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Führung ist die Kunst, eine Gruppe von
Menschen zu einem Ziel zu bewegen."
(Ingo Krawiec)
Mitarbeiter richtig zu führen, ist ein
Thema solange es Unternehmen gibt. Obwohl es in Zeiten von Umstrukturierungen,
Sanierungen und Fusionen ein wenig aus dem Blick vieler Manager gewichen
ist, bleibt die richtige Führung ein wichtiger Einflussfaktor
für die Unternehmenseffizienz.
Hierzu ein kleines Rechenbeispiel, welches ich in
Führungs- seminaren verwende. Ein durchschnittliche Führungskraft
hat ca. 15 Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter arbeitet ca. 1800 Stunden im Jahr.
Würde die Führungkraft durch bessere Führung die Effizienz
der Mitarbeiter um nur 5 % verbes- sern, würde dies eine Ersparnis
von 90 Stunden pro Mitar-
beiter bringen. Dies sind bei 15 Mitarbeitern schon 1350 Stunden im Jahr.
Dies wäre eine Ersparnis bei einem durchschnittlichen Stundensatz
von 26 Euro in Deutschland eine Ersparnis von 35100 Euro im Jahr. An dieser
Stelle kann sich jede Führungskraft fragen, wieviel Zeit sie selbst
in Führung ihrer Mitarbeiter investiert. Diese Zahlen sollen nur
ein Beispiel sein, um die ökonomischen Zusammen- hänge und gleichzeitig
die Wichtigkeit der Führung hervorzuheben.
Führung ist eine Kunst, welche erlernbar ist.
Sie ist abhän-
gig von dem Einsatz der richtigen Werkzeuge, den Führungsinstrumenten
und der Führungspersönlichkeit. Führungsinstrumente wie
z.B. Ziele vereinbaren und Feed-back geben sind gut trainierbar. Voraussetzung
hierfür ist, dass die Führungskraft auch die entsprechende Zeit
für Führung hat und nicht nur der beste Sachbear- beiter ist.
Die Art und Weise wie eine Führungskraft kommuniziert und die Führungsinstrumente
einsetzt, ist stark von der Persönlichkeit der Führungskraft
abhängig. Haltungen, Werte, Einstellungen und Gefühle beeinflussen
stark das Führungsverhalten. Die Persönlichkeit der Führungskraft
macht deren Unverwechselbarkeit aus. Somit hat die Entwicklung eigener
Führungsqualitäten auch immer mit Persönlichkeitsentwicklung
zu tun.
Was sind nun die 8 wichtigsten Führungsins-
trumente?
1. Ziele vereinbaren

Mit den Mitarbeitern Ziele zu vereinbaren ist eines der wichtigsten Führungsinstrumente.
Ohne klare Ziele haben Mitarbeiter keine Orientierung und gehen vielleicht
in eine andere Richtung als es die Führungskraft will. Herausfor-
dernde Ziele können auch die Motivation des Mitarbeiters steigern.
Weiterhin können Ziele ein Maßstab für
die Beurteilung des Mitarbeiters sein. Man kann Mitarbeiter nur fördern
und Leistung einfordern, wenn die Mitarbeiter klare Ziele ha- ben. Ziele
vereinbaren heißt, einen Dialog mit dem Mitar- beiter über
die Ziele zu führen. Sicherlich wird dies nicht immer möglich
sein. Jedoch schaffen nur Ziele, mit denen sich der Mitarbeiter identifiziert
eine hohe Motivation. Ziele zu setzen ist kein einmaliger Prozess, sondern
man sollte immer wieder mit dem Mitarbeiter den Status der Zielerreichung
besprechen und gegebenenfalls Unterstützung anbieten. Ziele sollten
spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein (SMART-Regel).
> Vereinbaren Sie mit allen Ihren Mitarbeitern regelmäßig
Ziele und überprüfen Sie die Zielerreichung?
2. Delegieren

Delegation ist das Übertragen von Aufgaben auf den Mitar-beiter.
Delegation entlastet die Führungskraft und trägt bei der Übertragung
von höherwertigen Aufgaben zur Mitar-beitermotivation bei. Der Grad
der Unterstützung von Sei-ten der Führungskraft ist von der
Qualifikation des Mitar-beiters abhängig. Neue Mitarbeiter brauchen
viel Unter-stützung, Training und Anleitung. Erfahrene Mitarbeiter
können fast alleine die Aufgabe ausführen. Es sollten bei einer
Delegation die Aufgabe, die entsprechenden Kompe-tenzen (z.B. Budget)
und die Verantwortung gemeinsam delegiert werden (AKV-Prinzip).
> Delegieren Sie auch höherwertige Aufgaben an Ihre Mitarbeiter?
3. Kontrollieren

