Die rollende Planung im Seminar (Nr.39)

Was ist wichtig, um die rollende Planung im Seminar zu realisieren?


Die rollende Planung im Seminar

Wer die Qualität seiner Trainings steigern will, muss im Training auf die Besonderheiten der Gruppe und den Gruppenprozess reagieren. Nur wer flexibel auf den Lernprozess reagiert, kann ein echtes maßgeschneidertes Seminar durchführen.

Natürlich ist die Erstellung eines Trainingsplans im Vorfeld wichtig für die gute Vorbereitung des Trainers. Während des Verlaufs jedoch muss der Trainer auf aktuelle Anforderungen im Training reagieren und eventuell auch den Plan umstellen. Genauso wie ein Autofahrer, der ggf. seine Route ändert, um einen Stau zu umfahren, ist es ein Qualitätsmerkmal eines guten Trainers, wenn er den Trainingsplan verändert und auf die aktuelle Situation im Seminar reagiert.

Dies bezeichnet man als rollende Planung oder auch prozessorientierte Seminardurchführung und bedeutet, von Zeit zu Zeit innezuhalten und den Lernprozess zu reflektieren oder sich regelmäßig Feedback von der Gruppe zu holen, um sich, ähnlich wie der Steuermann eines Schiffes, zu überlegen, ob die Richtung noch stimmt. Der Vorteil der rollenden Planung ist eine optimal auf die Teilnehmerbedürfnisse abgestimmte Seminardurchführung.

 

Plans are nothing; planning is everything.Dwight D. Eisenhower

 

Was ist wichtig, um die rollende Planung im Seminar zu realisieren?

1. Holen Sie sich regelmäßig ein Feedback von der Gruppe.

Um zu wissen, wo man während des Trainings als Trainer steht, ist es notwendig sich auch zwischendurch und nicht nur am Ende ein Feedback von der Gruppe zu holen. Nichts ist schlimmer für einen Trainer, wenn einzelne Teilnehmer erst in der Schlussrunde verborgene Erwartungen offenbaren. Dieses Feedback der Gruppe sollte Aussagen machen zu der Zufriedenheit mit dem bisherigen Seminarverlauf, zur Stimmung und zu offenen Erwartungen. Hilfreiche Tools sind hier das Blitzlicht, das Stimmungsbarometer und Tagesabschlussrunden.

 

2. Der Trainingsplan bildet die Grundlage der rollenden Planung.

Natürlich bleibt der Trainingsplan die Grundlage für ein erfolgreiches Seminar. Wenn ich diese Vorgaben habe, kann ich mich bewusst entscheiden, welche Auswirkungen mögliche Veränderungen haben werden. Auf Grundlage des Planes kann ich die Auswirkungen auf die weiteren Inhalte abschätzen. Ein Trainingsplan sollte die zeitliche Abfolge der Inhalte, Übungen und des Medieneinsatzes beinhalten.

 

3. Haben Sie weitere Inhalte und Übungen in der Hinterhand.

Natürlich kann ich ein Training nur dann maßgeschneidert gestalten, wenn ich Inhalte und Übungen habe, die über den Trainingsplan hinausgehen. Deswegen überlegen Sie sich vor dem Training, welche Inhalte und Übungen Sie noch in der Hinterhand haben. Legen Sie sich einen Seminarordner an, wo Sie alle theoretischen Inhalte und Übungen sammeln und ordnen.

 

4. Führen Sie regelmäßig eine Prozessanalyse des Lernprozesses durch.

Nehmen Sie sich regelmäßig eine Auszeit und reflektieren Sie den Lernprozess. Dies kann in Pausen oder während der Gruppenarbeit geschehen. Schätzen Sie ein, wie Sie mit dem Thema, mit Einzelnen und der Gruppe vorankommen. Bilden Sie Hypothesen, wie Sie die Gruppensituation einschätzen. Überlegen Sie sich dann, wie Sie im Seminar darauf reagieren werden. Sollten Sie vielleicht Inhalte oder Übungen anpassen oder können Sie weiter dem Trainingsplan folgen. Eventuell sollten Sie bestimmte Punkte ansprechen, damit das Seminar besser verläuft. Auch, wenn Sie die Inhalte beibehalten können, kann es sein, dass Sie z.B. mehr Übungen durchführen müssen.

 

5. Bleiben Sie wach und aufmerksam während des Trainings.

Nur, wenn Sie wach und aufmerksam die Gruppe beobachten, können Sie auf Veränderungen des Gruppenprozesses reagieren. Reagieren Sie, wenn Sie merken, dass die Gruppe z.B. müde wirkt. Hier könnten Sie dann vielleicht eine Pause oder eine aktivierende Übung durchführen. Nehmen Sie mögliche Störungen im Seminarverlauf wahr, um dann sofort reagieren zu können indem Sie diese abbauen bzw. klären.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 05.08.2014

 

 

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