältige, vergangene Autoritäts-
erfahrungen mit Lehrern, Eltern usw. dienen. Vielleicht hat manches, was
Sie mit Ihrem Chef erleben, gar nicht mir Ihrem Chef zu tun. Erinnert
Sie Ihr Chef an jemand aus der Vergangenheit?
Was kann man nun tun, um mit dem Vorgesetzten
besser klarzukommen?
1. Der Chef ist mein
Kunde

Die Haltung einzunehmen, den Chef als Kunden und sich selber als Lieferant
von Dienstleistungen zu sehen, kann helfen die eigene Beziehung zum Chef
aus einer anderen Perspektive zu sehen. Auch wenn man gerne einen bes-
seren Chef hätte, ist er schließlich mein Kunde und der Kunde
ist die wichtigste Person im Geschäft. Lieferant zu sein heißt
nicht, sich zum Leibeigenen zu machen oder un-
terwürfig zu sein. Wer sich klein macht, wird von anderen auch klein
behandelt.
Finden Sie heraus, was Ihr Chef braucht und wie Sie es ihm liefern können.
Betreiben Sie Marktforschung. Was sind die spezifischen Bedürfnisse
Ihres Chefs?
Geschäftliche Beziehungen sind immer von einem Geben und Nehmen geprägt,
je mehr Sie geben und zu mehr können Sie auch verlangen. Verbessern
Sie Ihren Kun-denservice.
2. Vorgesetzte sind wie das Wetter

Vorgesetzte sind wie das Wetter: Mal gibt es gutes Wetter, mal gibt es
schlechtes Wetter. Am Wetter können wir lei- dern nicht viel verändern.
Es ist ein wenig so, wie die Eng-
länder sagen : "Es gibt kein schlechtes Wetter, man hat nur
öfters die ungeeignete Kleidung an!" Somit akzeptier-
en Sie Ihren Chef so, wie er ist und überlegen Sie wie Sie mit Ihrem
Chef besser klar kommen können. Wie könnte diese Schlechtwetterkleidung
bei Ihnen aussehen? Was können Sie tun um mit Ihrem Vorgesetzten
besser klar zu kommen? Gibt es bisher Situationen, wo Sie Ihre Absich-
ten gegenüber Ihrem Vorgesetzten erfolgreich realisiert haben? Lernen
Sie, Strategien zu entwickeln, die im Um-
gang mit Ihrem Vorgesetzten erfolgreich sind.
Tasten Sie sich über Versuch-und-Irrtum heran: Wenn eine Verhaltensweise
nicht funktioniert, probieren Sie kreativ ein andere aus.
3. Gestalten Sie aktiv
die Beziehung zu Ihrem Chef
Viele Mitarbeiter warten, dass die Vorgesetzten auf Sie zukommen und die
Beziehung gestalten. Manchmal kann man hier lange warten. Aufgeschoben
ist nicht aufgeho-ben. Gestalten Sie selbst die Beziehung zu Ihrem Chef.
Gehen Sie auf ihn zu und betreiben sie Smalltalk.
Vielleicht geben Sie ihn auch mal eine Anerkennung, wenn er etwas gut
gemacht hat. Finden Sie seine Interessen, Hobbys und Bedürfnisse
raus und stellen Sie sich darauf ein. Betreiben ein Stück "Führung
von unten"!
4. Tue Gutes und rede
darüber.

Diese alte Karriere-Regeln gilt immer noch. Wenn der Chef mein Kunde ist,
muss ich mich ihm gegenüber auch verkaufen, um Vorteile zu erlangen.
Gute Leistungen allein reichen nicht aus. Stellen Sie die Dinge, die Sie
erfolgreich durchgeführt haben, angemessen heraus. Erinnern Sie Ihren
Vorgesetzten und andere wichtige Personen an ver-gangene Erfolge. Betreiben
Sie ein persönliches Marketing und setzen Sie sich positiv ins Licht.
Haben Sie ein Finger-
spitzengefühl, um dies nicht zu übertreiben und vor Ihren Kollegen
als Angeber gesehen zu werden.
5. Steter Tropfen höhlt
den Stein.

