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"Wer Menschen führen will, muss hinter
ihnen gehen."
(Laotse)
Moderation ist ein Schlagwort, welches
bei Besprechungen und Trainings häufig verwendet wird, ohne es groß
zu hinterfragen. Häufig fallen uns hier die bekannten Fernsehmoderatoren
ein, die jedoch häufig sich in den Vordergrund stellen anstatt sich
auf die reine Steuerung einer Diskussionsrunde zu beschränken. Der
Begriff der Moderation kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und
steht für "die Mitte finden", "Lenkung" und "Mäßigung".
Moderationen werden in modernen Organisationen bei Teambesprechungen, Projektgruppen,
Meetings, Arbeits-
teams und Qualitätszirkeln durchgeführt. Gerade bei Ent-
scheidungen und Problemlösungen wird es zunehmend wichtiger, alle Beteiligten
gleichberechtigt einzubinden und damit schnell zu Ergebnissen zu gelangen.
Kaum ein Verfahren hat sich in der Praxis so durchsetzen können und
ist effektiver als die Moderationsmethode, um mit Gruppen zu konkreten Problemlösungen
zu kommen.
Die Moderationsmethode steht im Wesentlichen:

für
eine bestimmte Rolle und Haltung des Gruppen-
leiters,

für
den Einsatz bestimmter spezifischer Methoden und Techniken
(z.B. Fragetechniken),

für
den Gebrauch bestimmter Materialien und Hilfsmittel (z.B.
Pinwand, Moderationskarten, Nadeln usw.) und
für den Wechsel
zwischen Kleingruppenarbeit und Arbeit im
Plenum.
Die Moderationsmethode im Seminar aktiviert die
Teilneh-mer und knüpft an deren Lernerfahrungen an. Sowohl in Qualitätszirkeln
als auch in Lernstattgruppen wird heute fast ausschließlich diese
Methode angewandt und in eini-
gen Unternehmen sind die hierbei oft benutzten Pinwände in vielen Besprechungszimmern
zu finden. Allerdings sind noch lange nicht alle Möglichkeiten der
Moderationsme-
thode ausgeschöpft.
Entstanden ist die Moderationsmethode in den 70er
Jahren und ist stark mit dem Namen einer Unternehmensbera-
tung, dem Quickborner Team, verbunden. Es ist also eine deutsche Erfindung
und kein Trend der aus USA rüberge-
schwappt ist, wie manches andere in der Management-
lehre.
Die Moderationsmethode wird teilweise auch Metaplanme-
thode oder Neulandmethode genannt. Allerdings sind die Inhalte fast identisch.
Hintergrund für deren Entwicklung war, Gruppen aktiv an Problemlösungen,
Ideenfindungen und Entscheidungen zu beteiligen. Die ersten Moderationen
wurden damals statt mit den heute üblichen Moderations-
karten mit Computerlochkarten durchgeführt.
Der Hauptunterschied zwischen der Rolle des Trainers
und der des Moderators liegt darin, dass der Moderator die Prozesse und
die Gruppe steuert, sich aber beim Ein-
bringen der Inhalte zurückhält. Im Gegensatz zum Lehrer liefert
der Moderator selbst keine inhaltlichen Inputs. Für den Moderator steht
das Steuern des Vorgehens und des Klimas im Vordergrund. Der Moderator ist
ein Profi darin, sich zurückzuhalten, nur methodische Vorschläge
zu machen und eine neutrale Rolle einzunehmen. Der beste Moderator ist der,
der es auch bei schwierigen Themen schafft, sich neutral zu verhalten.
Es gibt drei Ebenen
der Moderation:
Sach-Ebene > Inhalte, Themen
Prozess-Ebene > Vorgehensweise
Beziehungs-Ebene > Klima, Gefühle, Umgang
Welches sind nun die wesentlichsten Aufgaben
des Moderators?
Der Moderator steuert den Prozess durch:

