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Artikel Nr.: 04
 
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"Der gute Führer geht hinter den Menschen."
(Laotse)

Eine erfolgreiche Mitarbeiterführung ist die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Nur eine starke Mannschaft von Mitarbeitern kann sich gegenüber der Konkurrenz behaupten.


Was muss eine Führungskraft beachten, um die volle Performance der Mitarbeiter zu erreichen?

1. Klare Ziele und Standards setzen.

Mitarbeiter tun immer nur das, was ihnen gesagt bzw. von ihnen gefordert wird. Viele Vorgesetzte fragen sich, wa-
rum ihre Mitarbeiter nicht dieses oder jenes tun oder eine schwache Leistung bringen. Meine erste Frage als Berater ist üblicherweise: "Haben Sie als Vorgesetzter Ihre Ziele auch klar formuliert und kommuniziert?".

Immer wieder beklagen sich Führungskräfte über eine schwache Performance ihrer Mitarbeiter, setzen aber gleichzeitig keine klaren Ziele und Standards. Wenn die Richtung für die Mitarbeiter nicht klar ist, verpufft die Arbeitskraft in alle möglichen Richtungen. Es reicht auch nicht aus, einmal die Ziele in einer Arbeitsbesprechung zu benennen. Ziele müssen wiederholt benannt werden und die Zielereichung muss kontrolliert werden. Erst wenn die Mitarbeiter merken, dass ihrem Vorgesetzten die Zieler-
reichung wirklich wichtig ist, gehen sie in die entsprech-
ende Richtung.


2. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Vorteile.

Ihre Mitarbeiter sind ökonomisch handelnde Wesen. Mitar-
beiter tun nur dann etwas, wenn sie Vorteile bewusst oder unbewusst erwarten. Dies ist vielleicht das einfachste und gleichzeitig wichtigste Gesetz der Mitarbeitermoti-
vation.

Jeder Mitarbeiter bilanziert innerlich die Vorteile und die Nachteile, die eine Handlung für ihn hat. Erst wenn er mehr Vorteile wie Nachteile für sich sieht, setzt er sich in Bewegung.

Schaffen Sie für Ihre Mitarbeiter Vorteile, um eine hohe Performance zu erreichen. Dies muss nicht immer Geld sein. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihren Mitarbei-
tern wichtig ist. Ist es Geld, Status, einer interessante Aufgabe oder einfach Anerkennung durch die Kollegen? Setzen Sie sich damit auseinander, welche Dinge Ihre Mit-arbeiter als klare Vorteile erkennen. Diese sind natürlich bei jedem Mitarbeiter anders.


3. Schaffen Sie einen inspirierenden Teamgeist.

Freue ich mich morgens, meine Arbeitskollegen wiederzu-
sehen oder ist es eher ein notwendiges Übel?

Je nachdem, wie Ihre Mitarbeiter diese Frage beantworten, ist die Zusammenarbeit mit den Kollegen ein entscheiden- der Motivator oder Demotivator.

Ist Teamgeist vorhanden, macht es Spaß mit anderen zu arbeiten. Als Vorgesetzter sollten Sie diesen Teamgeist fördern und aus Ihrer Mannschaft ein High-Performance-Team machen.

Dies bedeutet unter anderem auch mal mit dem Team privat etwas Gemeinsames zu unternehmen und Spann-
ungen im Team frühzeitig abzubauen. Siehe auch
Checkliste zur Förderung von Teamarbeit



4. Sparen Sie nicht mit der Anerkennung der Mitar-beiter.

Viele Vorgesetze sind Geizhälse in Bezug auf die Aner-
kennung ihrer Mitarbeiter. Dies hängt vielleicht damit zusammen, dass sie selbst wenig Anerkennung bekom-
men. Es kann aber auch sein, dass sie befürchten, wenn sie ihren Mitarbeitern zu viel Anerkennung geben, diese ihre Forderungen hochschrauben. Oft kommt auch noch ein typischer deutscher Mentalitätsaspekt hinzu: Wenn man nichts Negatives hört, ist dies die größte Anerken-
nung. Nicht gelobt, ist gelobt genug. Dennoch kann jedes auch noch so kleine Lob Ihre Mitarbeiter motivieren. Wenn Sie nicht die volle Performance ihrer Mitarbeiter wollen, geizen Sie weiterhin mit Anerkennung.


5. Werden Sie professioneller Kümmerer.

Führung hat immer damit zu tun, Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln, d.h. sich um die Mitarbeiter zu kümmern. Kümmern heißt auch, als Vorgesetzter für Fra-
gen zur Verfügung zu stehen und selber mal interessiert nachzufragen. Dies kostet natürlich Zeit, werden Sie jetzt sagen. Dies stimmt natürlich. Führung ist immer eine Investition, die Geld und Zeit kostet, aber als Output, Perf-
ormance und Motivation bringt. Die Frage, ob Sie moti-
vierte Mitarbeiter haben wollen, müssen sie selber beant-
worten.


6. Reden Sie mit Ihren Mitarbeiter regelmäßig über das Wie der Arbeit.

Genauso, wie man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht, kann man vor lauter Arbeit nicht mehr beurteilen, wie die Qualität der Arbeit ist. Um Mitarbeiter erfolgreich zu führen, ist es wichtig sich mit seinen Mitarbeitern auch über das "Wie?" der Arbeit zu unterhalten. Führen Sie regelmäßige Arbeitsbesprechungen durch, in denen Sie als Vorgesetzter Ihre Mitarbeiter informieren und Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Anliegen und Fragen in Bezug auf die Arbeit zu äußern. Regelmäßig über Arbeitsprozesse gemeinsam nachzudenken, verbessert die Qualität der Arbeit. Dies ist auch die beste Prophylaxe, um Störungen im Team abzubauen.