Wenn Sie Dinge stören, sprechen Sie diese an, und geben Sie nicht
auf, wenn Sie beim ersten Mal nicht Ihr Ziel erreichen. Ein normaler Chef
hat viel zu tun und bekommt von vielen Mitarbeitern nur Probleme zu hören.
Ein kleine Beschwerde oder ein Anliegen von Ihnen geht im Tages- geschäft
unter. Manchmal muss er sich ja selber wegen Ihrem Anliegen sich mit seinem
Vorgesetzen unterhalten. Nur wenn ein Chef etwas häufiger hört,
ist er veranlasst, etwas zu unternehmen. Geben Sie nicht auf und sprechen
Sie Dinge häufiger an. Wiederholen Sie sich wie eine "Schaltplatte
mit Sprung" oder eine "tibetanische Gebets-
mühle".
6. Eskalieren Sie Dinge,
wenn Sie gar nicht weiter-
kommen

Wenn Sie schon alles versucht haben, gehen Sie eine Hierarchiestufe höher
und sprechen Sie die Dinge beim Vorgesetzten Ihres Chefs an. Allerdings
ist dies eines der letzten Mittel. Viele Vorgesetzte reagieren ärgerlich
da-rauf, wenn man Ihren eigenen Vorgesetzten aufsucht und damit an ihnen
vorbei geht ("By-Passing"). Jedoch ist dies für manche
Situationen ein durchaus sinnvolle Strategie. Hilfreich ist auch, den
eigenen Vorgesetzten zu informier-
en, bevor man höhere Hierarchiestufen aufsucht.
7. Bringen Sie gute
Argumente, wenn Sie etwas er-
reichen wollen

Viele Vorgesetzte verfügen über ein gutes rhetorisches Geschick.
Bereiten Sie deswegen das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten gut vor.
Machen Sie sich Ihre Ziele klar.
Bringen Sie schlagkräftige Argumente. Haben Sie Argu-mente in der
Hinterhand, wenn die ersten Argumente vom Vorgesetzten entkräftet
werden. Zeigen Sie Rückgrat und fallen Sie nicht beim ersten Gegenargument
um.
8. Sie haben Ihren
Chef selbst gewählt

Machen Sie sich immer wieder bewusst, das Sie selber Ihren Chef gewählt
haben. Schließlich haben sie ja das Unternehmen gewählt, indem
Sie arbeiten. Wenn Sie gar nicht mit Ihrem Vorgesetzten klarkommen, können
Sie ja Ihren Arbeitsbereich oder das Unternehmen wechseln. Jetzt werden
bestimmt viele sagen, dass dies nicht einfach ist wegen Arbeitsmarktlage,
Unternehmenslage usw.. Mit der Einstellung "Ich brauche unbedingt
diesen Arbeits-platz." haben Sie als Mitarbeiter jedoch schlechte
Karten. Denn, wer sich in Gesprächen mit Vorgesetzten als ab-hängig
definiert, kann bei diesen wenig erreichen. Eine schwache Verhandlungsposition
wird von anderen schnell erkannt und ausgenutzt.
9. Entwickeln Sie ein
berufliches Netzwerk

Vernetzen Sie sich mit anderen Kollegen, tauschen Sie sich aus und knüpfen
Sie Kontakte. Wenn Sie ein Netz-
werk zu Kollegen haben, können Sie bei Problemen und Meinungsverschiedenheiten
auf Sie zurückgreifen. Auch Netzwerke außerhalb des Unternehmens
können hilfreich sein. Es verbessert deutlich Ihre persönliche
Marktposi-
tion. Ein Netzwerk bilden hat nichts mit Geheimbünden zu tun, sondern
soll Ihnen Rückhalt sowohl im Unternehmen als auch bei Krisen geben.
Networking zu betreiben ist einer der wichtigsten Karrieretipps.
Autor: Ingo TKrawiec, Krawiec Consulting
Durchschnittliche
Leserbewertung: sehr gut
Zahl der Leser: 15
Kundenkommentare:
NachrichtenTyp: Sehr gut
Kommentare: Gründe für negatives Verhalten des Chefs???
Formulareintraege vom Montag, 25 Februar, 2002 um
15:50:53
NachrichtenTyp: Sehr gut
Kommentare: Interessante Thematik sehr gut dargestellt.
Formulareintraege vom Montag, 27 Mai, 2002 um 00:20:24
NachrichtenTyp: Sehr gut
Kommentare: Der Artikel war sehr gut.
Formulareintraege vom Dienstag, 30 Juli, 2002 um
20:52:13
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