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"Wer viel schießt, ist noch kein Schütze, wer viel spricht, ist noch kein Redner."
(Konfuzius)

"Worte haben keine Energie, solange sie nicht ein Bild auslösen."
(Virginia Satir)


Überzeugend Reden und Präsentationen halten zu können, ist eine Grundlage für den Erfolg von Führungskräften, Trainern, Verkäufern und Projektmitarbeitern. Inhalte können den Zuhörern weitaus besser vermittelt werden, wenn man die richtige ‚Verpackung‘ wählt. Eine interessant und beispielhaft gestaltete Präsentation erhöht die Auf-merksamkeit Ihrer Zuhörer und hilft diesen, den Inhalt besser zu verstehen und auch zu behalten. Eine Rede, die ausgestaltet und lebhaft ist, verhilft Ihnen sicher zum Erfolg. Sobald die Struktur und Inhalte klar sind, geht es darum, die Rede auszuarbeiten und ihr den letzten Feinschliff zu geben. Wer seine Folien nur monoton abliest, kann trotz guter Inhalte nur wenig überzeugen. Wer es aber schafft, das Publikum durch seine Ansprache zu fesseln, wirkt auch überzeugend. Die Redewirkung kann wesentlich durch den Einsatz der sogenannten "rhetorischen Stilmittel" gesteigert werden.

 

Wie können Sie Ihre Rede überzeugender, plas-
tischer und spannender gestalten?

1. Setzen Sie Zitate und Sprichwörter ein

Zitate signalisieren häufig eine gute Vorbereitung des Redners und machen die Rede plastischer. Sie sollten jedoch nicht allzu sehr mit Zitaten um sich werfen, dies langweilt die Zuhörer und die Wirkung des einzelnen Zitats geht verloren. Gezielt eingesetzt, bringen Sprichwörter auch komplexe Überlegungen auf den Punkt und sind für die Zuhörer leichter nachvollziehbar.

Beispiele:

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."
(Chinesisches Sprichwort)

"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen."

"Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden."
(Johann Wolfgang von Goethe)



2. Verwenden Sie Praxisbeispiele und Geschichten


Wenn Sie etwas vermitteln möchten, bringen Sie ein Praxisbeispiel oder erzählen Sie eine Geschichte dazu. Dies hilft den praktisch veranlagten Zuhörern, sich ein genaues Bild zu machen und das Gehörte später auch in die Praxis umzusetzen. Machen Sie sich vor dem Vortrag Gedanken dazu, welche Beispiele sie bringen wollen. Auch hier sollte man nicht nur noch Geschichten erzählen, nur der gezielte Einsatz bringt auch den gewünschten Nutzen, getreu dem Motto: "Weniger ist mehr".



3. Verwenden Sie eine bildhafte Sprache


Eine bildhafte Sprache führt dazu, dass der Zuhörer die geschilderte Situation mit einem bestimmten Bild assoziiert und natürlich besser in Erinnerung behält. Diese bildhafte Sprache machen sich auch oft Politiker zu Nutzen, um zu erreichen, dass sie von möglichst vielen Zuhörern ver-standen werden. Bilder besitzen eine große Anschaulich-.keit und beeinflussen das Denken Ihrer Zuhörer. Auch Vergleiche erleichtern das Verstehen.

Beispiele:

"Den Bock zum Gärtner machen."

"Er ist flink wie ein Wiesel."

"Unser Unternehmen steht wie ein Fels in der Brandung."

"Das Kind mit dem Bade ausschütten"

"Mit der Tür ins Haus fallen"



4. Setzen Sie gezielt Wiederholungen ein

Das gezielte Wiederholen wichtiger Aussagen verdeutlicht Ihren Zuhörern, welche Aussagen und Inhalte Ihrer Rede besonders wichtig sind und sie werden diese Punkte lei-chter im Gedächtnis behalten. Natürlich darf auch dieses Stilmittel nur sparsam eingesetzt werden, , da die Zuhörer die hervorgehobenen Punkte aufgrund der Häufigkeit sonst nicht mehr aufnehmen können. Der entgegengesetzte Effekt tritt ein, die Aufmerksamkeit lässt nach.



