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"Kein Wort ist so klar wie die Körpersprache, wenn man gelernt, hat diese zu lesen."
(Alexander Lowen)


"Man kann nicht nicht kommunizieren."
Auch, wenn wir uns entscheiden nichts zu sagen, ist es uns nicht möglich uns nicht zu verhalten. Unsere Körpersprache liefert einen permanenten Fluss an Informationen. Unbewusste körper-sprachliche Signale sagen oft die Wahrheit. Das Verstehen der Körpersprache ist eine der wichtigsten Fähigkeiten eines guten Kommunikators. Durch Körpersprache kann man häufig direkt erkennen, wie eine Nachricht ankommt. Experten meinen, dass 65% der Kommunikation durch die nonverbale und nur 35% durch verbale Kommunikation geprägt wird. Nonverbale Hinweise bleiben meist stärker im Gedächtnis haften.

Körpersprache ist jedoch nur im Kontext zu verstehen. Tränen im Gesicht können Trauer, Freude oder Ärger ausdrücken. Verschränkte Arme können Ablehnung, Rückzug, ein "sich sammeln" oder einfach frieren bedeuten. Man muss also verschiedene Hinweise sammeln, um die Körpersprache zu verstehen. Menschen verhalten sich verschieden. Weiterhin gibt es auch kulturelle Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt. Leider kann man kein "Lexikon der Körpersprache" erstellen, aber es gibt ein paar Hinweise zum Verstehen der Körpersprache.


1. Achten Sie auf auditive Hinweise!
Auditive Hinweise vom anderen erhalten Sie durch:

den Klang der Stimme und

Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke und Pausen.


2. Beobachten Sie folgende Aspekte:

Wirkt die Stimme gelangweilt oder interessiert?

Ist die Stimme laut oder leise?

Spricht der andere hoch/schrill oder tief?

Spricht der andere schnell oder langsam?

Welche Stimmung drückt die Stimme aus?


3. Achten Sie auf visuelle Hinweise!
Quelle visueller Hinweise sind:

Mimik

Gestik

Körperhaltung

Atmung

Kleidung


4. Beobachten Sie folgende Aspekte:

Ist der Gesprächspartner zu- oder abgewandt?

Hat der Gesprächspartner eine offene oder geschlos-
sene Körperhaltung?

Welche Emotionen drückt das Gesicht aus?

Was macht der Gesprächspartner mit den Händen?

Wie ist die Beinhaltung des Gegenübers (offen, unruhig
oder verschränkt)?

Wie viel Raum nimmt der Gesprächspartner ein?

Sind die Bewegungen ruhig oder hektisch?

Was drückt die Kleidung aus?


5. Achten Sie auf Diskrepanzen zwischen verbaler und nonverbaler Sprache!

Manchmal treten sogenannte "Inkongruenzen" in der Kommunikation auf. Jemand sagt z.B. "Ja" und schüttelt gleichzeitig den Kopf zu einem "Nein". Jemand sagt mit aggressiver Stimme "Ich bin nicht ärgerlich". In diesem Fall ist meistens der nonverbale Hinweis wichtiger und oft muss im Gespräch die Bedeutung der Kommunikation geklärt werden.


6. Achten Sie auf Ihre eigenen Gefühle!

Oft passiert es, dass wir unsere eigenen Gefühle auf den anderen übertragen. Gerade bei der Interpretation der Körpersprache ist es wichtig, darauf zu achten wie es uns geht, sonst kann es uns passieren, dass wenn wir ärgerlich sind, wir diese Gefühle auf den anderen übertragen bzw. "projizieren" und denken, dass der "andere" ärgerlich ist. Eine gute Selbstwahrnehmung ist der Schlüssel, um an-dere besser wahrzunehmen.


7. Bewerten Sie Körpersprache immer in einem Kontext.

Ein einzelner körpersprachlicher Ausdruck steht nie
alleine. Es ist wie ein Wort in einem Satz. Man muss den
gesamten Satz lesen, um das Wort zu verstehen. Beach-
ten Sie das Zusammenwirken von Sprache, Körperausdruck, Gesten, Situation und Kultur.



8. Achten Sie auf Täuschungsmanöver

Ein Mensch, der außen zeigt, was er innen denkt oder fühlt, ist authentisch. Dieser wird als echt und vertrauens-
voll erlebt. Manche Menschen versuchen uns zu täuschen,
indem sie ein "Pokerface" anlegen oder Gefühle vorspie-
len, die sie gar nicht haben.



9. Spiegeln Sie bei Unklarheiten Eindrücke zurück

Wenn Sie in einem Gespräch merken, dass der andere
etwas ausdrückt, was Sie nicht verstehen oder im Wider-
spruch steht, zu dem was der andere gerade sagt, können
Sie dies auch ansprechen oder ihm zurückmelden. Dieses kann zu mehr Klarheit in der Kommunikation führen. Wenn Sie als Trainer merken, dass die Gruppe müde oder un-
aufmerksam ist, können Sie dies ansprechen. Hiermit
klären Sie, ob es nur Ihr Eindruck ist oder dies tatsächlich
der Stimmung der Gruppe entspricht.


Autor: Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting




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