7. Setzen Sie Ihren Mitarbeitern klare Grenzen.

Viele Vorgesetzte haben verlernt, ihren Mitarbeitern auch Grenzen zu setzen. Viele Vorgesetze scheuen sich, unan-
genehme Dinge anzusprechen, da sie Angst vor unbestim-
mten Folgen haben. Auch Instrumente wie die Vorgesetz-tenbeurteilung, können dazu führen, dass Führungskräfte bei Problemen mit Mitarbeitern lieber nichts tun und ab-
warten. Wer jedoch die volle Performance seiner Mitarbei-
ter will, muss auch mal unangenehm sein und Leistungs-
schwächen ansprechen. Grenzen zu setzen hat nichts mit einem autoritären Führungsstil zu tun, sondern mit Klarheit und Direktheit gegenüber den eigenen Mitarbeitern.


8. Auch das Arbeitsumfeld kann motivierend sein.

Kennen Sie nicht die Geschichten von Unternehmen, wo die Mitarbeiter jeden Bleistift bei Ihrem Vorgesetzen be-antragen bzw. mit einem veralteten PC arbeiten müssen? Schlechte Arbeitsmaterialien und Büroumgebungen können Motivationskiller sein. Das gesamte Arbeitsumfeld fördert oder hemmt die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Auch dies ist wieder eine Investition, die Sie abwägen müssen. Wer jedoch volle Leistung der Mitarbeiter will, muss auch hier etwas in diesen Bereich investieren.


9. Schaffen Sie eine starke Unternehmenskultur.

Es gibt genügend Unternehmenskulturen, wo die Mitarbei-
ter ohne Stechuhr auskommen und sogar noch länger ar-
beiten. Bei Unternehmen wie SAP oder Procter & Gamble leisten die Mitarbeiter nicht Ihre Arbeitszeit ab, sondern versuchen, Ergebnisse zu erzielen. Beiden Firmen gemein-
sam ist eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der Ihre Mitarbeiter stolz sind, daran teilhaben zu dürfen. So haben Sie einen fruchtbaren Boden für eine hohe Mit-
arbeitermotivation geschaffen.


10. Geben Sie Ihrem Mitarbeiter Aufgaben, die zu ihm passen.

Eigentlich ist dies eine Selbstverständlichkeit. Jedoch kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeiter nicht ent-
sprechend ihren Fähigkeiten und Interessen eingesetzt werden. Führungskräfte, werden Führungskräfte, weil sie die besten Sachbearbeiter sind. Kontaktscheue sollen Kunden gewinnen, obwohl sie im Innendienst besser auf-
gehoben wären. Wenn ein Mitarbeiter die für ihn richtige Aufgabe hat, braucht man als Vorgesetzter nicht mehr viel motivieren, denn der Mitarbeiter ist dann ein "Selbst-läufer".



11. Fördern Sie die Eigenverantwortung der Mit- arbeiter

Eigenverantwortliches Handeln macht Spaß. Fördern sie die Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter, damit auch in Ihrem Urlaub der Betrieb läuft. Nur wenn Sie Ihre Mitar-
beiter selbständig arbeiten lassen, handeln sie eigenver-
antwortlich. Wer ständig kontrolliert und dirigiert, schafft unmündige und passive Mitarbeiter.

Wer seine Mitarbeiter ständig klein macht, darf nicht erwarten, dass diese selber mal groß werden.


Autor: Ingo TKrawiec, Krawiec Consulting

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Durchschnittliche Leserbewertung: sehr gut
Zahl der Leser: 21

Kundenkommentare:

NachrichtenTyp: Sehr gut
Kommentare: hat mir sehr gut gefallen!

Formulareintraege vom Freitag, 14 September, 2001 um 22:18:39


NachrichtenTyp: gut
Kommentare: Sehr geehrter Herr Krawiec,
Mir hat Ihr Artikel gut gefallen. Ich schreibe zur Zeit einen Prakti-kumsbericht und habe mir das Thema "Einführung neuer Mitarbei-ter- Theorie und Praxis" ausgesucht. Der Artikel gibt mir gute Ansätze, wie ich meinen Bericht aufbauen kann und Informationen zum Thema. Gleichzeitig lassen sich die einzelnen Punkte mit meinen Erfahrungen in der Praxis gut vergleichen. Vielen Dank!

Formulareintraege vom Mittwoch, 10 Oktober, 2001 um 13:03:17


NachrichtenTyp: Sehr gut
Kommentare: Ich als Angestellte kann nur sagen: Er sproicht mir aus der Seele! Danke.

Formulareintraege vom Freitag, 12 Oktober, 2001 um 09:14:35


NachrichtenTyp: gut
Kommentare: Sehr gut verständlich geschrieben. Danke.

Formulareintraege vom Donnerstag, 21 Maerz, 2002 um 08:34:13


NachrichtenTyp: mittel
Kommentare: wenn die Löhne an den Grenzen des Machbaren ange-kommen sind, wie kann ich dann noch weitere wirtschaftliche An-
reize geben?

Formulareintraege vom Sonntag, 5 Mai, 2002 um 16:32:16


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