|

|
"Gut gebrüllt, Löwe!"
(William
Shakespeare)
Jeder, der Präsentationen hält
oder Trainings durchführt, will seine Zuhörer von den Inhalten
überzeugen. Der Projektmanager will seinen Zuhörern ein Projekt
schmackhaft machen, der IT-Trainer will die Software positiv dar-
stellen und die Führungskraft will beim Vorstand ein höheres
Budget bewilligt bekommen. Die Überzeugungskraft eines Redners oder
eines Trainers hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Hierzu
gehören auch Visualisierung der Inhalte, Körpersprache und die
Art der Argumente dazu. Natürlich muss der Redner auch von den eigenen
Ideen bzw. vom eigenen Produkt selbst überzeugt sein.
Eine der wichtigsten Grundlagen für die persönliche Über-
zeugungskraft ist die persönliche Glaubwürdigkeit des Redners.
Diese hängt vom Vertrauen ab, welches man dem Redner entgegen bringt,
der Kompetenz, die man bei ihm vermutet, und der Sympathie, die man ihm
entgegen-
bringt. Wer nicht glaubwürdig ist, kann andere kaum von etwas überzeugen.
Was sind die wichtigsten Faktoren, um überzeug-
end zu sein?
Zeigen Sie Nutzen statt Merkmale auf

Für Verkäufer ist die Nutzenargumentation
eine Selbstver-
ständlichkeit. Jeder Zuhörer will einen persönlich nachvoll-
ziehbaren Nutzen von einer Sache haben. Statt nur die Produktmerkmale
"Diese Auto hat ein Drehmoment von 410 Newton-Meter" ist es
besser den Kundennutzen dar-
zustellen "Sie können mit diesem Auto schaltfaul fahren, weil
es viele Reserven hat". Überlegen Sie sich bei einer Rede, welchen
Nutzen die Zuhörer daraus ziehen können. Je deutlicher der Nutzen
umso höher die Überzeugungs-
kraft.
Bringen Sie neue Argumente

Wenn ein Thema den Zuhörern bekannt ist
und diese da-
durch schon viele Argumente kennen, bringt es wenig, die alten Argumente
einfach zu wiederholen. Sie brauchen neue und überraschende Argumente.
Wenn Sie neue In-
formationen, Statistiken oder Beispiele bringen können, werden Ihre
Zuhörer diese Argumente leichter aufnehmen und auch annehmen.
Bereiten Sie sich auf Gegenargumente vor

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Wer in einer Rede Position bezieht, muss damit rechnen, dass von den Zu-
hörern Gegenargumente kommen. Wenn Sie auf diese gekonnt antworten
können, machen Sie viele Punkte gut. Überlegen Sie sich vor
Ihrer Rede, welche Antworten Sie auf Gegenargumente haben.
Einseitige und zweiseitige Botschaften

Jede Sache hat zwei Seiten. Alles, was man tut, hat sowohl Vorteile als
auch Nachteile. Die Frage, die sich stellt, ist, ob man den Zuhörern
auch beide Seiten aufzeigen sollte. Wenn die Zuhörer sich mit dem
Thema auskennen und sich auch mit den negativen Aspekten einer Sache be-
schäftigt haben, sollten Sie in Ihrer Rede diese Aspekte aufgreifen
und versuchen, sie zu entkräften. Sie bringen also selbst die Gegenargumente
der Zuhörer. Dies ist eine zweiseitige Botschaft. Wenn Sie nur von
den positiven Aspekten einer Sache erzählen, ist dies eine einseitige
Botschaft. Dies bietet sich an, wenn die Zuhörer sich nur wenig mit
dem Thema auskennen oder Neulinge im Hinblick auf das Thema sind.
Stellen Sie am Anfang Übereinstimmung
mit Ihren Zuhörern her

Starten Sie mit Themen und Thesen, bei denen
die Zu-
hörer mit Ihnen übereinstimmen und innerlich nicken. Wenn Sie
einige Übereinstimmungspunkte gesammelt haben, bildet sich eine gute
Beziehung zu Ihren Zuhörern. Auf dieser Grundlage können Sie
Ihre Botschaften besser vermitteln. Wenn Sie mit den kritischen Punkten
starten, können die Zuhörer zu schnell Widerstand aufbauen.
Nutzen Sie einfache Demonstrationen und
Aus-
sagen

Viele Redner versuchen durch eine hohe Komplexität und viele Argumente
zu überzeugen. Eine einfache Demonstra-
tion oder allgemeinverständliche Aussage, ist meist wir-
kungsvoller. Je einprägender eine Aussage oder Demon-stration ist,
um so größer ist die Überzeugungskraft.
Schaffen Sie Klarheit über Ihre Ziele
und Absichten

Bei vielen Rednern wird nicht sofort deutlich, was Sie eigentlich wollen.
Eine Rede ist überzeugender, wenn eine klare Handlungsaufforderung
ersichtlich wird. Sagen Sie, was Sie wollen und was Sie nicht wollen.
Zeigen Sie positive Alternativen auf

Gerade wenn Sie eine Sache kritisieren oder gegen
etwas argumentieren, sollten Sie eine positive Alternative aufzei-gen.
Eine reine Gegenargumentation ist alleine nicht über-zeugend. Stellen
Sie eine klare Alternative zur Verfügung. Bei einer klaren Alternative
kann das Publikum leichter folgen.
Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
Diese Seiten könnten Sie auch interessieren:
Monatstipp: Umgang mit Kritik
Monatstipp:
Argumentieren
Monatstipp:
Umgang mit Angriffen
Monatstipp:
Rhetorik
Durchschnittliche
Leserbewertung: sehr gut
Zahl der Leser: 2 |