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"Versuche keine Effekte zu erzielen, die nicht
in Deinem Wesen liegen."
(Tucholsky)
Rhetorisches Geschick gehört zu den
Basisfähig- keiten von Führungskräften, Trainern und Verkäufern.
Je nachdem wie ein Vortrag oder eine Präsentation rhetorisch gestaltet
wird, ist er motivierend, verständlich und interessant oder langweilig
und ermüdend. Der erste Schritt die eigene Rhetorik zu verbessern
ist, sich die eigene gegenwärtige Rhetorik bewusst zu machen und
dann eine Entscheidung zu treffen, ob man diese ändern möchte
oder nicht.

Letztendlich geht es um persönliche Stimmigkeit und Verständlichkeit.
Gerade die Tipps zum Thema Rhetorik nehmen immer mehr den Charakter eines
Knigge-Buches an, wo genau steht was "man" darf und was "man"
nicht darf. Die vielen Gebote und Verbote führen immer mehr dazu,
dass man gar nicht mehr weiß, was man tun soll.
Ich setze mich für eine lebendige und stimmige Rhetorik ein. Rhetorik
muss zur eigenen Person passen. Wobei es natürlich wichtig ist zu
überprüfen, ob nicht das eine oder andere verbessert werden
könnte.

Im Folgenden werden Grundelemente der Rhetorik erläu-tert und jeder
kann prüfen, inwieweit er das eine oder andere verändern möchte.
Richtig falsch sind bestimmte Verhaltensweisen nur, wenn sie andauernd
praktiziert werden. Wenn man beispielsweise seine Arme eine Stunde lang
verschränkt hält, wirkt dies eher steif. Wenn dies nur eine
Minute dauert, ist das jedoch nicht gravierend.

Zunächst ist bei der Rhetorik die Körpersprache wichtig, da
sie die ersten visuellen Informationen Ihren Teilneh-mern gibt. Ein Großteil
unserer Kommunikation läuft über die Körpersprache.
Die Wirkung der Körpersprache hängt von folgen-den Aspekten
ab:
1. Körperhaltung

Die Körperhaltung beinhaltet, wie Sie insgesamt vor den Teilnehmern
stehen. Das beeinflusst stark den Gesamtein-druck der Rede. Günstig
erweist sich eine offene, gerade und zugewandte Körperhaltung. Die
Beine stehen schulter-breit. Das Spielbein steht leicht vor dem Standbein.
2. Gestik

Gesten unterstützten die Sprache. Die Gesten sollten insgesamt zu
Worten passen. Gesten unterstreichen die Rede. Sie sollten natürlich
und klar wirken. Unnötige Gesten wie Hände reiben, mit Kugelschreiber
spiele usw. sollten vermieden werden. Auch, wenn immer die gleichen Gesten
genutzt werden, wird dies irgendwann langweilig. Gesten kann man am besten
überprüfen indem man sich selber im Video sieht. Hier kann man
leichter bestimmte Angewohnheiten oder unpassende Gesten erkennen. Manchmal
können kleine Veränderungen in den Gesten einen großen
Unterschied in der Präsentation bewirken. Gesten müssen auch
zum eigenen Typ passen. Wenn ich eher sachlich bin, brauche ich keinen
wilden Gesten.
3. Mimik

Die Mimik ist unser Gesichtsausdruck. Gesichtsausdrücke können
Geschichten erzählen. Jedoch ist der gekonnte Einsatz der Mimik eine
fast schauspielerischen Leistung. Achten Sie jedoch darauf, dass sie nicht
zu ernst oder teilnahmslos dreinschauen.
4. Blickkontakt

Blickkontakt schafft Kontakt zu den Teilnehmern. Erst durch Blickkontakt
bekomme ich Teilnehmerreaktionen mit. Kein Blickkontakt signalisiert Desinteresse
an den Teilnehmern. Versuchen Sie bei der Rede zu jedem Teil-nehmer im
Raum Blickkontakt zu halten. Durch Blickkon-takt fühlen sich die
Teilnehmer persönlich angesprochen.

