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"Man löst keine Probleme, indem
man sie auf Eis legt."
(Winston
Churchill)
"Einen Nagel schlägt man nicht mit einem einzigen Schlag
in die Kiste."
(Benjamin
Franklin)
In Zeiten, wo man gute Nachrichten
am Besten selbst macht, fragen sich viele Personalentwickler und Trainer,
welche Trainings und Weiterbildungs- maßnahmen wirklich den ökonomischen
Erfolg bringen und welche eher ein "nice-to-have" sind bzw.
welche eher Incentiv-Charakter haben. Diese Frage gibt es, seitdem es
Weiterbildung gibt und Trainings durchgeführt werden. Ich möchte
hier nicht in eine grundlegende Diskussion über das Thema "Weiterbildungs-Controlling"
einsteigen, sondern über Erfahrungen berichten, die in guten wie
in schlechten Zeiten Gültigkeit besitzen. Eine pauschale Kürzung
von Weiterbildungsmaßnahmen bringt zwar eine kurzfristige Kosteneinsparung
in einer Krisensituation, ist aber ein Aufschub von längerfristigen
Investitionen, die dem Untenehmen helfen können mit aktuellen und
künftigen Herausforderungen besser umzugehen. Was sind nun die Tops
und die Flops in der aktuellen Trainings- und Weiterbildungsszene?
Welche Seminare und Workshops rechnen sich
wirklich?
Geschäftsorientierte Teamentwicklungen

Das Thema Teamentwicklung ist aus den Köpfen
vieler Personalentwickler verschwunden, da man damit häufig Gruppenarbeit
verbindet. Hinter diesem Begriff verstehen sich Maßnahmen, die für
Teams, Abteilungen oder Berei-
che hilfreich sein können. Teamentwicklungen oder Team-
trainings gehören zu den wenigen Weiterbildungsmaßnah- men, bei
denen man die Wirkung direkt am Workshopende sehen und erleben kann. Wenn
die Teamentwicklungen nahe am eigentlichen Geschäftsprozess durchgeführt
werden, haben diese einen starken Einfluss auf die Effek-
tivität, Motivation und allgemeine Zufriedenheit einer Ab-
teilung. Die Effektivität eines Teamworkshops hängt stark davon
ab, inwieweit der Teamtrainer bzw. Teamberater die aktuellen Engpässe
des Teams aufgreifen kann. Rein selbsterfahrungsorientierte Teamentwicklungen
oder ein gemeinsames Outdoor-Erlebnis zu haben, bringt nur wenig, wenn diese
Erfahrungen nicht an den Geschäfts-
alltag angekoppelt sind. Es geht nicht nur um "Gut-Fühlen",
sondern vor allem um gute Leistung. Ein weiterer Vorteil von Teamentwicklungen
ist, dass die Zusammenarbeit des Leiters mit dem Team thematisiert werden
kann. Dies hat in kürzester Zeit eine sehr viel stärkere Wirkung
als so manches Führungstraining.
Trainings zu den Themen "Verkaufen"
und "Kun-
denorientierung"

Da die meisten Unternehmen vom Kunden leben, müssen alle Mitarbeiter
mit Kundenkontakt auch im höchsten Maße kompetent im Umgang mit
diesen Kunden sein. Alle Trai-nings, die den Umgang mit dem Kunden oder
einfach die Verkaufstechnik verbessern, haben eine besonders direkte Wirkung
auf den konkreten Umsatz.
Train the Trainer-Seminare

In einer Zeit der ständigen Veränderung, ist ein Umlernen bzw.
Neulernen zum Alltag geworden. Dieses Lernen wird meist durch interne
oder externe Trainer abgewickelt. Wenn diese Trainings nicht effektiv
laufen, hat der Auf-
traggeber viel Zeit und Geld verschwendet. Ich möchte hier nicht
die reinen Anwesenheitskosten einer Seminar-
gruppe hochrechnen. Des Weiteren sind natürlich Trainer auch Multiplikatoren
für bestimmte Unternehmensideen. Besonders negativ können sich
didaktisch und sozial schlecht qualifizierte Trainer in Produkt- bzw.
Kunden-
schulungen auswirken. Wenn ein Seminar nicht gut läuft bzw. der Trainer
nicht akzeptiert wird, lehnen die Teilneh-
mer auch das Produkt des Unternehmens ab.
Präsentationstrainings

Präsentationstrainings sind ein Muss für alle, die Produkt-
und Kundenpräsentationen durchführen. Aber auch bei firmeninternen
Präsentationen sind entsprechende Semi-
nare hilfreich, die Effizienz und Wirkung von Präsenta-
tionen zu erhöhen. Ein nicht oder schlecht geschulter Redner kann
im schlimmsten Fall dem Produkt schaden.
Workshops bei Veränderungsprozessen

Eine ganze Reihe von Studien und Erfahrungen zeigen, dass viele Veränderungsprozesse
zu Themen wie Strate-
gie, Reorganisation, Kundenorientierung usw. häufig ver-sanden, wenn
diese nicht professionell begleitet bzw. zu diesen Themen Workshops durchgeführt
werden. Nach-
haltige Veränderungsprozesse können nur durch eine gan-
ze Reihe von gezielten Weiterbildungsmaßnahmen abgesichert werden.
Coaching-Maßnahmen