Vereinbarung
und Überwachung der Spielregeln,

Sammeln
und Verdichten von Meinungen und Informa-
tionen,

Anbieten
verschiedener Methoden, um Themen zu be-
arbeiten,

Überwachen
des Zeitplans und Ansprechen von Abwei-
chungen,

Sorgen
für ein systematisches Vorgehen der Gruppe,
Fördern von
Ergebnissen, Entscheidungen und Ab-
sprachen,

Überprüfen
der Zustimmung bei Entscheidungen und
Vereinbarungen,

Visualisieren
der Diskussionen und Meinungsverschie- denheiten
und

Verdeutlichen
unterschiedlicher Auffassungen.
Der Moderator fördert eine konstruktive Bezieh-
ungsebene in der Gruppe:

Aufbau
von Vertrauen in der Gruppe,

transparent
machen von Konflikten,

die Trennung
von Beziehungskonflikten und Sach-
themen,

das Ansprechen
von Entwicklungen und Prozessen

das Fördern
einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre.
Was ist die Rolle des
Moderators in einer Gruppe?
Der Moderator

hilft
der Gruppe eigenverantwortlich zu arbeiten.

ist
ein Methodenspezialist und weniger ein Fachexperte.
trägt
die Verantwortung für den Prozess, aber nicht für das
Ergebnis.

ist
ein Helfer für die Gruppe und eine Hebamme für die Ergebnisse.

ist
eine Person, die "eher fragt statt sagt".

ist
derjenige, der den Gruppenprozess steuert.
Welches sind die wichtigsten Vorteile der Modera-
tionsmethode?
sehr
effektive Art Probleme mit einer Gruppe zu bear-
beiten,
die in kurzer Zeit konkrete Ergebnisse bringt  Möglichkeit,
Teilnehmerwissen in einen Workshop oder ein
Seminar zu integrieren

Festhalten
von Diskussionsergebnissen durch Visuali-
sierung

Fördern
von kreativen Prozessen und der Motivation in Gruppen

Stärkung
der eigenverantwortlichen Arbeit der Grup-
penmitglieder

gleichberechtigtes
Einbringen der Beiträge sämtlicher Mitglieder
der Gruppe

hohe
Akzeptanz der Gruppenergebnisse
Welche sind die wesentlichsten
Nachteile der Mode-
rationsmethode?

durch Methodenzwang lernt zwar die Gruppe innerhalb des methodischen
Rahmens miteinander zu arbeiten, verliert aber u.U. die Fähigkeiten
ohne den Moderator zu arbeiten. Manchmal wird durch das "Metaplanieren",
wie manche Kritiker die Methode nennen, nicht das entscheidende Thema
der Gruppe (z.B. auf der Beziehungsebene) aufge- griffen. das bei der
Moderationsmethode übliche Punkten bei Entscheidungen führt
immer zu einer Mehrheitsent-
scheidung, wodurch die Aspekte und Gedanken der Min-
derheit eventuell unter den Tisch fallen. Konsequenz: Um einen echten
Konsens (Übereinstimmung aller Gruppen-
mitglieder) in der Gruppe zu erreichen, muss eine ge-
wöhnliche Gruppendiskussion stattfinden.
Moderatoren, die sich stark inhaltlich beteiligen, kann zu großer
Unzufriedenheit in der Gruppe führen, da diese irgendwann merkt,
das die Ergebnisse nicht die eigenen sind, sondern die vom Moderator.
Auch eine Doppelrolle wie z.B. Vorgesetzter und Moderator kann sich als
ungünstig erweisen.
Fazit: Insgesamt
ist diese Methode heute in modernen Organisationen nicht mehr wegzudenken,
um Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und zu neuen Ideen
zu gelangen. Hinter der Moderationsmethode verbergen sich eine Fülle
von Techniken und Tools, die in klassischen Moderationstrainings vermittelt
werden. Die fundierte
Ausbildung der Moderatoren bildet jedoch eine wichtige Grundlage für
den Erfolg der Methode. Eine schlechte Moderation kann der Gruppe mehr
schaden.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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