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"Wer die Lacher auf seiner Seite hat,
ist noch lange kein Spaßmacher."
Friedrich Löchner
Entertrainment ist ein neues Modewort, welches
durch die Trainerszene schwirrt. Reiner Czichos nimmt diesen Begriff in
seinem Buch "Entertrainment für Knowbodies" auf, leider
ohne dieses Thema wirklich zu vertiefen. Man könnte Entertrainment
in etwa übersetzen mit Unterhaltungstraining, d.h., ein Training
sollte so unterhaltend sein, dass es auch Spaß macht. Dies ist eigentlich
nichts Neues, da man natürlich lieber Trainings besucht, bei denen
das Lernen Spaß macht und der Trainer nicht "trocken"
die Inhalte vermittelt. Jeder Trainer hat auch die Rolle des Entertainers
neben der Rolle des Fachexperten, des Methodenspezialisten, des Moderators,
des Beraters und so weiter.
Den Gedanken des "FLOW-Erleben" von Mihaly
Csikszentmihalyi finde ich auf das Training bezogen ebenfalls hilfreich.
FLOW ist ein erstrebenswerter Bewusstseinszustand, wo man in einer Tätigkeit
voll aufgeht und dabei Befriedigung, Vergnügen, Freude und Glück
empfindet. Training sollte ein Prozess sein, bei dem man nicht auf die
Uhr schaut, ganz in den Themen aufgeht und voll mit Interesse dabei ist.
Das heißt, der Trainer sollte die Teilnehmer in den so genannten
FLOW-Zustand bringen. Dies ist ein Ziel, welches für jedes Trainings
gelten sollte.
Entertrainment ist insofern für Trainings wichtig,
da in der heutigen Zeit ohne schmackhafte Verpackung die Dinge einfach
nicht mehr aufgenommen und verarbeitet werden. Nur wenige können
noch, ohne Druck, Wissen "unverziert" aufnehmen. Diese Entwicklung
hat natürlich auch positive Aspekte. Ein Beispiel hierfür ist
z.B. der Wetterbericht. Er ist, gerade durch die Leistungen von Jörg
Kachelmann, in den letzten Jahren zu einem spannenden Ereignis geworden.
Allerdings dürfen wir Training nicht zum reinen Entertainment verkommen
lassen, wie es uns manche Autoren weiß machen wollen. Das Motto:
"einen Schuss "Stand-up-Comedie" und alles ist gut"
greift hier zu kurz. Lachen im Seminar sagt noch nichts über den
Seminarerfolg aus.
Wie können Seminare durch Entertainment-
Elemente aufgelockert werden?
Erzählen Sie Geschichten, Beispiele und
lustige Begebenheiten

Geschichten, Beispiele und lustige Begebenheiten
können ein Seminar auflockern. Auch die Art Ihrer Performance als
Trainer beeinflusst den Effekt, den eine solche Geschichte bei den Teilnehmern
hat.
Nutzen Sie szenische Darstellungen

Szenische Darstellungen können das Verstehen
von Inhalten erleichtern. Szenische Darstellungen, wie z.B. die eines
Führungsstils durch den Trainer, bleiben besser haften.
Bringen Sie jeden Tag mindestens einen großen
Überraschungseffekt

Überraschungseffekte können das Lernen erleichtern und machen
die Teilnehmer wach. Wenn Sie beispielsweise die negativen Auswirkungen
von Stress demonstrieren wollen, zerbrechen Sie symbolisch einen Stab.
Lernen soll Spaß machen

Wenn das Lernen den Teilnehmern Spaß gemacht
hat, ist dies mit das höchste Lob für den Trainer. Achten Sie
darauf, dass Sie während des gesamten Seminars eine lockere Lernatmosphäre
schaffen und das Interesse der Teilnehmer halten.
Nutzen Sie Aktivierungsübungen und Pausenmusik

Gerade Aktivierungsübungen helfen, wenn eine Gruppe müde wirkt.
Aktivierungsübungen bringen neue Energie in die Gruppe. Pausenmusik
beeinflusst ebenfalls die Seminarstimmung.
Achten Sie darauf, dass Ihre Einschaltquoten
als Trainer hoch sind

Ähnlich wie im Fernsehen, sollten die Teilnehmer
nicht abschalten. Gestalten Sie das Seminar so, dass die ganze Zeit die
Teilnehmer auf die Inhalte konzentriert und die Aufmerksamkeit im Seminarraum
bleibt.
Rhythmisierung des Seminarverlaufs

Achten Sie darauf, dass der Seminarverlauf rhythmisiert
ist, das heißt, wechseln Sie zwischen aktiven und passiven Trainingsphasen.
Planen Sie auch einen gewissen Medienwechsel ein. Wechseln Sie zwischen
Plenum- und Gruppen-, Partner- und Einzelarbeit. Ein gewisser Rhythmus
prägt unser Leben, deswegen ist dies auch im Training sinnvoll.
Neben diesen Entertainmentaspekten, zählen nach
wie vor die alten Weisheiten, die ein gutes Seminar ausmachen.
Was macht ein gutes Seminar aus?
Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit meint, dass die Inhalte, die vermittelt
worden sind auch irgendwelche nachweisbaren Effekte in der Praxis bringen
sollten. Wenn dieser Nutzen nicht vorhanden ist, bringt das ganze Training
nichts. Daran ändert die Tatsache nichts, dass die Teilnehmer viel
Spaß gehabt haben.
Praxis- und Unternehmensrelevanz

Die vermittelten Inhalte helfen den Teilnehmern
in Ihrer Praxis oder Ihrem Unternehmen weiter. Es gibt nicht die klassische
Trennung zwischen Theorie und Praxis
Lebendiger Methodenmix

Die Inhalte werden lebendig vermittelt, die Methoden
werden gewechselt, so dass eine optimale Lernatmosphäre gegeben ist.
Die Teilnehmer haben subjektiv das Gefühl, dass die Zeit im Flug
vergeht.
Fundierte Kenntnisse und Erfahrungen des Trainers

Training ist nicht gleich Training. Dies hängt
vor allem auch von der Qualität des Trainers ab. Hier sind nach wie
vor fundierte Fachkenntnisse gefragt. Jedoch reichen Fachkenntnisse ohne
eine gelebte Erfahrung nicht aus. Die Erfahrungen mit dem Wissen machen
erst die Qualität im Training aus.
Jeder junge Psychologiestudent kann z.B. das Kommuni- ktionsmodell von
Schulz von Thun darstellen. Was diese allerdings für die Unternehmenspraxis
und das tägliche Leben bedeutet, kann nur unter Zuhilfenahme eigener
Erfahrungen vermittelt werden.
Personennähe und Intensität

Dies ist vor allem ein wichtiges Kriterium für
ein Verhaltenstraining. Ein Training sollte bei den Teilnehmern etwas
auslösen und die Probleme des einzelnen berücksichtigen. Es
geht in einem Verhaltenstraining nicht nur um reine Wissensvermittlung,
sondern auch immer um einen Schuss Persönlichkeitsentwicklung. Hierzu
gehört es auch, bei den Teilnehmern eine gewisse Betroffenheit zu
erzeugen.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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