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"Der gute Führer geht hinter den
Menschen."
(Laotse)
Eine erfolgreiche Mitarbeiterführung ist
die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Nur
eine starke Mannschaft von Mitarbeitern kann sich gegenüber der Konkurrenz
behaupten.
Was muss eine Führungskraft beachten,
um die volle Performance der Mitarbeiter zu erreichen?
1. Klare Ziele und
Standards setzen.

Mitarbeiter tun immer nur das, was ihnen gesagt bzw. von ihnen gefordert
wird. Viele Vorgesetzte fragen sich, wa-
rum ihre Mitarbeiter nicht dieses oder jenes tun oder eine schwache Leistung
bringen. Meine erste Frage als Berater ist üblicherweise: "Haben
Sie als Vorgesetzter Ihre Ziele auch klar formuliert und kommuniziert?".

Immer wieder beklagen sich Führungskräfte über eine schwache
Performance ihrer Mitarbeiter, setzen aber gleichzeitig keine klaren Ziele
und Standards. Wenn die Richtung für die Mitarbeiter nicht klar ist,
verpufft die Arbeitskraft in alle möglichen Richtungen. Es reicht
auch nicht aus, einmal die Ziele in einer Arbeitsbesprechung zu benennen.
Ziele müssen wiederholt benannt werden und die Zielereichung muss
kontrolliert werden. Erst wenn die Mitarbeiter merken, dass ihrem Vorgesetzten
die Zieler-
reichung wirklich wichtig ist, gehen sie in die entsprech-
ende Richtung.
2. Bieten Sie Ihren
Mitarbeitern Vorteile.

Ihre Mitarbeiter sind ökonomisch handelnde Wesen. Mitar-
beiter tun nur dann etwas, wenn sie Vorteile bewusst oder unbewusst erwarten.
Dies ist vielleicht das einfachste und gleichzeitig wichtigste Gesetz
der Mitarbeitermoti-
vation.

Jeder Mitarbeiter bilanziert innerlich die Vorteile und die Nachteile,
die eine Handlung für ihn hat. Erst wenn er mehr Vorteile wie Nachteile
für sich sieht, setzt er sich in Bewegung.
Schaffen Sie für Ihre Mitarbeiter Vorteile, um eine hohe Performance
zu erreichen. Dies muss nicht immer Geld sein. Versuchen Sie herauszufinden,
was Ihren Mitarbei-
tern wichtig ist. Ist es Geld, Status, einer interessante Aufgabe oder
einfach Anerkennung durch die Kollegen? Setzen Sie sich damit auseinander,
welche Dinge Ihre Mit-arbeiter als klare Vorteile erkennen. Diese sind
natürlich bei jedem Mitarbeiter anders.
3. Schaffen Sie einen
inspirierenden Teamgeist.

Freue ich mich morgens, meine Arbeitskollegen wiederzu-
sehen oder ist es eher ein notwendiges Übel?

Je nachdem, wie Ihre Mitarbeiter diese Frage beantworten, ist die Zusammenarbeit
mit den Kollegen ein entscheiden- der Motivator oder Demotivator.

Ist Teamgeist vorhanden, macht es Spaß mit anderen zu arbeiten.
Als Vorgesetzter sollten Sie diesen Teamgeist fördern und aus Ihrer
Mannschaft ein High-Performance-Team machen.

Dies bedeutet unter anderem auch mal mit dem Team privat etwas Gemeinsames
zu unternehmen und Spann-
ungen im Team frühzeitig abzubauen. Siehe auch
Checkliste
zur Förderung von Teamarbeit
4. Sparen Sie nicht mit der Anerkennung
der Mitar-beiter.

Viele Vorgesetze sind Geizhälse in Bezug auf die Aner-
kennung ihrer Mitarbeiter. Dies hängt vielleicht damit zusammen,
dass sie selbst wenig Anerkennung bekom-
men. Es kann aber auch sein, dass sie befürchten, wenn sie ihren
Mitarbeitern zu viel Anerkennung geben, diese ihre Forderungen hochschrauben.
Oft kommt auch noch ein typischer deutscher Mentalitätsaspekt hinzu:
Wenn man nichts Negatives hört, ist dies die größte Anerken-
nung. Nicht gelobt, ist gelobt genug. Dennoch kann jedes auch noch so
kleine Lob Ihre Mitarbeiter motivieren. Wenn Sie nicht die volle Performance
ihrer Mitarbeiter wollen, geizen Sie weiterhin mit Anerkennung.
5. Werden Sie professioneller
Kümmerer.