Wenn die Gruppe zu groß ist, teilen sie diese in Bereiche auf, die
sie regelmäßig anschauen.
5. Raum

Raum beinhaltet den Raum, den der Redner bei der Rede in Anspruch nimmt.
Habe ich genug Raum um meine Rede zu halten oder verstecke ich mich eher
hinter dem Flip-chart? Wenn Sie die ganz Zeit wie angewurzelt stehen bleiben,
kann auch die Rede langweilig werden. Nutzen Sie den Raum der Ihnen zur
Verfügung steht, ohne hektisch umherzulaufen.
6. Äußere
Erscheinung

Mit äußere Erscheinung ist unsere Kleidung bzw. unser Outfit
gemeint. Unser Kleidung ist ein Kommunikations-mittel. Je nachdem wie
wir uns kleiden kommunizieren wir durch unsere Kleidung. Wir signalisieren,
ob wir sportlich, konservativ oder alternativ sind. Auch der erste Eindruck
den die Gruppe von Ihnen hat, wird stark durch die äuß- ere
Erscheinung geprägt. Die meisten Teilnehmer bilden sich in 0,26 Sekunden
ihren Eindruck vom Redner. Die Wirkung der Kleidung sollten wir uns bewusst
machen. Wichtig ist auch, ob unsere Kleidung zum Anlass bzw. zur Zielgruppe
passt. Kleidung sollte ankopplungsfähig an die Zuhörergruppe
sein, d.h. wir sollte durch unsere Kleidung keine unnötigen Widerstände
auslösen. Hier gilt die alte Regel: "Besser overdressed, statt
underdressed." Jedoch sollten Sie sich natürlich auch in der
Kleidung wohl fühlen. Am leichtesten ist es sein Erscheinungsbild
zu überprüfen, wenn Sie sich Rückmeldung von Freunden oder
Kollegen einholen.
Ein weiterer Aspekt der Rhetorik ist unser Sprache und Stimme.
1. Lautstärke

Die Lautstärke ist ein wichtiges gestalterisches Mittel in der Rede
des Trainers. Ein Trainer sollte immer während der Rede ein bisschen
lauter sprechen wie normal, da er auch in der letzten Reihe verstanden
werden muss. Variationen in der Lautstärke können Spannung in
der Rede erzeugen.
2. Pausen

Pausen sind keine Leerstellen. Pausen erzeugen Spannung in der Rede. Pausen
geben die Möglichkeit mal einen Atemzug zu nehmen und nachzudenken.
Pausen sind wichtig, damit die Informationen von den Teilnehmern auch
verarbeitet werden können. Viele Redner vermeiden Pausen, weil Sie
Angst haben, dass es die Teilnehmer langweilt oder weil Sie Ihre eigene
Unsicherheit spüren.
3. Modulation

Modulation beinhalten, ob die Rede auch Höhen und Tiefen und nicht
nur monoton gesprochen wird. Heben und Sen-ken Sie die Stimme für
einen wirkungsvollen Auftritt.
4. Artikulation

Artikulation beinhaltet die Lautbildung der deutschen Sprache. Ist meine
Aussprache zu verstehen oder sind manche Worte nur schwer zu verstehen?
Spreche ich stark Dialekt oder bin ich auch von Teilnehmern aus anderen
Bundesländern zu verstehen?
5. Betonung

Betonung ist der gelbe Textmarker in der Rede. Mit Beto-nungen gebe ich
einzelnen Worten eine besondere Bedeu-tung und einen besonderen Sinn.
Betonungen machen die Rede lebendig. Je nachdem wie etwas betont wird
kann sich der Sinn verändern.
6. Sprechgeschwindigkeit

Wählen Sie eine angemessene Sprechgeschwindigkeit. Weder zu schnell
noch zu langsam ist hier gut. Viele Redner haben die Tendenz zu schnell
zu reden. Die Folge ist, dass das Publikum an irgendeiner Stelle den Faden
verliert oder abschaltet.
Folgende
rhetorischen Hilfsmittel unterstützen die Rede:

Nutzen
Sie Metaphern und eine bildhafte Sprache.

Erzählen
Sie Geschichten und bringen Sie Beispiele aus der
Praxis.

Übersetzten
Sie die Fachsprache in eine Alltagssprache.

Vermeiden
Sie Schachtel- und Nebensätze.

Nutzen
Sie Vergleiche und Analogien aus fremden
Bereiche ("In
der Technik würde man ...).
Nutzen
Sie Zitate und Zeitungsmeldungen.
Beziehen
Sie Teilnehmer durch Fragen ein.
Nutzen
Gegenüberstellungen von Pro und Contra, Soll und
Ist, von Früher und Heute, um Spannungsbögen
aufzubauen.
Nutzen
Sie die KISS-Formel. (KISS = Keep it short and simple).
Autor: Ingo Th. Krawiec, Krawiec
Consulting
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