Coaching-Maßnahmen sind zwar ein teures, aber ein sehr hilfreiches
Mittel, um Führungskräfte bei Veränderungen zu unterstützen.
Wer kennt nicht die Geschichten von Mitar-beitern, die bei ihren Führungskräfte
selbst nach einer Rei-he von Führungstrainings keine wesentlichen
Verände-rungen festgestellt haben. Ein persönliches Coaching
kann hier teilweise besser helfen.
Anwender-Schulungen

Gerade bei der Einführung einer neuen Software sind
qualifizierte Anwenderschulungen absolut notwendig. Wenn man beim Training
der Anwender im Vorfeld spart, muss man nach der Einführung viel
Zeit in Nachschulungen in-vestieren oder das ganze Software-Projekt scheitert
wegen schlecht qualifizierter Anwender.
Welche Trainings und Maßnahmen rechnen
sich kurzfristig weniger?
Kreativitätstrainings

Kreativitätstrainings sind interessant und abwechslungs-
reich. Bestimmt sind diese für Marketing- und Werbeab-
teilungen sehr wichtig. Was für den normalen Mitarbeiter am Ende übrigbleibt,
sind die Methoden des "Brainstor-
ming" und die des "Mind-Mapping". Muss man hierfür ein
dreitägiges Seminar durchführen? Wäre es hier nicht sinnvoller
Kreativität in die Organisation zu integrieren - durch Qualitätszirkel
oder ähnliches?
Zu kurze Führungstrainings

Führungstrainings sind natürlich wichtig, um die eigenen Führungsfähigkeiten
zu bilden und zu formen. Es gibt in letzter Zeit eine Tendenz zu "Intensiv-Führungstrainings".
Meiner Ansicht nach bewirken diese eher wenig. Wenn die vermittelten Theorien
nicht durch Übungen und Erfah-
rungen in die Praxis integriert werden, sollte man den Führungskräften
eher ein gutes Buch kaufen. Eine nach-
haltige Führungskräfteentwicklung fängt bei einer Dauer
von sechs Tagen an.
Stressmanagement-Seminare

Natürlich ist ein fitter Manager effektiver. Meine Erfahrung ist
jedoch, dass die Umsetzung der Inhalte bei klassischen Stressmanagement-Seminaren
sehr gering ist, wenn diese nicht in längerfristige Maßnahmen
eingebunden sind. Will man eine Entspannungstechnik erlernen oder seine
kör-
perliche Kondition verbessern, dauert dies eine gewisse Zeit. Maßnahmen,
die eine direktere Wirkung auf das persönliche Stressmanagement haben,
sind Coachings, Supervisionen, Psychotherapie oder Maßnahmen von
Krankenkassen und Volkshochschulen. Die Verbesserung des eigenen Stressmanagements
ist ein eher langfristig angelegter Prozess, wo ein einmaliges Seminar
nur eine Ergänzung sein kann.
Mehrtätige Zeitmanagement-Seminare

Jedes Zeitmanagement-Seminar, welches länger
als einen Tag dauert, ist Zeitverschwendung, wenn es nicht schon in das
Thema Persönlichkeitsentwicklung und Lebensplanung hineingeht. Sinnvoller
sind hier eine Reihe von Follow-up-Maßnahmen und eventuelle Coachings.
Trainings zum Thema Teamarbeit ohne echtes
Team

Es gibt in manchen Organisationen Trainings,
in denen ein- zelne Teammitglieder etwas über Teamarbeit lernen sollen,
ohne dass das echte Team dabei ist. Dies ist zwar für Teamleiter
noch sinnvoll, aber für ein einzelnes Team-
mitglied weniger effektiv als eine echte Teamentwicklung.
Kommunikationstrainings
ohne Ankopplung an ein Thema

Natürlich ist effektives Kommunizieren für den Berufsalltag
wichtig und sollte ständig verbessert werden. Für den Trai-
ningserfolg ist es jedoch effektiver, Kommunikation an Themen wie Führung,
Verkaufen, Verhandeln oder Tele-
fonieren anzuhängen, da diese näher am normalen Ge-
schäftsalltag sind und damit besser umgesetzt werden können.
Einen Buchhalter oder Programmierer zu einem Kommunikationstraining zu
schicken, verbessert nicht die Kommunikation in einem Team. Hier sind
Maßnahmen wie Teamentwicklung sehr viel effizienter.
CBT`s, die nicht eingebunden sind

CBT`s (Computer Based Training) galten lange Zeit als das Allheilmittel
Weiterbildung effizienter zu machen und zu verkürzen. Es wurde teilweise
in machen Unternehmen viel Geld für die Entwicklung von CBT`s ausgegeben.
Werden CBT`s nicht durch Präsenzlernen unterstützt ("Blended
Learning") und begleitet, haben sie die gleiche Wirkung, wie wenn
man den Mitarbeitern ein gutes Buch schenkt. Ein gutes Buch ist jedoch
günstiger.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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