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"Nichts ist schrecklich, was notwendig ist."
(Euripides)
Etwa in jedem zweiten Seminar stellt mir
ein Teilnehmer die Frage, wie er sich selber besser motivieren kann. Zunächst
brachte mich diese Frage zum Nachdenken, da sich häufig hinter der
Worthülse "Selbstmotivation" ganz spezifische Themen wie
persönliches Burnout, Überforderung oder schlechte Arbeitsbedingungen
verbergen, die der Betroffene nicht sofort formulieren wollte oder konnte.
Dies stimmt zwar meistens, aber natürlich hat jede Arbeit Seiten,
die man nicht so mag oder Aufgaben, die man vor sich herschiebt.
Jeder hat bestimmte Ziele, Wünsche und Projekte, die im Tagesleben
oder Tagesgeschäft zu kurz kommen und die mit mehr Selbstmotivation
leichter von der Hand gehen würden.
Eine hohe Selbstmotivation zu haben bedeutet nicht, über-
dreht und hektisch durch die Welt zu laufen und wie im Drogenrausch "manisch"
die Welt zu erleben. Eine hohe Selbstmotivation bedeutet, mit Interesse,
Spaß und Freude die Dinge anzugehen und selbst einen Sinn in der
Tätigkeit zu sehen. Eine hohe Selbstmotivation bedeutet auch, mit
Begeisterung die notwendigen Aufgaben zu er-
ledigen. Wobei eine hohe Selbstmotivation nicht bedeutet, jede Sekunde
des Tages motiviert zu sein. Es gibt in jedem Job auch Tätigkeiten,
die einem mehr und andere die einem weniger Spaß machen.
Letztendlich hat Selbstmotivation viel mit Selbststeuerung, Selbstmanagement
und Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Je besser Sie sich kennen
und wahrnehmen, um so besser können Sie sich auch steuern. Je stärker
Sie Ihre Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse kennen, desto mehr
können Sie für die Erfüllung Ihrer Wünsche tun.
Was können Sie konkret tun, um Ihre Selbstmoti-
vation für bestimmte Ziele zu erhöhen:
1. Bauen Sie Ihre Demotivatoren
ab

Statt nur dahin zu schauen, wie Sie sich selbst stärker mo-
tivieren, ist es mindestens genauso wichtig zu erkennen, was Sie im Moment
demotiviert.

Meistens hat die Frage nach mehr Selbstmotivation den Hintergrund einer
andauernden Demotivation im Job.
Dies kann unterschiedliche Ursachen haben: Es kann ein Chef sein mit dem
Sie nicht klar kommen, es kann zu viel Routine in Ihrem Job sein, es kann
Ihre eigene Einstellung zur Arbeit sein oder es können auch Arbeitskollegen,
mit denen Sie gerade eine Auseinandersetzung haben, dazu beitragen. Auch
die allgemeinen Arbeitsbedingungen können demotivierend wirken. Wenn
Ihr PC fünfmal am Tag abstürzt oder viel zu langsam ist, trägt
dies nicht ge-
rade zu einer positiven Einstellung zur Arbeit bei. Machen Sie sich Ihre
Demotivatoren bewusst und entwickeln Sie Maßnahmen diese abzubauen.
Dies klingt natürlich leichter als es tatsächlich ist. Es ist
jedoch immer wichtiger, die eigentliche Ursache für ein Problem zu
erkennen, als nur die Symptome abzubauen. Manchmal kann hier ein Ge-
spräch mit einem kompetenten Coach helfen.
Siehe auch
Mitarbeiterführung
2. Finden Sie Ihre
persönlichen Motivatoren heraus

Was jeden einzelnen motiviert ist höchst unterschiedlich. Für
den einen ist Geld oder eine Herausforderung wichtig, für den anderen
Status oder soziale Anerkennung. Denken Sie selbst darüber nach,
was Sie motiviert. Machen Sie sich eine Liste Ihrer Motivatoren. Beobachten
Sie sich eine Woche lang selbst.

Wenn Sie Klarheit darüber haben, was Sie motiviert, kön-nen
Sie die entsprechenden Bedingungen gestalten. Wäh-rend meines Studiums
waren für mich Lerngruppen ganz besonders wichtig. Ich wusste damals
ganz genau, dass ich dort nach meinen Aufgaben gefragt werde und dies
motivierte mich für eine Vorbereitung der Lerngruppe. Heute sind
mir Projekttreffen oder feste Termine wichtig, um mich für die entsprechenden
Aufgaben zu motivieren.
3. Belohnen Sie sich
selbst und feiern Sie Erfolge

Belohnungen können motivieren. Dies wissen Eltern, Leh-rer und Vorgesetzte.
Sie können dieses Prinzip auch für sich selbst anwenden.

