Acht Tipps fürs IT-Training (Nr.12)

Was sind die wichtigsten Tipps fürs IT-Training?


Acht Tipps fürs IT-Training

Es werden immer mehr IT-Trainings trotz CBT`s durchgeführt, da auch klassische Fachtrainings mehr und mehr zu IT-Trainings mutieren. Fachschulungen, in denen nicht auch irgendeine Software vorgestellt wird, werden immer seltener. Gerade bei einer komplexen Software sind besondere didaktische Fähigkeiten erforderlich, um die Inhalte effizient und nachhaltig zu vermitteln. Aber der beste Fachexperte muss nicht immer der beste Trainer sein. Manchmal ist es sogar so, dass zu viel Tiefgang und Fachkenntnis des IT-Trainers die Teilnehmer überfordert.

 

Wer fachlich ein Profi ist, kann sich immer schwer in einen Anfänger hineindenken. Vermutlich wird in Deutschland viel Geld durch ineffiziente IT-Schulungen verschwendet, da nicht alle IT-Trainer eine qualifizierte Trainerausbildung haben.

 

Jeder Trainer ist ein Multiplikator und Motivator für die Inhalte und muss daher sowohl didaktisch-methodisch als auch sozial kompetent sein und von den Teilnehmern akzeptiert werden. Diese Trainerkompetenzen können durch Erfahrung, Trainerqualifizierung und auch ein paar grundlegende Tipps entwickelt werden.

Nichts ist schwerer, als bedeutsame Gedanken so auszudrücken, dass sie jeder verstehen muss.Schopenhauer

 

Was sind die wichtigsten Tipps fürs IT-Training?

1. Dolmetscher-Qualitäten entwickeln

Professionelle IT-Trainer besitzen die Fähigkeit, komplexe IT-Sachverhalte in einer einfachen Sprache darzustellen. Trainer, die aus der Praxis kommen bzw. die selbst Anwender waren, haben es hier einfacher. Jeder Trainer ist Übersetzer: Er muss die IT-Sprache ein Stück weit in die Alltagssprache übersetzen. Hier helfen Vergleiche und Bilder. Der Vergleich einer Computerdatei mit einem Aktenordner ist den meisten bekannt. Trainer, die solche Beispiele nutzen, werden besser verstanden. Wird ein neuer IT-Begriff eingeführt, muss dieser sofort erklärt werden und zwar so, dass er auch bei den Teilnehmern haften bleibt. Je bildhafter die Sprache, desto so besser.

 

2. Orientierung am Arbeitsablauf

Es gibt den wichtigen Unterschied zwischen der sogenannten Programm-Logik und der Anwender-Logik. Die Programm-Logik beinhaltet, dass ein Programm anhand der Menüleisten und der wichtigsten Befehle erläutert wird. Aus Anwendersicht sind jedoch nur die Aspekte eines Programms wichtig, die für die Bewältigung einer bestimmen Aufgabe oder eines Arbeitsablaufes benötigt werden. Wer kennt schon alle Funktionen des eigenen Handys. Die meisten kennen nur die Funktionen, die sie auch täglich wirklich nutzen. Dies ist die Anwender-Logik.

 

Jede IT-Schulung sollte sich am Arbeitsablauf der Teilnehmer orientieren. Hilfreich ist hier mit einem Praxisbeispiel möglichst früh in der Schulung zu beginnen. Ein Praxisbeispiel beinhaltet, dass die Teilnehmer möglichst früh einen typischen Arbeitsablauf bewältigen und hier ein kleines Erfolgserlebnis haben. Wenn man beispielsweise die Erstellung einer Homepage schult, sollten die Teilnehmer möglichst früh selbst eine kleine einfache Homepage erstellen. Die meiste neuere Software-Literatur arbeitet sehr früh mit einem Praxisbeispiel.

 

Das Sandwich-Prinzip

Häufig werden in IT-Trainings viel zu lange Vorträge bzw. Präsentationen der Software durchgeführt. Viele Teilnehmer schalten nach einer gewissen Zeit dann ab, weil die Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Die Folge ist dann meistens, dass nur ein Bruchteil der vorgestellten IT-Inhalte wirklich aufgenommen und verstanden wird. Das Sandwich-Prinzip beinhaltet einen steten Wechsel zwischen Informationsaufnahme (Trainerinput) und Informationsverarbeitung (Übung, Einzelarbeit, Gruppenarbeit usw.). Der Name weißt darauf hin, dass ein Training, ähnlich wie ein Sandwich, aus mehreren "Schichten" bestehen sollte. Trainerinput sollte sich immer abwechseln mit selbständigen Übungsanteilen, alleine, zu zweit oder in Kleingruppen.

 

IT-Trainer sollten bei einem Training ein großes Repertoire an Übungen haben. Dies können auch kleine und kurze Übungsaufgaben sein. Wichtig ist, dass die Teilnehmer selbst etwas ausprobieren und hierdurch Zeit haben, die Informationen wirklich zu bearbeiten und einzuüben.