Kontrolle ist und bleibt ein wichtiges Führungsinstrument. Die Erfüllung
einer Aufgabe oder der Stand der Zieler-reichung muss kontrolliert werden,
da sonst Ergebnisse zufällig sind. Jedoch hat die Art und Weise der
Kontrolle einen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation. Kontrolle sollte
nicht mit Bespitzeln verwechselt werden. Ein zu viel an Kontrolle kann
Mitarbeiter unselbstständig machen. Ein zu wenig an Kontrolle kann
zu schlechten Ergebnissen führen.
> Führen Sie angemessene Kontrollen in Ihrem Bereich durch?
4. Mitarbeiter fördern
und entwickeln

Jede Führungskraft hat auch die Rolle eines Trainers oder Coaches.
Damit das gesamte Unternehmen erfolgreich ist, besteht die Notwendigkeit
der Weiterentwicklung jedes Mitarbeiters. Weiterentwicklung heißt,
die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Mitarbeiters permanent zu steigern.
Hier-für sind Entwicklungspläne und Trainings notwendig. Still-stand
in der Mitarbeiterentwicklung bedeutet einen länger-fristigen Verlust
der Wettbewerbsfähigkeit.
> Sprechen Sie regelmäßig über die Entwicklung Ihrer
Mitarbeiter und leiten Sie Fördermaßnahmen ein?
5. Positives und negatives
Feedback geben

Feedback geben heißt, dem Mitarbeiter eine Rückmeldung über
seine Leistung zu geben. In der Praxis wird dies über Anerkennung
und konstruktive Kritik getan. In deutschen Unternehmen wird mit Anerkennung
häufig mit schwä- bischer Sparsamkeit umgegangen. Nichts zu
hören ist dann die höchste Form der Anerkennung. Kritik sollte
spe-zifisch und auf das Verhalten bezogen sein. Gab es in früh-eren
Zeiten zu viel Kritik von Seiten der Vorgesetzten, gibt es in der heutigen
Zeit auch eine Tendenz die kritischen Punkte nicht zu benennen oder nur
indirekt zu äußern.
> Geben Sie regelmäßig sowohl positives wie negatives Feedback?
6. Informieren

Damit der Mitarbeiter seine Aufgabe effektiv ausführen kann, braucht
er die notwendigen Informationen. Informationen können auch motivieren
und Zusammen- hänge verständlich machen. Jede Führungskraft
hat die Aufgabe einen kontinuierlichen Informationsfluss zu den Mitarbei-tern
aufzubauen. Hierzu tragen Instrumente der Regel- kommunikation wie Mitarbeitergespräch
und Teambesprechungen bei. Meiner Einschätzung nach führen ca.
30 % der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern keine regelmäßigen
Teambesprechungen durch. Gerade dies führt dazu, dass häufig
von Mitarbeitern "zu wenig Informationen" in Mitarbeiterbefragungen
bemängelt werden.
Sind Ihre Mitarbeiter über alle für ihre Tätigkeit wichtigen
Dinge informiert und kennen sie auch übergeordnete Zusammenhänge?
7. Motivieren

Motivieren ist Aufgabe der Führungskraft und des Mitar-beiters selbst.
Jede Führungskraft sollte eine gewisse Mo-.tivation für eine
Tätigkeit schaffen. Gleichzeitig kann man von Mitarbeitern eine gewisse
Grundmotivation fordern, da sie ja für die Tätigkeit schließlich
in der Regel Geld be-kommen. Ein gutes Betriebsklima, interessante Tätigkei-ten,
Anerkennung, gutes Arbeitsmittel usw. können Motivation fördern.
Prämien und finanzielle Anreize helfen ebenfalls, können sich
allerdings auch abnutzen.
Nach wie vor ist die These von Reinhard Sprenger aktuell, dass motivieren
vor allen Dingen heißt, Demotivationen abzubauen. Versuchen Sie
als Führungskraft die Unzufrie- denheiten, die die Mitarbeiter haben
zu reduzieren.
Machen Sie sich regelmäßig Gedanken zur Motivation Ihrer Mitarbeiter?
8. Teamarbeit fördern

Um Synergien zu nutzen und ein gutes Arbeitsklima zu schaffen, ist Teamarbeit
immer wichtiger geworden. Jede Führungskraft kann durch verschiedene
Maßnahmen Teamarbeit fördern. Dies fängt an bei Teambesprech-
ungen und hört auf bei außerbetrieblichen Aktivitäten.
Die Art und Weise der Führung kann Teamarbeit fördern oder behindern.
> Fördern Sie die Entwicklung Ihrer Gruppe zum Team?
Autor:
Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
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