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"Das Gefühl
findet, der Verstand begründet."
(Lothar Schmidt)
Früher galt der
IQ (Intelligenzquotient) als Richt- schnur, ob ein Mensch im Berufsleben
erfolgreich sein würde. Seit Jahren predigen die meisten Verhaltenstrainer,
dass neben der Intelligenz auch die soziale Kompetenz und der Umgang mit
sich selbst wichtige Faktoren für den Erfolg von Führungskräften
sind. Daniel Goleman ("Emotionale Intelligenz") verstärkt
diese Einschätzung, indem er aufzeigt, dass es noch stärker
auf den EQ, den Emotionalen Quotienten, ankommt. Emotionale Intelligenz
ist die Fähigkeit mit sich selbst und anderen kompetent umzugehen.
Es bedeutet, eigenen Gefühle wahrzunehmen und diesen Signalen angemessen
zu folgen.
Der EQ hat nichts mit Gefühllsduselei zu tun, sondern es
sind Fähigkeiten, die viele erfolgreiche Verkäufer, Trainer
und Führungskräfte ebenfalls besitzen.
Es ist fast selbstverständlich: Wer gut mit anderen Men-
schen umgehen kann, ist oft sehr erfolgreich. Wer gut mit
sich umgehen kann, kann auch gut mit anderen umgehen.
Menschen mit einer hohen Emotionalen Intelligenz schaf-fen häufig
die Balance zwischen Berufs- und Privatleben besser und sind meist zufrieden
und ausgeglichen.
Neben einer angeborenen emotionalen Intelligenz, lässt sich diese
auch durch Übung und Training entwickeln.
Welche Kompetenzen
sind für die emotionalen Intelligenz von Bedeutung?
1. Selbstbewusstheit

Selbstbewusstheit bedeutet, eine gute Selbstwahrnehmung zu haben. Klares
Erkennen und Verstehen der eigenen
Gefühle, Bedürfnisse, Ziele, Verhaltensweisen und des eigenen
Körpers gehören hierzu. Auch eine realistische Einschätzung
der eigenen Persönlichkeit mit ihren Stärken und Schwächen
gehört hierzu.
2. Selbststeuerung

Selbststeuerung bedeutet, sinnvoll mit eigenen Gefühlen
und Stimmungen umzugehen. Es bedeutet nicht, diese zu
verdrängen, sondern deren Botschaft zu verstehen und
daraus Handlungen abzuleiten. Auch beinhaltet Selbst-
steuerung die Fähigkeit auf eigene Stimmungen Einfluss zu
nehmen und sich nicht ausschließlich von den Emotionen
treiben zu lassen. Hierzu können u. a. konstruktive innere
Dialoge beitragen.
3. Motivation

Jede Führungskraft, jeder Trainer, jeder Projektleiter weiß,
wie wichtig es ist sich in schwierigen Phasen zu motivieren,
damit man nicht den Kopf in den Sand steckt. Hierzu ge-
hört auch die Fähigkeit mit Frust und Pannen umzugehen.
Natürlich sollte nicht die Fähigkeit vergessen werden sich
für die unliebsamen Tätigkeiten des Alltag zu motivieren.
4. Empathie

Empathie beinhaltet die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Sichtweisen
eines anderen hineinzuversetzen. Man muss lernen, "in den Schuhen
des anderen zu laufen". Es geht hier um den Respekt und das Verständnis
für den ande-
ren. Empathischen Menschen schenkt man Vertrauen und
sie haben es leichter dauerhafte Beziehungen zu bilden.
Den anderen Verstehen, heißt jedoch nicht, dass ich seine
Ansichten teile.
5. Soziale Kompetenz

Soziale Kompetenz ist die Fähigkeit zu anderen eine Be-
ziehung aufzubauen und diese zu halten bzw. zu pflegen.
Hierzu gehören Führungs-, Konflikt- und Teamfähigkeiten.
6. Kommunikationsfähigkeit

Wer sich verständlich ausdrücken kann und aufmerksam
zuhört besitzt eine wichtige Basis, um gut zu kommuni-
zieren. Man muss sowohl seine Anliegen anderen deutlich
machen können als auch die Anliegen von anderen ver-
stehen.
Wie lässt sich emotionale Intelligenz
entwickeln?
1. Verbessern Sie Ihre Selbstwahrnehmung

Steigern Sie Ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Achten Sie auf
Ihre eigenen Gefühle und Stimmungen. Auf einer prak-
tischen Ebenen kann man dies auch durch Sportarten er-
reichen, die ein hohes Maß an Konzentration und Ruhe
erfordern wie Golf, Bogenschießen usw. Aber auch das Er-
lernen von klassischen Entspannungsverfahren wie Auto-
genes Training oder Meditation. Auch Seminare zum The-
ma Persönlichkeitsentwicklung helfen, sich selbst besser
zu verstehen und mit eigenen Stärken und Schwächen umzugehen.
Erkennen Sie, wer Sie sind und was Sie wollen. Kleiner Tipp: Die eigene
Selbstwahrnehmung kann man auch auf einfachen Spaziergängen steigern,
indem man einfach mal zuhört, welchen Gedanken einem die ganze Zeit
durch den Kopf gehen, statt wieder zu planen, was man als nächstes
tun will.
2. Steigern Sie Ihre Sozial- und Kommunikations-kompetenz

Erlernen Sie in Seminaren die klassischen Frage- und Zu-
hörtechniken. Setzen Sie sich mit den verschiedenen
Fassetten der zwischenmenschlichen Kommunikation aus-
einander. Die Bücher von Schulz von Thun und Watzlawick
können hier helfen. Versuchen Sie den Standpunkt von anderen zunächst
zu verstehen, bevor Sie Ihren eigenen
dazulegen. Steigern Sie Ihre Konfliktlösungskompetenz.
Fremde Menschen kennen zu lernen, reisen und sich auf fremde Kulturen
einzustellen, kann auch die eigene Kommunikationsfähigkeit fördern.
3. Lernen Sie mit Ihren eigenen Gefühlen
umzugehen

Dies ist natürlich leichter gesagt als getan. Klassische
Seminare zum Thema Persönlichkeitsentwicklung können
auch hier helfen. Wichtig ist hier, innere Dialoge neu zu
gestalten. Werden Sie Ihr eigener Coach. Reden Sie sich
selbst gut zu. Der wichtigste Schritt mit eigenen Gefühlen
umzugehen, ist diese zunächst zu akzeptieren und Anzu-
nehmen. Wenn Sie die Botschaft Ihrer Gefühle verstehen, können
Sie diese auch besser mit diesen umgehen.
4. Verbessern Sie Ihre Selbstmotivation

Machen Sie sich bewusst, was Ihre individuellen Motiva-
toren sind. Was treibt Sie an, was macht Ihren Spaß? Wie
können Sie Ihre eigene Batterie wieder aufladen?
5. Verbessern Sie Ihre Ausdrucksmöglichkeiten

Nehmen Sie mal an einem Rhetorik- oder Argumentations-
training teil. Lernen Sie Dinge einfach und kurz darzu-
stellen. Stellen Sie sich so auf Ihren Gesprächspartner ein,
dass dieser Sie versteht.
Buchempfehlungen:
Emotionale Intelligenz: Daniel Goleman, Friedrich Griese
Emotionale Kompetenz: Claude Steiner, Paul Perry
Autor:
Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
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