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"Nichts ist schwerer, als bedeutsame
Gedanken so auszu-
drücken, dass sie jeder verstehen muss."
(Schopenhauer)
Es werden immer mehr IT-Trainings trotz
CBT`s durchgeführt, da auch klassische Fachtrainings mehr und mehr
zu IT-Trainings mutieren. Fachschulungen, in denen nicht auch irgendeine
Software vorgestellt wird, werden immer seltener. Gerade bei einer komplexen
Software sind besondere didaktische Fähigkeiten erforderlich, um
die Inhalte effizient und nachhaltig zu vermitteln. Aber der beste Fachexperte
muss nicht immer der beste Trainer sein. Manchmal ist es sogar so, dass
zu viel Tiefgang und Fachkenntnis des IT-Trainers die Teilnehmer überfordert.
Wer fachlich ein Profi ist, kann sich immer schwer in einen Anfänger
hineindenken. Vermutlich wird in Deutschland viel Geld durch ineffiziente
IT-Schulungen verschwendet, da nicht alle IT-Trainer eine qualifizierte
Trainerausbildung haben.
Jeder Trainer ist ein Multiplikator und Motivator für die Inhalte
und muss daher sowohl didaktisch-methodisch als auch sozial kompetent
sein und von den Teilnehmern akzeptiert werden. Diese Trainerkompetenzen
können durch Erfahrung, Trainerqualifizierung und auch ein paar grundlegende
Tipps entwickelt werden.
Was sind die wichtigsten Tipps fürs
IT-Training?
1. Dolmetscher-Qualitäten entwickeln

Professionelle IT-Trainer besitzen die Fähigkeit, komplexe IT-Sachverhalte
in einer einfachen Sprache darzustellen. Trainer, die aus der Praxis kommen
bzw. die selbst Anwender waren, haben es hier einfacher. Jeder Trainer
ist Übersetzer: Er muss die IT-Sprache ein Stück weit in die
Alltagssprache übersetzen. Hier helfen Vergleiche und Bilder. Der
Vergleich einer Computerdatei mit einem Aktenordner ist den meisten bekannt.
Trainer, die solche Beispiele nutzen, werden besser verstanden. Wird ein
neuer IT-Begriff eingeführt, muss dieser sofort erklärt werden
und zwar so, dass er auch bei den Teilnehmern haften bleibt. Je bildhafter
die Sprache, desto so besser.
2. Orientierung am Arbeitsablauf

Es gibt den wichtigen Unterschied zwischen der
sogenann-
ten Programm-Logik und der Anwender-Logik. Die Pro-
gramm-Logik beinhaltet, dass ein Programm anhand der Menüleisten
und der wichtigsten Befehle erläutert wird. Aus Anwendersicht sind
jedoch nur die Aspekte eines Programms wichtig, die für die Bewältigung
einer bestim-men Aufgabe oder eines Arbeitsablaufes benötigt werden.
Wer kennt schon alle Funktionen des eigenen Handys. Die meisten kennen
nur die Funktionen, die sie auch täglich wirklich nutzen. Dies ist
die Anwender-Logik.
Jede IT-Schulung sollte sich am Arbeitsablauf der Teilneh-
mer orientieren. Hilfreich ist hier mit einem Praxisbeispiel möglichst
früh in der Schulung zu beginnen. Ein Praxisbei-
spiel beinhaltet, dass die Teilnehmer möglichst früh einen typischen
Arbeitsablauf bewältigen und hier ein kleines Erfolgserlebnis haben.
Wenn man beispielsweise die Er-stellung einer Homepage schult, sollten
die Teilnehmer möglichst früh selbst eine kleine einfache Homepage
er-
stellen. Die meiste neuere Software-Literatur arbeitet sehr früh
mit einem Praxisbeispiel.
Das Sandwich-PrinzipHäufig werden in IT-Trainings
viel zu lange Vorträge bzw. Präsentation der Software durchge-führt.
Viele Teilnehmer schalten nach einer gewissen Zeit dann ab, weil die Aufnahmefähigkeit
begrenzt ist. Die Folge ist dann meistens, dass nur ein Bruchteil der
vor-gestellten IT-Inhalte wirklich aufgenommen und verstan-
den wird. Das Sandwich-Prinzip beinhaltet einen steten Wechsel zwischen
Informationsaufnahme (Trainerinput) und Informationsverarbeitung (Übung,
Einzelarbeit, Gruppenarbeit usw.). Der Name weißt darauf hin, dass
ein Training, ähnlich wie ein Sandwich, aus mehreren "Schichten"
bestehen sollte. Trainerinput sollte sich immer abwechseln mit selbständigen
Übungsanteilen, alleine, zu zweit oder in Kleingruppen. IT-Trainer
sollten bei einem Training ein großes Repertoire an Übungen
haben. Dies können auch kleine und kurze Übungsaufgaben sein.
Wichtig ist, dass die Teilnehmer selbst etwas ausprobieren und hierdurch
Zeit haben, die Informationen wirklich zu bearbeiten und einzuüben.
3. Die Teilnehmer dort abholen, wo sie
stehen

