|
"Damit man von den Leuten verstanden
wird, muss man vor allem zu Ihren Augen sprechen."
(Napoleon Bonaparte)
Medien sind das Sprachrohr des Trainers und
eines Präsentators. Die am häufigsten benutzten Medien sind
der Overhead-Projektor, das Flipchart, der Beamer und die Metaplan-Wand.
Medien sind kein Selbstzweck, auch wenn das einige folienverliebte oder
beamerverrückte Referenten zu meinen scheinen.
Medien sollen vielmehr

informieren,
aktivieren und visualisieren.
Prägnanz,
Klarheit und Verständlichkeit schaffen.
Erfüllen Ihre Medien diese Kriterien? Warten
Sie nicht, bis das Ihre Teilnehmer bzw. Zuhörer für Sie entscheiden.
Inwieweit Ihr Medieneinsatz diese Ziele erreicht, hängt auch von
folgenden fünf Voraussetzungen ab:
1. Medienvielfalt,
keine Medienverwirrung

Wenn ein Trainer innerhalb einer einzigen Minute vom Projektor zum Flipchart
zur Metaplanwand und dann zum Wandposter und zurück zum Projektor
wechselt, dann treibt er die gerühmte Medienvielfalt eindeutig zu
weit. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Vielfalt und Ver-
wirrung, der einem manchmal in der Hitze des Gefechts abhanden zu kommen
droht: Bewahren Sie den Überblick.
2. Visualisieren, visualisieren,
visualisieren

Natürlich weiß jeder Trainer bzw Vortragende: Ein Bild sagt
mehr als Tausend Worte. Der Behaltensgrad von Informationen ist höher,
wenn man sie nicht nur hört, sondern auch sieht. Oft ist die Visualisierung
jedoch sehr beliebig. Denken Sie daran: Was visualisiert werden sollte,
sind die Kernaussagen Ihrer Inhalte - nicht weniger, aber bitte auch nicht
mehr. Gerade hier gilt: Weniger ist mehr. Symbole, Bilder und Zeichen
erhöhen durch ihre Infor-mationsreduktion die Markanz und Prägnanz
Ihrer Inhalte.
3. Optisch weder brüllen
noch flüstern

Die Dosis macht's. Zu viel verwirrt, zu wenig visuelle Unterstützung
langweilt und senkt den Behaltensgrad. Leider artet die Visualisierung
jedoch oft in eine Bilderflut aus. Wir kennen die sprichwörtlichen
Folienschlachten. Halten Sie Maß.
4. Medienvielfalt ist
relativ

sie steht nämlich immer in Relation zu Faktoren wie der Situation
oder Ihren Vorlieben. Wenn es, wie leider immer noch mancherorts, nur
eine alte Schiefertafel und einen Projektor gibt - dann besteht Ihre Medienvielfalt
eben aus dem möglichst abwechslungsreichen Einsatz dieser beiden.
Es ist nicht so sehr die Vielfalt, sondern der Wechsel, welcher die Abwechslung
bringt. Und wenn Ihre Schrift nahezu unleserlich ist, dann ist der Einsatz
von Karten und Flipchart nicht klug, auch wenn es die Medienvielfalt suggeriert.
5. Der Medieneinsatz
ist kontextabhängig

Leider hat sich das noch nicht überall herum gesprochen. Neulich
konnte man bei einer großartig beworbenen Veranstaltung einen Referenten
eines namhaften Unter-nehmens bewundern, der in einem Saal mit 50 Teilneh-mern
Metaplankarten verteilte. Die rücklaufende Kartenflut führte
sein Referat ins Chaos. Umgekehrt können und müssen Sie bei
einer Seminarbesetzung unter zehn Teil-
nehmern andere Medien einsetzen.
6. Nutzen Sie Poster
oder Flipchart als Ergänzung zum Beamer.

Alles, was andauern genutzt wird, wir irgendwann mal langweilig. Selbst,
wenn Sie eine tolle Beamerpräsentation hinzaubern, nutzen Sie gelegentlich
mal das Flipchart oder ein Poster.
Selbst bei erfahrenen Trainern kann man sich manchmal des Eindrucks nicht
erwehren, dass sie über die lobens-werte Trainerbegeisterung manchmal
vergessen, was sie im Seminar eigentlich erreichen wollen: Verändern.
Und das kann man nur, wenn man verstanden wird. Je leichter man verstanden
wird, desto eher ändert sich etwas. Leider sind viele eingesetzte
Medien noch nicht einmal auf den zweiten Blick verständlich.
Kann es sein, dass so viele Trainer noch nicht die vier Verständlichmacher
von Schulz von Thun, Langer und Tausch (1981) kennen? Gleichgültig,
welches Medium Sie einsetzen, es sollte wie folgt gestaltet sein:
a) einfach

Ist die
Visualisierung oder Folie spontan nachvollziehbar und
verständlich?

Erschlagen
die Informationen den Betrachter oder
machen sie wesentliche
Aussagen deutlich?

Werden
kurze Sätze verwendet?
b) strukturiert

Hat die
Visualisierung einen roten Faden?

Ist die
Visualisierung übersichtlich?

Hat sie
einen direkten Bezug zu den verbalen Aus-
führungen?

Unterstützen
Farben und Überschriften die Darstellung des
Wesentlichen?

Hat die
Visualisierung einen logischen Zusammenhang, eine
innere Ordnung?
c) prägnant

Ist die
Visualisierung überfüllt oder wird das Wesent-
liche klar?

Stechen
Kernaussagen visuell hervor?

Verwenden
Sie Beamtendeutsch, Schachtelsätze und
Abstrakta oder markante
Formulierungen, einprägsame Einzeiler,
sinnfällige Metaphern und attraktive Merk-
sätze?
d) stimulierend

Aktiviert
die Visualisierung die Teilnehmer?

Spricht
sie auch deren emotionale Seite an?

Ist die
Visualisierung im Sinne des Wortes farbig genug?

Ist sie
abwechslungsreich?

Regt die
Darstellung zur Auseinandersetzung und zum
Behalten an?
Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
Diese Seiten könnten Sie auch interessieren:
Monatstipp: Sünden im EDV-Training
Monatstipp:
Tipps für Beamer-Präsentationen
Monatstipp:
Der Start einer Präsentation
Monatstipp:
Das 1x1 der Rhetorik
Monatstipp:
Flipcharts effektiv einsetzen
Monatstipp:
Umgang mit Lampenfieber
Monatszitate: Trainer (7)
Inhouse-Seminar: Train
the IT-Trainer
Offenes
Seminar: Train
the Trainer-Grundkurs
Offenes
Seminar: Train
the Trainer- Aufbaukurs
{Kommentare} |