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"Plans are nothing; planning is everything."
Dwight D. Eisenhower
Wer die Qualität seiner Trainings steigern
will, muss im Training auf die Besonderheiten der Gruppe und den Gruppenprozess
reagieren. Nur wer flexibel auf den Lernprozess reagiert, kann ein echtes
maßgeschneidertes Seminar durchführen.
Natürlich ist die Erstellung eines Trainingsplans
im Vorfeld wichtig für die gute Vorbereitung des Trainers. Während
des Verlaufs jedoch muss der Trainer auf aktuelle Anforderungen im Training
reagieren und eventuell auch den Plan umstellen. Genauso wie ein Autofahrer,
der ggf. seine Route ändert, um einen Stau zu umfahren, ist es ein
Qualitätsmerkmal eines guten Trainers, wenn er den Trainingsplan
verändert und auf die aktuelle Situation im Seminar reagiert. Dies
bezeichnet man als rollende Planung oder auch prozessorientierte Seminardurchführung
und bedeutet, von Zeit zu Zeit innezuhalten und den Lernprozess zu reflektieren
oder sich regelmäßig Feedback von der Gruppe zu holen, um sich,
ähnlich wie der Steuermann eines Schiffes, zu überlegen, ob
die Richtung noch stimmt. Der Vorteil der rollenden Planung ist eine optimal
auf die Teilnehmerbedürfnisse abgestimmte Seminardurchführung.
Was ist wichtig, um die rollende Planung im
Seminar zu realisieren?
1. Holen Sie sich regelmäßig ein Feedback
von der
Gruppe.

Um zu wissen, wo man während des Trainings als Trainer steht, ist
es notwendig sich auch zwischendurch und nicht nur am Ende ein Feedback
von der Gruppe zu holen. Nichts ist schlimmer für einen Trainer,
wenn einzelne Teilnehmer erst in der Schlussrunde verborgene Erwartungen
offenbaren. Dieses Feedback der Gruppe sollte Aussagen machen zu der Zufriedenheit
mit dem bisherigen Seminarverlauf, zur Stimmung und zu offenen Erwartungen.
Hilfreiche Tools sind hier das Blitzlicht, das Stimmungsbarometer und
Tagesabschlussrunden.
2. Der Trainingsplan bildet die Grundlage der rollenden
Planung.

Natürlich bleibt der Trainingsplan die Grundlage für ein erfolgreiches
Seminar. Wenn ich diesen vorliegen habe, kann ich mich bewusst entscheiden,
welche Auswirkungen mögliche Veränderungen haben werden. Auf
Grundlage des Planes kann ich die Auswirkungen auf die weiteren Inhalte
abschätzen. Ein Trainingsplan sollte die zeitliche Abfolge der Inhalte,
Übungen und des Medieneinsatzes beinhalten.
3. Haben Sie weitere Inhalte und Übungen in
der Hinterhand.

Natürlich kann ich ein Training nur dann maßgeschneidert gestalten,
wenn ich Inhalte und Übungen habe, die über den Trainingsplan
hinausgehen. Deswegen überlegen Sie sich vor dem Training, welche
Inhalte und Übungen Sie noch in der Hinterhand haben.
Legen Sie sich einen Seminarordner an, wo Sie alle theoretischen Inhalte
und Übungen sammeln und ordnen.
4. Führen Sie regelmäßig eine Prozessanalyse
des Lernprozesses durch.

Nehmen Sie sich regelmäßig eine Auszeit und reflektieren Sie
den Lernprozess. Dies kann in Pausen oder während der Gruppenarbeit
geschehen. Schätzen Sie ein, wie Sie mit dem Thema, mit Einzelnen
und der Gruppe vorankommen. Bilden Sie Hypothesen, wie Sie die Gruppensituation
einschätzen. Überlegen Sie sich dann, wie Sie im Seminar darauf
reagieren werden. Sollten Sie vielleicht Inhalte oder Übungen anpassen
oder können Sie weiter dem Trainingsplan folgen. Eventuell sollten
Sie bestimmte Punkte ansprechen, damit das Seminar besser verläuft.
Auch, wenn Sie die Inhalte beibehalten können, kann es sein, dass
Sie z.B. mehr Übungen durchführen müssen.
5. Bleiben Sie wach und aufmerksam während
des Trainings.

Nur, wenn Sie wach und aufmerksam die Gruppe beobachten, können Sie
auf Veränderungen des Gruppenprozesses reagieren. Reagieren Sie,
wenn Sie merken, dass die Gruppe z.B. müde wirkt. Hier könnten
Sie dann vielleicht eine Pause oder eine aktivierende Übung durchführen.
Nehmen Sie mögliche Störungen im Seminarverlauf wahr, um dann
sofort reagieren zu können indem Sie diese abbauen bzw. klären.
Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
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