Jeder Teilnehmer ist anders. Jede Gruppe ist
anders. Die hohe Kunst des Trainers besteht darin, sich optimal auf unterschiedliche
Gruppen einzustellen. Dies beinhaltet sich sowohl auf das Vorwissen als
auch auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Teilnehmer einzustellen.
Eine Konse-
quenz hieraus ist, sich zunächst zu informieren, welche Vorkenntnisse
und Erwartungen die Gruppe hat und dann den Trainingsplan gegebenenfalls
zu anzupassen. Je besser ein Trainer an die Gruppe "ankoppeln"
kann, um so höher ist die Akzeptanz und das Vertrauen dem Trainer
gegenüber.
4. Informationen häppchenweise vermitteln

Gerade bei komplexen Informationen gelten die
alten Lernprinzipien: vom "Einfachen zum Schweren" und vom "Bekannten
zum Unbekannten". Beide Prinzipien haben gemeinsam, dass man schrittweise
und aufbauend den Stoff vermittelt. Erst, wenn ein einfacher Inhalt von
den Teilnehmern verstanden und eingeübt wird, geht man zum nächsten
Schritt. Dies bedeutet, dass man den Teilneh-
mern nicht zu große Wissensbrocken zumutet, sondern wirklich häppchenweise
die Inhalte vermittelt, so dass diese dann auch aufgenommen werden können.
Zu viel auf einmal bleibt schwer und unverdaut im Magen liegen.
5. Lead-in, Lead-over, Lead-out

Wissensinhalte sollten eingeleitet (Lead-in),
verknüpft (Lead-over) und gut beendet werden (Lead-out). Ein guter
Lead-in in ein neues Wissensgebiet ist die halbe Miete für das Verstehen
der Teilnehmer. In einer Einleitung sollte der Nutzen und der Hintergrund
des neuen Inhalts deutlich werden. Diese Einleitung führt dann auch
entsprechend zu einer hohen oder niedrigen Teilnehmermotivation. Ein Lead-over
beinhaltet, von einem Seminarinhalt zum nächsten zu führen.
Mit dieser Überleitung soll ein Bezug zum Vorhergehenden hergestellt
und damit ein roter Faden deutlich wird. Ein Lead-out sollte die wichtigsten
Erkenntnisse des Themengebiets zusammenfassen und wiederholen, damit diese
besser in Erinnerung bleiben. Obwohl dieser Dreiklang fast banal klingen
mag, springen viele Trainer direkt ins Thema, ohne große Anwärmphase,
Wechseln das Thema ohne einen Bezug deutlich zu machen und fassen die
wichtigsten Dinge eines Trainings-bausteins auch nicht verständlich
zusammen.
6. Nicht nur das Programm zeigen, sondern
zusätz-liche Visualisierungen nutzen

Häufig wird in einen IT-Training den Teilnehmern
das Pro-gramm mit dem Beamer vorgestellt, indem die verschie-denen Befehle
vorgeführt oder Menüs erläutert werden. Dies ist natürlich
schon eine Visualisierung der Inhalte. Zusätzlich könnten jedoch
noch weitere Visualisierungs-mittel zum Beispiel Flipchart oder Whiteboard
genutzt werden, um wichtige Definitionen und Begriffe oder bestimmte Abläufe
nochmals aufzuzeigen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deswegen muss
möglichst viel Wichtiges visualisiert werden. Auch können Befehlsüber-
sichten oder Abläufe in Papierform das Verständnis verbessern.
7. Die Teilnehmer anschauen und nicht den
Bild-schirm

Ein großes Problem im IT-Training ist,
dass der Trainer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss: Er
muss etwas erläutern, er muss durch das Programm führen und
er muss die Teilnehmer im Blick behalten. Eine ganze Reihe von Trainern
sprechen nur noch mit ihrem Bild-schirm und haben die Teilnehmer total
aus den Augen verloren.
Hier hilft nur, dass man sich immer wieder vergegenwär-
tigt, wie wichtig es ist, mit den Teilnehmern Kontakt und noch besser
Blickkontakt zu halten. Unterstützend ist natürlich auch eine
gute Kenntnis des Programms. Manche IT-Trainer arbeiten aus diesem Grund
zu zweit, damit einer die Maus und das Programm bedienen kann und der
andere die Teilnehmer im Blick behält und sich auf seine Ausführungen
konzentrieren kann. Andere Trainer nutzen einen Teilnehmer aus der Gruppe
als Co-Trainer, der dann, den Ausführungen des Trainers folgend,
bestimmte Tasten drückt. Dieser "Bediener" aus der Gruppe
kann auch wechseln.
Wer mit PowerPoint arbeitet, tut sich leichter, wenn er mit einer Funkmaus
arbeitet, weil er dann nicht am Platz des PC´s festgenagelt bleibt.
Autor: Ingo
Krawiec, Krawiec Consulting
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