Belohnen Sie sich, wenn Sie etwas gut getan haben. Be- schenken Sie sich
nach dem Erreichen eines Zieles. Gön-.nen Sie sich etwas, wenn Sie
Erfolg hatten. Dies können auch kleine Dinge sein wie ein Buch, eine
DVD oder ein Gang ins Kino.

Feiern Sie Ihre persönlichen Erfolge. Erst durch das Feiern eines
Erfolges bekommt der Erfolg den richtigen Stellen-
wert. Genießen Sie es, wenn Sie Ihre Ziele erreicht haben.
4. Setzen Sie sich
inspirierende Ziele

Nichts motiviert mehr als ein inspirierendes Ziel. Es gibt genug Geschichten
von Menschen, die sich in Ihrer Jugend ein Ziel gesetzt haben und dieses
verfolgt haben, bis sie es erreicht haben.

Überlegen Sie sich, was Sie dieses Jahr erreichen wollen. Denken
Sie darüber nach, wie Ihr Leben in zehn Jahren aussehen wird. Stellen
Sie sich vor, wie Ihr Leben aus-
sieht, wenn Sie diese Ziele erreicht haben. Ziele haben eine gewaltige
Motivationskraft.

Auch ein gewisser Zeitdruck als Zielsetzung ist für manche Menschen
eine wichtige Motivation. Setzen Sie sich selbst Termine und kommunizieren
Sie diese. Mit sich selbst ver-einbarte Termine können konkrete Handlungen
bewirken.
5. Unterstützen
Sie sich selbst auf dem Weg zum Ziel

Viel Selbstmotivation geht durch den eigenen "inneren Kritiker"
verloren. Viele kennen vielleicht das Phänomen, dass wir selbst unsere
schärfsten Kritiker sind. Wir ver-
gleichen uns ständig mit anderen und manchmal glauben wir selbst
nicht an unseren eigenen Erfolg. Solche destruk-
tiven inneren Dialoge sind Gift für unsere Selbstmotiva-tion. Vergleichen
Sie sich nicht mit anderen, sondern kon- zentrieren Sie sich auf Ihre
eigenen Entwicklungen und Fortschritte. Erinnern Sie sich häufiger
an die Erfolge in Ihrer Vergangenheit. Dies gibt Ihnen Kraft für
das Errei-
chen Ihrer zukünftigen Ziele.
6. Machen Sie sich
den Sinn Ihrer Tätigkeit klar
Jede Tätigkeit hat irgendeinen Sinn oder Zweck. Häufig verlieren
wir den Sinn einer Tätigkeit aus den Augen. Wenn Sie sich wieder
neu den Sinn einer Tätigkeit vor Augen führen, gewinnen Sie
die Energie für die Erledigung der Aufgaben zurück.

Was ist der Sinn Ihrer Tätigkeit aus einer übergeordneten Perspektive?
7. Gewinnen Sie Ihren
Spaß an der Tätigkeit zurück

Wenn eine Tätigkeit Spaß macht, wird keiner nach mehr Selbstmotivation
fragen.

Menschen, die Tätigkeiten haben, die Ihnen Spaß bereiten, brauchen
keinen teuren Motivationstrainer. Klären Sie, was Ihnen Spaß
im Job macht und versuchen Sie, sich stärker in dieses Tätigkeitsfeld
hinein zu bewegen. Machen Sie Ihren Beruf zur Berufung. Es reicht nicht
aus, nur für Ziele zu arbeiten, auch der Weg zu einem Ziel sollte
eine gewisse Befriedigung bringen.

Erfolgreiche Menschen gehen in ihrer Tätigkeit auf. Wenn Sie voll
in Ihrer Tätigkeit aufgehen, spielt Zeit keine Rolle mehr und Sie
machen sich keine Gedanken über Selbst-
motivation.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
Durchschnittliche
Leserbewertung: gut
Zahl der Leser: 37
Kundenkommentare:
NachrichtenTyp:
gut
Kommentare: Eine kurze und sehr knappe Liste, die man sich in das Büro
hängen kann, wäre sehr hilfreich.
Formulareintraege vom Dienstag, 12 Juni, 2001 um
12:28:18
NachrichtenTyp: gut
Kommentare: Einiges aus Fachbüchern nur übernommen!
Formulareintraege vom Mittwoch, 20 Juni, 2001 um
13:45:49
NachrichtenTyp:
Sehr gut
Kommentare: Endlich ein Text der mehr bietet als nur die üblichen
vielversprechenden Ansätze. Gepaart mit einem einfachen und ver-ständlichen
Schreibstil ist es nicht nur leicht dem Inhalt konzen-triert zu folgen,
darüber hinaus motiviert er gleichzeitig etwas zu tun, z.B. den Text
ein zweites Mal zu lesen.
Formulareintraege
vom Sonntag, 23 Juni, 2002 um 13:31:43
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