5. Appelle fordern zum Handeln auf

Jede Rede oder Präsentation verfolgt eine Absicht. Geben Sie den Zuhörern gezielte Anweisungen oder Vorschläge für bestimmte Situationen. Appelle sollten am Ende einer Rede eingesetzt werden. Je nach Situation können sie jedoch auch in der Rede sinnvoll sein.

Beispiele:

"Stecken wir unsere gesamte Energie in das Projekt."

"Schieben Sie Entscheidungen nicht lange vor sich her, handeln sie sofort!"

"Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter durch gezieltes Lob zur richtigen Zeit!"



6. Nutzen Sie rhetorische Fragen

Das vielleicht bekannteste Mittel, um Zuhörer zu aktivie-ren, sind rhetorische Fragen. Rhetorische Frage sind Fragen, auf die der Fragesteller keine Antwort von den Zuhörern erwartet. Der Zuhörer beantwortet sich die Frage automatisch selbst oder versucht es zumindest. Der Fragesteller gibt aber nach angemessener Pause immer auch die Antwort auf die von ihm gestellte Frage. Die Frageart wirkt im Publikum unwahrscheinlich aktivierend, da zum Nachdenken angeregt wird. Besonders, wenn die eigene Antwort auf die Frage nicht mit der des Frage-stellers übereinstimmt oder dem Zuhörer vielleicht spon-tan gar keine Antwort eingefallen ist.

Beispiele:

"Welches ist der Nutzen unseres neuen Produktes? Erstens ..., zweitens ..., "

"Denken Sie, ich würde so handeln? .. Nein, meine Meinung ist ..."

"Was ist die wichtigste Fähigkeit eines Redners? Die wichtigste Fähigkeit ist ..."



7. Sprechen Sie Ihre Zuhörer persönlich an

Sprechen Sie einzelne Zuhörer und Zuhörergruppen während eines Vortrages gezielt persönlich an. Nutzen Sie "Für-Sie-Formulierungen". Verschaffen Sie sich vor Ihrer Rede genaue Informationen über Ihre Zuhörer, so dass Ihnen die persönliche Ansprache gelingt:

"Gerade Sie, als Verkäufer eines führenden Möbelkon-zerns....". Wie Sie sehen, können Sie diese persönlich Ansprache auch nutzen, um die Zuhörer aufzuwerten und deren Selbstwertgefühl zu steigern.



8. Setzen Sie Humor ein

Ein gewisses Maß an Humor kann aktivierend und auflock-ernd sein. Dies müssen nicht immer Witze sein. Es können auch sprachliche Formulierungen sein oder die Nutzung einer Situationskomik. Bringen Sie Ihre Zuhörer ab und zu zum Schmunzeln, soweit dies zum Vortrag passt. Natürlich niemals auf Kosten eines Teilnehmers. Sich selbst können Sie dagegen ruhig mal ‚auf die Schippe nehmen‘, dies vermindert, gerade zu Beginn eines Seminars, die Distanz zwischen Ihnen und den Teilnehmern und erleichtert das Kennenlernen.



9. Versuchen Sie, Ihr Publikum zu überraschen

Etwas Unerwartetes ist immer anregend. Wenn Sie über-raschende Untersuchungsergebnisse, Spiele, Tests, unge-wöhnliche Bilder oder Darstellungen oder sonst etwas Neues haben, setzen Sie dies in Ihrer Rede ein. Über-raschungen haben häufig einen "Aha"-Effekt und bringen Spannung in den Vortrag. Setzen Sie diese gezielt an den Stellen ein, an denen die Zuhörer aufgrund des Themas oder vielleicht der Uhrzeit erfahrungsgemäß einen‚ "Durch-hänger" haben.

Beispiel:

"Wussten Sie schon, dass wir in unserem Unternehmen jeder zweite Mark mit dem Produkte X verdienen?"


"Möchten Sie mehr über einen Test erfahren, der die Führungsqualität Ihrer Vorgesetzten bestimmen kann."



Versetzten Sie sich immer in die Situation Ihrer Zuhörer

Was erwarten diese von der Rede oder der Präsentation?! Versuchen Sie, diesen Anforderungen weitestgehend ge-recht zu werden.

Autor: Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting



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