Überzeugungskraft und Persönlichkeit (Nr.20)

Welche Persönlichkeitsfaktoren beeinflussen unsere Überzeugungskraft?


Überzeugungskraft und PersönlichkeitDie Redewirkung eines Trainers oder Redners ist nicht nur von den sachlichen Argumenten abhängig, sondern auch von der Gesamtwirkung seiner Persönlichkeit. Bei Politikern bilden wir uns sehr schnell ein Urteil darüber, ob wir sie sympathisch finden oder ob wir ihnen trauen können. Die beste Vorbereitung für eine Rede hilft nichts, wenn wir nicht die Menschen als Person berühren. Auch die beste Beamerpräsentation kann dies nicht ausgleichen.

 

Sprich - damit ich dich sehe.Sokrates

 

 

Welche Persönlichkeitsfaktoren beeinflussen unsere Überzeugungskraft?

1. Glaubwürdigkeit

Je glaubwürdiger ein Redner ist, umso mehr vertraut man ihm und umso besser kommen auch seine Argumente an. Man kann nur überzeugend für etwas eintreten, an das man wirklich glaubt. Ein Finanzminister, der selbst im Luxus schwelgt, wirkt unglaubwürdig. Des Weiteren hängt die Glaubwürdigkeit auch vom persönlichen Hintergrund und den Erfahrungen ab. Einem Trainer für Führungskräfte, der selbst Führungskraft war, glaubt man mehr. Reinhold Messner nimmt man seine Geschichten über die Berge ab, weil er sie selbst erlebt hat. Für den Redner oder Trainer ist es wichtig seinen Bezug zum Thema kompetent zu vermitteln und die Dinge von denen gesprochen wird auch als Person zu verkörpern.

 

2. Begeisterungsfähigkeit

Begeisterungsfähigkeit ist eine häufig geforderte positive Eigenschaft über die ein Redner verfügen sollte. Doch was meint man eigentlich mit dieser teilweise etwas abgenutzten Vokabel? Begeisterungsfähigkeit heißt, dass man selbst voll hinter einer Sache steht und Herzblut hineinsteckt. Natürlich gehört auch der Spaß am Erzählen dazu. Begeisterung für ein Thema zu entwickeln und vor allem auch zu halten, ist eine große Herausforderung für den professionellen Redner. Es ist beeindruckend, wie so mancher Talkmaster auch nach der hundertsten Sendung die gleiche Frische und Lebendigkeit ausstrahlt.

 

3. Authentizität

Authentische Redner überzeugen dadurch, dass für das Publikum die Gedanken und Gefühle des Redners (innen) und mit dem gezeigten Verhalten (außen) übereinstimmen. Wer nur ein Pokerface zeigt, dem kann man nur schwer Vertrauen schenken. Wer unnatürlich redet, baut Misstrauen auf. Jede Maskierung wird längerfristig vom Publikum erkannt. Nur wer sich als Redner wirklich so gibt, wie er tatsächlich ist, überzeugt.

 

4. Fachkompetenz

Personen, denen man eine hohe Fachkompetenz zutraut, überzeugen stärker. Wenn ein Arzt über einen Diätplan redet wird man ihm mehr vertrauen als einem Lehrer/Banker. Ein Doktortitel hat in Deutschland nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Überzeugungskraft einer Rede.

 

5. Ähnlichkeit zum Publikum

Ein Redner sollte Ähnlichkeiten mit dem Publikum haben oder umgekehrt nicht zu stark von der Zielgruppe abweichen. Eine klassische Rockband würde beim Musikantenstadl nur Buhrufe ernten, eine bayrischen Trachtengruppen wird nicht vom jedem Jugendlichen geschätzt. Je mehr Ähnlichkeiten ein Redner zum Publikum aufbauen kann, umso glaubwürdiger und sympathischer wird er eingeschätzt. Auch wenn der Redner bestimmte Grundwerte und Einstellungen des Publikums verletzt wird er schnell abgelehnt.

 

6. Gelassenheit

Ein Redner sollte eine gewisse Ruhe, Gelassenheit und Sicherheit ausstrahlen. Menschen wollen Menschen, die ihnen Sicherheit geben. Wenn man als Redner selbst Unsicherheit ausstrahlt, sinkt die Glaubwürdigkeit beim Publikum. Versuchen Sie ein hohes Maß an Sicherheit auszustrahlen und Sie zeigen auch die Sicherheit im Thema.

 

7. Kontakt zum Publikum

Nur wer als Redner einen guten Kontakt zum Publikum aufbauen kann, wird von ihm geschätzt. Kontaktaufbau heißt, auch einen guten Blickkontakt aufzubauen und auf die Anliegen und Fragen des Publikums einzugehen. Es heißt auch, die Sprache des Publikums zu sprechen und die Herzen zu bewegen.

 

8. Emotionalität

Selbst Emotionen zu zeigen ist ein wichtiger Faktor persönlicher Überzeugungskraft. Menschen wollen auch Emotionen mitbekommen. Sie wollen Freude und auch Ärger miterleben. Dies macht eine Rede plastisch und lebendig. Voraussetzung ist hier natürlich, dass mit dem Thema auch Emotionen verbunden und in Erinnerung gerufen werden. Emotionen sind bei einer Rede das Salz in der Suppe.

 

9. Wertschätzung

Nur wer sein Publikum auch schätzt kann andere überzeugen. Wer als Redner Arroganz oder Missachtung zeigt, wird schnell abgelehnt. Redner, die ihr Publikum abwerten, werden nie die volle Sympathie erhalten auch wenn sie fachlich überzeugen. Wertschätzung dem Publikum zu zeigen beinhaltet auch, eine positive Grundstimmung auszustrahlen.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 11.03.2014

 

News


Train the Trainer-Grundkurs

Wie Sie Trainings erfolgreich durchführen.
06.-08.07.2016
mehr... »


Train the Trainer-Aufbaukurs 1

Wie Sie besser präsentieren und Teilnehmer einbinden.
12.-14.10.2016
mehr... »

Train the Trainer-Aufbaukurs 2

Wie Sie als Trainer souverän kommunizieren und schwierige Situationen meistern.
22.-24.06.2016
mehr... »

Trainerausbildung 3x3 Tage

Kombieren Sie unsere Train the Trainer-Module zu einer praxisnahen Trainerausbildung.
DVWO-zertifiziert
mehr... »

Methoden- und Supervisionskurs

Lerne Sie neue Methoden kennen und reflektieren Sie Ihre Trainings.
26. - 28.10.2016
mehr... »

DVWO Qualitätssiegel

Alle TTT-Ausbildungen sind zertifiziert nach DVWO.
mehr... »

 

Qualitätssiegel


Unser Buch

"Sozial kompetent trainieren"
mehr... »

Buch: Sozial kompetent trainieren

"Making Training a Success"

Krawiec Consulting ist Spezialist für Trainerausbildungen und Train the Trainer-Seminare. Wir haben seit 1993 mehr als 550 Train the Trainer-Seminare durchgeführt.

Impressum
Datenschutz

AGB
FAQ
Kontakt

Krawiec Consulting