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„Um einen Zufall herbeizuführen, bedarf es
vieler Vorbereitung. Um eine gute improvisierte Rede zu halten, braucht
man mindestens drei Wochen.“
Mark Twain
Präsentationen für kleinere Anlässe können Sie
sicherlich aus dem Stehgreif halten. Bei größeren oder wichtigeren Präsentationen
ist jedoch eine intensive Vorbereitung notwendig. Je besser die Vorbereitung,
umso wahrscheinlicher ist der Präsentationserfolg.
Folgende Phasen der Vorbereitung einer Präsentation findet man in der
Praxis:
1. Präsentationsziele festlegen

Jeder hat schon Präsentationen erlebt, die ziellos und weitschweifig vorgetragen
wurden und dadurch die eigentlichen Inhalte nicht deutlich gemacht werden
konnten. Nur wer seine Präsentationsziele nicht aus den Augen verliert,
kann eine Rede sinnvoll vorbereiten und durchführen. Formulieren Sie deshalb
Ihre Präsentationsziele positiv und schriflich und benennen Sie konkret,
was Sie erreichen wollen (Zwecksatz). Entwickeln Sie Ihre Präsentation
zielorientiert.
Folgende Fragen werden beim Zwecksatz beantwortet:

Zu welchem
Zweck wird die Präsentation gehalten?

Welche
Kenntnisse sollen die Zuhörer durch meine
Präsentation
erwerben?

Was sollen
die Zuhörer Neues erfahren?

Was sollen
die Zuhörer konkret tun?

Wovon will
ich die Zuhörer überzeugen?
2. Die Adressatenanalyse

Der Erfolg einer Präsentation ist auch davon abhängig, wie stark diese
auf die Interessen und Bedürfnisse der Zuhörer abgestimmt ist. Die Zuhörer
sind die Kunden des Redners. Je stärker die Informationen auf die Erwartungen
der Zuhörer zugeschnitten sind, umso höher ist deren Motivation. Einer
der wichtigsten Forderungen an den Redner ist, die Zuhörer dort abzuholen,
wo sie stehen, d.h. sich in ihre Situation hineinzuversetzen oder sich
an ihrem Wissensstand zu orientieren. Eine Rede ist dann gelungen, wenn
die Zuhörer aus ihr einen Nutzen ziehen können. Um die Präsentation optimal
auf die Zuhörer auszurichten, ist es wichtig, sich im Vorfeld über die
Adressaten der Prä- sentation zu informieren. Bei Präsentationen vor kleinen
Gruppen sollte man sich auch Gedanken zu jedem einzelnen Zuhörer machen.
Folgende Fragen zur
Adressatenanalyse haben sich in der Praxis als hilfreich erwiesen:

Welche
und wie viele Teilnehmer werden kommen?

Welche
Aufgaben und Funktionen erfüllen sie in ihrem
Beruf?

Wie sind
Alter, Ausbildung und Geschlecht der Teilneh- mer?

Welche
Vorkenntnisse und Qualifikationen haben die  Teilnehmer?

Welche
Erwartungen, Bedürfnisse und Interessen
haben
die Teilnehmer?

Mit welchen
Einwänden, Fragen und Vorbehalten gegen- über
den Inhalten und dem Medieneinsatz muss ge-
rechnet
werden.
3. Die Inhalte sammeln

Wenn Ihr Präsentationsanlass und das Präsentationsthema klar sind, können
Sie beginnen, Ideen und Materialien für die Präsentation zu sammeln. Sie
sollten hier Ihren Ge- danken freien Lauf lassen und alles sammeln, was
Ihnen zu dem Thema einfällt (z.B. Thesen, Zitate, Bilder usw.). Hilfreich
ist hier auch die Methode des „Mind Mapping“. Notieren Sie sich Ihre Ideen
auf Karteikarten oder Stichwortzettel.
Welche
Ideen und Materialien haben Sie für die Präsen- tation?
4. Die Präsentation zweckmäßig gliedern

Nach der
Stoffsammlung geht es an das Ordnen, Sortie- ren,
Ergänzen und letztendlich um die Erstellung einer Gliederung.
Behalten Sie hierbei die Länge des Vor-
trages
im Hinterkopf. Wer mit PowerPoint arbeitet, hat hier
schon die ersten Rohfolien erstellt.

