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"In Dir muss brennen, was Du in anderen
entzünden willst."
(Heiliger Augustinus)
Viele Trainer fühlen sich nach langen Trainings-
phasen ausgebrannt. Dieses Trainer-Burnout äußert sich oft
in einer Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit und wenig Spaß und
Interesse die noch geplanten Trainings durchzuführen. Wenn Anzeichen
dieses Trainerburnouts auftreten, ist dies als ein sehr wichtiges Warnzeichen
zu sehen, denn wenn ein ausgebrannter Trainer ein Seminar durchführt,
kann dies nur mit gewissen Qualitätseinbußen einhergehen. Ursachen
für das Trainer-Burnout sind
- hohe Auslastung
- wenig Zeit für Regeneration
- viele Seminare mit ähnlichen Inhalten ohne viel Abwechslung.
Hinzu kommt, dass der Trainerberuf stärker als
andere Berufe burnout-gefährdet ist, da er ein inhärentes Ungleichgewicht
hat: Man gibt häufig mehr, als man zurückbekommt. Dies hängt
natürlich auch von den Teilnehmern ab. Man könnte diese Symptomatik
auf den Punkt bringen, dass der Trainer mehr Output gibt als er Input
bekommt. Hierdurch verschleißen viele Trainer, das Burnout-Syndrom
entsteht.
Was kann ein Trainer gegen Burnout tun?
1. Konsequent urlauben

Nach einer anstrengenden Trainingsphase ist Urlaub eines der besten Mittel,
die innere Batterie wieder aufzutanken. Oft tut es schon ein Kurzurlaub,
ein verlängertes Wochenende. Urlaub ist kein Luxus, Urlaub ist Regeneration.
Entwickeln Sie genügend Eigendisziplin, um sich den Urlaub zu gönnen,
bevor Sie ihn nötig haben. Nehmen Sie sich die Zeit, sich auf die
schönen Dinge des Lebens zu konzentrieren.
2. Inhalte und Methoden
frisch halten

Wer jahrein jahraus dasselbe Programm durchzieht, wird sich längerfristig
verschleißen. Das Problem ist nur: Der Job ist oft nicht so abwechslungsreich,
wie wir uns das wünschen. Das ist kein Job der Welt. Kein Job ist
immer so abwechslungsreich, interessant, lohnend, etc. wie wir uns das
wünschen, sondern immer nur so abwechslungsreich, interessant, etc.
wie wir ihn machen.
Wenn Sie das Gefühl haben, in einer Tretmühle gefangen zu sein
- brechen Sie aus. Überlegen Sie sich, wie Sie frischen Wind in alte
Konzepte bringen können. Was können Sie tun, damit Ihnen Ihr
Training wieder Spaß macht?
Motivation fällt nicht vom Himmel. Sie ist Aufgabe. Und ganz nebenbei
gesagt: Wenn Sie alte, langweilige Seminare für sich wieder interessant
machen, haben auch Ihre Teilnehmer etwas davon, wovon wiederum Sie etwas
haben. Selbstmotivation lohnt sich.
3. Selbst neue Inputs
bekommen

Trainer führen Trainings durch, Trainer bilden Teilnehmer weiter.
Wenn man aber in der Szene selbst schaut, wie selten ein Trainer selber
ein Training besucht und wie wenig die meisten für ihre eigene Weiterbildung
tun, dann kann man sich gut vorstellen, dass manchen irgendwann die frischen
Impulse und Ideen ausgehen.
Warten Sie nicht, bis Sie Ihre Trainings langweilig oder frustrierend
finden. Denken Sie proaktiv. Versorgen Sie sich ständig mit neuen
Inputs, welche die Stimmung oben halten. Suchen Sie wieder nach neuen
Inputs auf Ihren fachlichen Gebieten. Lesen Sie mal wieder etwas über
Fachthemen oder publizieren Sie einen Beitrag zu einem Thema, das Sie
bewegt - die Fachredaktionen warten auf gut geschriebene Artikel. Planen
Sie jährlich mindestens ein bis drei Fortbildungen ein. Tauschen
Sie sich mit Kollegen aus und nehmen Sie an Kongressen teil. Vernetzen
Sie sich mit anderen Kollegen. Nutzen Sie Coachings und Supervisionen.
Diese Inputs helfen Ihnen, wieder neue Outputs zu bringen.
Zuerst muss es dem Trainer gut gehen - dann geht's auch dem Klienten gut.
4. Balance zwischen
Kontakt und Rückzug

Halten Sie eine angemessene Balance zwischen Kontakt und Rückzug,
zwischen öffentlicher und privater Zeit. Wenn Sie im Training sind,
reden Sie praktisch zwölf Stunden am Tag mit Teilnehmern, auch in
den Pausen, oft auch noch am Abend. Je intensiver und länger der
Kontakt, desto intensiver und länger sollten auch die Rückzugsmöglichkeiten
sein. Diese Rückzugsmöglichkeiten kommen nicht von selbst, Sie
müssen sie gezielt schaffen. Das heißt, dass man sich auch
mal gegen die Teilnehmer abgrenzen kann und muss, wenn diese zu vereinnahmend
werden. Das kann man sehr höflich aber deutlich tun.
Gehen Sie alleine spazieren. Ziehen Sie sich auch mal auf Ihr Zimmer zurück
und entspannen Sie sich auf eine Ihnen gemäße Weise. Der eine
legt eine inspirierende oder entspannende CD ein, der andere praktiziert
Autogenes Training. Nutzen Sie die Hotelsauna. Wobei entspannen und regenerieren
Sie am besten?
Wer sich nicht ausreichend regeneriert, kann im Seminar auch nicht voll
präsent sein. Es ist nicht zwingend, dass Sie den ganzen Tag mit
den Teilnehmern verbringen müssen.
5. Selbst Spaß
am Training haben

Prüfen Sie für sich ganz genau, wie Sie Ihr Wohlbefinden und
Ihren Spaß im Training steigern können. Wie auch bei dem Thema
Selbstmotivation ist der Spaß an der Durchführung des Trainings
eine der wichtigsten Dinge. Stellen Sie sicher, dass es Ihnen im Training
gut geht. Viele Trainer schauen mehr nach dem Wohlbefinden der Teilnehmer
als nach ihrem eigenen. Nur wenn Ihnen das Training Spaß macht können
Sie Ihren Teilnehmern Motivation vermitteln.
6. Selber lernen bei
jedem Training

Versuchen Sie, aus jedem Training etwas zu lernen. Auch wenn für
die Teilnehmer das Lernen im Vordergrund steht, lernt auch jeder Trainer
bei einem Training etwas. Er lernt etwas über Menschen, über
Organisationen und wie bestimmte Inhalte oder Übungen wirken. Halten
Sie dieses eigene Lernen wach. Vergegenwärtigen Sie sich nach jedem
Seminar, was Sie selber in dem Seminar gelernt haben und welche Erfahrungen
Sie
dazugewonnen haben. Ich bin immer wieder von neuem überrascht, was
für interessante Teilnehmer im Training sind, wenn man diese etwas
näher kennen gelernt hat.
Autor: Ingo TKrawiec, Krawiec Consulting
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