 

3. Die Teilnehmer dort abholen, wo sie stehen

Jeder Teilnehmer ist anders. Jede Gruppe ist anders. Die hohe Kunst des Trainers besteht darin, sich optimal auf unterschiedliche Gruppen einzustellen. Dies beinhaltet sich sowohl auf das Vorwissen, als auch auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Teilnehmer einzustellen. Eine Konsequenz hieraus ist, sich zunächst zu informieren, welche Vorkenntnisse und Erwartungen die Gruppe hat und dann den Trainingsplan gegebenenfalls anzupassen. Je besser ein Trainer an die Gruppe "ankoppeln" kann, um so höher ist die Akzeptanz und das Vertrauen dem Trainer gegenüber.

 

4. Informationen häppchenweise vermitteln

Gerade bei komplexen Informationen gelten die alten Lernprinzipien: vom "Einfachen zum Schweren" und vom"Bekannten zum Unbekannten". Beide Prinzipien haben gemeinsam, dass man schrittweise und aufbauend den Stoff vermittelt. Erst, wenn ein einfacher Inhalt von den Teilnehmern verstanden und eingeübt wird, geht man zum nächsten Schritt. Dies bedeutet, dass man den Teilnehmern nicht zu große Wissensbrocken zumutet, sondern wirklich häppchenweise die Inhalte vermittelt, so dass diese dann auch aufgenommen werden können. Zu viel auf einmal bleibt schwer und unverdaut im Magen liegen.

 

5. Lead-in, Lead-over, Lead-out

Wissensinhalte sollten eingeleitet (Lead-in), verknüpft (Lead-over) und gut beendet werden (Lead-out). Ein guter Lead-in in ein neues Wissensgebiet ist die halbe Miete für das Verstehen der Teilnehmer. In einer Einleitung sollte der Nutzen und der Hintergrund des neuen Inhalts deutlich werden. Diese Einleitung führt dann auch entsprechend zu einer hohen oder niedrigen Teilnehmermotivation. Ein Lead-over führt von einem Seminarinhalt zum nächsten. Mit dieser Überleitung soll ein Bezug zum Vorhergehenden hergestellt und damit ein roter Faden deutlich werden.

 

Ein Lead-out sollte die wichtigsten Erkenntnisse des Themengebiets zusammenfassen und wiederholen, damit diese besser in Erinnerung bleiben. Obwohl dieser Dreiklang fast banal klingen mag, springen viele Trainer direkt ins Thema, ohne große Anwärmphase, Wechseln das Thema ohne einen Bezug deutlich zu machen und fassen die wichtigsten Dinge eines Trainingsbausteins auch nicht verständlich zusammen.

 

6. Nicht nur das Programm zeigen, sondern zusätzliche Visualisierungen nutzen

Häufig wird in einen IT-Training den Teilnehmern das Programm mit dem Beamer vorgestellt, indem die verschiedenen Befehle vorgeführt oder Menüs erläutert werden. Dies ist natürlich schon eine Visualisierung der Inhalte. Zusätzlich könnten jedoch noch weitere Visualisierungsmittel zum Beispiel Flipchart oder Whiteboard genutzt werden, um wichtige Definitionen und Begriffe oder bestimmte Abläufe nochmals aufzuzeigen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deswegen muss möglichst viel Wichtiges visualisiert werden. Auch können Befehlsübersichten oder Abläufe in Papierform das Verständnis verbessern.

 

7. Die Teilnehmer anschauen und nicht den Bildschirm

Ein großes Problem im IT-Training ist, dass der Trainer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss: Er muss etwas erläutern, er muss durch das Programm führen und er muss die Teilnehmer im Blick behalten. Eine ganze Reihe von Trainern spricht nur noch mit ihrem Bildschirm und hat die Teilnehmer total aus den Augen verloren. Hier hilft nur, dass man sich immer wieder vergegenwärtigt, wie wichtig es ist, mit den Teilnehmern Kontakt, oder noch besser Blickkontakt zu halten.

 

Unterstützend ist natürlich auch eine gute Kenntnis des Programms. Manche IT-Trainer arbeiten aus diesem Grund zu zweit, damit einer die Maus und das Programm bedienen kann und der andere die Teilnehmer im Blick behält und sich auf seine Ausführungen konzentrieren kann. Andere Trainer nutzen einen Teilnehmer aus der Gruppe als Co-Trainer, der dann, den Ausführungen des Trainers folgend, bestimmte Tasten drückt. Dieser "Bediener" aus der Gruppe kann auch wechseln. Wer mit PowerPoint arbeitet, tut sich leichter, wenn er mit einer Funkmaus arbeitet, weil er dann nicht am Platz des PC´s festgenagelt bleibt.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 21.02.2014

 

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