Führung hat immer damit zu tun, Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln,
d.h. sich um die Mitarbeiter zu kümmern. Kümmern heißt
auch, als Vorgesetzter für Fra-
gen zur Verfügung zu stehen und selber mal interessiert nachzufragen.
Dies kostet natürlich Zeit, werden Sie jetzt sagen. Dies stimmt natürlich.
Führung ist immer eine Investition, die Geld und Zeit kostet, aber
als Output, Perf-
ormance und Motivation bringt. Die Frage, ob Sie moti-
vierte Mitarbeiter haben wollen, müssen sie selber beant-
worten.
6. Reden Sie mit Ihren
Mitarbeiter regelmäßig über das Wie der Arbeit.

Genauso, wie man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht, kann
man vor lauter Arbeit nicht mehr beurteilen, wie die Qualität der
Arbeit ist. Um Mitarbeiter erfolgreich zu führen, ist es wichtig
sich mit seinen Mitarbeitern auch über das "Wie?" der Arbeit
zu unterhalten. Führen Sie regelmäßige Arbeitsbesprechungen
durch, in denen Sie als Vorgesetzter Ihre Mitarbeiter informieren und
Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Anliegen und Fragen in Bezug auf die
Arbeit zu äußern. Regelmäßig über Arbeitsprozesse
gemeinsam nachzudenken, verbessert die Qualität der Arbeit. Dies
ist auch die beste Prophylaxe, um Störungen im Team abzubauen.
7. Setzen Sie Ihren
Mitarbeitern klare Grenzen.

Viele Vorgesetzte haben verlernt, ihren Mitarbeitern auch Grenzen zu setzen.
Viele Vorgesetze scheuen sich, unan-
genehme Dinge anzusprechen, da sie Angst vor unbestim-
mten Folgen haben. Auch Instrumente wie die Vorgesetz-tenbeurteilung,
können dazu führen, dass Führungskräfte bei Problemen
mit Mitarbeitern lieber nichts tun und ab-
warten. Wer jedoch die volle Performance seiner Mitarbei-
ter will, muss auch mal unangenehm sein und Leistungs-
schwächen ansprechen. Grenzen zu setzen hat nichts mit einem autoritären
Führungsstil zu tun, sondern mit Klarheit und Direktheit gegenüber
den eigenen Mitarbeitern.
8. Auch das Arbeitsumfeld
kann motivierend sein.

Kennen Sie nicht die Geschichten von Unternehmen, wo die Mitarbeiter jeden
Bleistift bei Ihrem Vorgesetzen be-antragen bzw. mit einem veralteten
PC arbeiten müssen? Schlechte Arbeitsmaterialien und Büroumgebungen
können Motivationskiller sein. Das gesamte Arbeitsumfeld fördert
oder hemmt die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Auch dies ist wieder eine
Investition, die Sie abwägen müssen. Wer jedoch volle Leistung
der Mitarbeiter will, muss auch hier etwas in diesen Bereich investieren.
9. Schaffen Sie eine
starke Unternehmenskultur.

Es gibt genügend Unternehmenskulturen, wo die Mitarbei-
ter ohne Stechuhr auskommen und sogar noch länger ar-
beiten. Bei Unternehmen wie SAP oder Procter & Gamble leisten die
Mitarbeiter nicht Ihre Arbeitszeit ab, sondern versuchen, Ergebnisse zu
erzielen. Beiden Firmen gemein-
sam ist eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.
Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der Ihre Mitarbeiter stolz sind,
daran teilhaben zu dürfen. So haben Sie einen fruchtbaren Boden für
eine hohe Mit-
arbeitermotivation geschaffen.
10. Geben Sie Ihrem
Mitarbeiter Aufgaben, die zu ihm passen.

Eigentlich ist dies eine Selbstverständlichkeit. Jedoch kommt es
immer wieder vor, dass Mitarbeiter nicht ent-
sprechend ihren Fähigkeiten und Interessen eingesetzt werden. Führungskräfte,
werden Führungskräfte, weil sie die besten Sachbearbeiter sind.
Kontaktscheue sollen Kunden gewinnen, obwohl sie im Innendienst besser
auf-
gehoben wären. Wenn ein Mitarbeiter die für ihn richtige Aufgabe
hat, braucht man als Vorgesetzter nicht mehr viel motivieren, denn der
Mitarbeiter ist dann ein "Selbst-läufer".
11. Fördern Sie die Eigenverantwortung
der Mit- arbeiter

Eigenverantwortliches Handeln macht Spaß. Fördern sie die Eigenverantwortung
Ihrer Mitarbeiter, damit auch in Ihrem Urlaub der Betrieb läuft.
Nur wenn Sie Ihre Mitar-
beiter selbständig arbeiten lassen, handeln sie eigenver-
antwortlich. Wer ständig kontrolliert und dirigiert, schafft unmündige
und passive Mitarbeiter.

Wer seine Mitarbeiter ständig klein macht, darf nicht erwarten, dass
diese selber mal groß werden.
Autor: Ingo TKrawiec, Krawiec Consulting
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