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"Bemühe dich, deiner Krise zu begegnen,
bevor sie dich überfällt."
Pavel Kosorin
Krisen sind Lebenssituationen, die nicht so häufig
vorkommen. Man kann ihnen daher nicht mit Standardlösungen begegnen.
Krisen entstehen durch unterschiedliche Situationen wie z. B. den Verlust
des Arbeitsplatzes, eine Scheidung oder auch finanzielle Probleme. Einige
Trainerkollegen führen bei Krisen den Standardspruch an "Man
soll die Krise als Chance sehen, da im Chinesischen Krise sowohl Untergang
als auch Chance bedeutet." Wenn man sich gerade in einer Krise befindet
hilft dieser Standardspruch oft weniger, da er keine unmittelbare Lösung
anbietet.
Persönliche Krisen gehen mit starken Emotionen einher und können
große persönliche Veränderungen auslösen. Die Art
und Weise, wie man die Krise bewältigt, hat Einfluss auf den Ausgang
der Krise.
Was hilft bei einer erfolgreichen Krisenbewältigung?
1. Bauen Sie ein Unterstützungssystem auf

Holen Sie sich aktiv Unterstützung von Freunden, Verwandten, Bekannten
oder Arbeitskollegen. Am ungünstigsten ist es, sich zu Hause einzuigeln
und selbst zu bemitleiden. Treffen Sie sich regelmäßig mit
Ihnen positiv gesonnenen Menschen und tauschen Sie sich über Ihre
Situation und mögliche Bewältigungen aus. Das Reden über
die aktuellen Probleme schafft eine Erleichterung. Meiden Sie Menschen,
die das Leben negativ sehen.
2. Geben Sie Ihren Emotionen einen Raum

Sie werden sich jetzt fragen, warum Sie Ihren
Emotionen Raum geben sollen, wenn Sie gerade diese nicht fühlen möchten.
Sich Zeit zu nehmen, um im stillen Kämmerlein Gefühle wie Ärger,
Trauer, Angst oder Wut bewusst wahrzunehmen, kann helfen, die emotionale
Situation in der Krise besser zu bewältigen. Der Ausdruck von Emotionen
fördert die Selbstheilungskräfte Ihrer Person. Ausdrücken
heißt nicht, es gegen andere Personen zu richten, sondern sich einfach
eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, um wahrzunehmen wie es Ihnen geht. Manchmal
können Tränen heilend sein. Versuchen Sie, die Situation zunächst
mehr und mehr zu akzeptieren, wenn Sie sie verändern können.
3. Sorgen Sie gut für sich

Gerade in Krisensituationen sollten Sie gut für
sich sorgen. Hier können Dinge helfen wie Sport, Entspannung, Massagen,
Saunagänge, Spaziergänge usw..
Überlegen Sie sich, was Ihnen auch sonst gut tut und sorgen Sie aktiv
für Ihr Wohlergehen. Auch ein Urlaub kann helfen, die Krise mit neuen
Augen zu sehen.
Überlegen Sie sich jeden Tag, was Sie für sich tun können.
4. Akzeptieren Sie vorübergehende, negative
Begleiterscheinungen

Krisen bedeuten einen enormen Stress. In diesem
Fall können sich Begleiterscheinungen wie Essstörungen, Konzentrationsstörungen,
Vergesslichkeit, Schlafstörungen usw. einstellen. Wenn sich dies
nach einer gewissen Zeit nicht wieder normalisiert, sollten Sie ärztliche
Hilfe in Anspruch nehmen. Manchmal schleichen sich auch schlechte Gewohnheiten
ein wie starkes Rauchen, Unpünktlichkeit, ungepflegtes Äußeres
etc.. Natürlich sollten Sie längerfristig diese negativen Angewohnheiten
in den Griff bekommen, jedoch gehören diese Dinge zur Krise dazu.
Akzeptieren Sie diese vorübergehend, solange sie nicht wirklich schädlich
sind wie z.B. Drogenkonsum. Wenn die Krise abklingt, sollten Sie diese
Begleiterscheinungen angehen.
5. Nutzen Sie professionelle Hilfe

Es gibt Personen, die Ihnen professionelle Hilfe
anbieten können und entsprechend ausgebildet sind. Hierzu gehören
Coaches, Berater, Beratungsstellen usw.. Auch Selbsthilfegruppen können
für die Krisebewältigung helfen. Nehmen Sie diese Hilfe an.
Auch Seminare zu bestimmten Themen können helfen. Das Lesen von Büchern
zu dem Krisenthema kann auch in der Auseinandersetzung mit der Krise hilfreich
sein.
6. Versuchen Sie, längerfristig Chancen
zu sehen

Jetzt kommen wir an einen heiklen Punkt. Natürlich
kann man mitten in der Krise nicht immer an einen positiven Ausgang glauben.
Das ist verständlich und auch menschlich. Wenn Sie jedoch auch nur
die geringste Chance in der Krise sehen, kann Ihnen das Kraft und Mut
geben. Eine Krise in der Partnerschaft bietet Ihnen die Chance, Ihre Partnerschaft
zu verbessern und neu zu beleben. Eine Scheidung ermöglicht es Ihnen,
einen neuen, besser harmonierenden Partner zu finden. Der Verlust des
Arbeitsplatzes beinhaltet auch die Chance, einen neuen, vielleicht sogar
besseren, Arbeitsplatz zu finden. Ein schlechtes Geschäftjahr im
Unternehmen schafft die Möglichkeit, das Unternehmen besser aufzustellen.
Zugegeben, vielleicht kann man nicht in jeder Krisensituation auch eine
Chance sehen. Dann reicht es auch aus, diese Situation einfach zu akzeptieren.
Wenn Sie jedoch auch das Positive in der Krise sehen, können Sie
daraus Kraft und Zuversicht gewinnen. Religiösen Menschen hilft das
Beten zu Gott in Krisensituationen. Das Glauben an eine Kraft, die stärker
ist, als man selbst, kann Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft geben.
Versuchen Sie, eine positive Einstellung zu Ihrer Zukunft zu bekommen.
Nach jedem Regen kommt auch wieder die Sonne.
7. Erinnern Sie sich, wie Sie in der Vergangenheit Krisen bewältigt
haben

Die meisten Menschen haben bereits in der Vergangenheit
Krisen bewältigt. Überlegen Sie sich, was damals geholfen hat.
Dies kann Ihnen helfen, die aktuelle Situation zu bewältigen. Was
hat Ihnen in vergangenen Krisen Kraft und Energie gegeben?
Autor: Ingo Krawiec, Krawiec
Consulting
Anmerkung
des Autors:
Aufgrund der vielen Feedbacks zu dem Thema Krisen
folgende Anmerkungen:
Diese Tipps richten sich an den normalen Berufstätigen, der eigenens
Verhalten verändern kann. Bei einer schwerwiegenden Krise ist Unterstützung
von außen erforderlich. Hier kann ein Coach oder ein anerkannter
Psychotherapeut helfen. Ob und welche professionelle Hilfe besprechen
Sie mit Ihrem Arzt oder dem Psychologische Psychotherapeut gemeinsam.
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