Welche
Informationen sind am besten geeignet, um die Präsentationsziele
zu erreichen? Welche Aussagen
stehen
im Mittelpunkt?

Was kommt
an erster, zweiter ... Stelle? Wie gestalte ich
den Aufbau der Rede?

Wie sieht
die Gliederung aus? Welche Informationen
sollen
in die Einleitung, den Hauptteil und Schluss der
Präsentation?

Wie kann
ich durch die Einleitung motivieren?
5. Die stilistische Ausgestaltung

Wenn die Struktur klar ist, geht es jetzt darum, die Prä- sentation auszuarbeiten
und ihr den letzten Feinschliff zu geben. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten.
Entweder Sie fertigen ein Stichwort-Manuskript mit Karteikarten an oder
Sie entwickeln ein vollständiges Manuskript. Eine ausge- schriebene Rede
verleitet zum Ablesen, bietet jedoch den Vorteil, dass man sich viele
Formulierungen im Vorfeld überlegen kann. Ich empfehle ein vollständiges
Manuskript, von dem man sich in der Rede wieder löst. Wer mit Powerpoint
arbeitet, wird die Graphik der Folien noch einmal überarbeiten und sich
auch hier überlegen müssen, was er zu den einzelnen Punkten der Folie
sagen will. Die Folie nur abzulesen, ist unprofessionell.
Was sollte
noch weiter ausgearbeitet werden?

Arbeite
ich mit Karteikarten oder vollständigem Manus- kript?

Welche
Stichpunkte sind für die Präsentation wichtig?

Was sage
ich zu welchem Unterpunkt?

Welche
Beispiele, Geschichten und Analogien bringe
ich?
6. Sicherheit gewinnen durch Aneignen

Aneignen heißt hier nicht unbedingt die ganze Rede auswendig zu können.
Man sollte jedoch schon die wichtigsten Thesen und die Einleitungen kennen.
Beim Einsatz von Powerpoint sollte man wissen, was auf der nächsten Folie
steht. Um die Aneignung zu fördern, ist hier ein Probevor-trag sinnvoll.
Bei einem Probevortrag können Sie testen, wie flüssig Sie den Vortrag
halten und wie viel Zeit Sie be-nötigen. Bei wichtigen Präsentationen
sollte sich ein Zuhörer die Rede anhören oder Sie nehmen diese mit einer
Videokamera auf, um ein Feedback über die Durchführung der Rede zu erhalten.
Bei wirklich professionellen Vorträgen sollten Sie auch Ihren Stimmeinsatz
und eventuell Ihre Gestik planen. Man sollte sich auch Gedanken über mögliche
Fragen machen und Antworten parat haben.
Beherrsche
ich die Präsentation in wichtigen Zügen?

Reicht
die Zeit für die Präsentation aus?

Was ist
mir bei dem Probepräsentation aufgefallen?

Bin ich
auf mögliche Fragen vorbereitet?
7. Die Durchführung der Präsentation

Der letzte Schritt ist die Durchführung der eigentlichen Präsentation.
Auch hier kann es sinnvoll sein, ein Diktier-gerät mitlaufen zu lassen,
um sich die Rede später noch einmal anzuhören. Weiterhin sollten Sie sich
Feedback von den einzelnen Zuhörern holen, um die Rede vielleicht beim
nächsten Mal weiter zu verbessern. Wer mit PowerPoint arbeitet muss sich
überlegen, welche Folien er vielleicht zusätzlich benötigt und welche
er weglassen kann. Wenn Sie mit dem Vortrag nicht zufrieden sind, überarbeiten
Sie ihn für das nächste Mal.
Denken Sie immer daran: „Übung macht den Meister!"
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