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"Für Kunden sind Einwände immer
stichhaltig. Um darauf einzugehen, müssen Sie sich in Sie hineinversetzen."
Joseph
O`Connor
Wer eine überzeugende Präsentation
halten oder ein Produkt verkaufen will, muss fähig sein, wirkungsvoll
mit Einwänden umzugehen. Ein Einwand ist eigentlich nichts anderes
als ein Gesprächsbeitrag, bei dem der Gesprächspartner einen
anderen Standpunkt vertritt als man selbst. Die meisten Redner betrachten
Einwände als etwas Negatives, dabei sind Einwände immer auch
ein Zeichen von Interesse. Nur nicht formulierte Einwände sind schädlich.
Wenn der Gesprächs- partner einen Einwand gar nicht formuliert, erst
dann kann der Präsentator oder Verkäufer nichts mehr dagegen
tun und dies ist dann wirklich schädlich. Was nicht ausgesprochen
wurde, kann nicht entkräftet werden.
Einwände sollten als Chance gesehen
werden, den eigenen Standpunkt deutlicher zu machen und Zweifel auszuräumen.
Einwände gehören zu einer guten Rede wie das "Salz in der
Suppe". Je häufiger Sie mit Einwänden konfrontiert werden,
desto so sicherer werden Sie.
Wie geht man mit Einwänden um?
Bevor Sie auf einen Einwand antworten, ist es zunächst wichtig, den
anderen ausreden zu lassen, um den Einwand richtig zu verstehen. Sie können
auch eine kurze Pause machen oder noch mal nachfragen, ob Sie den Einwand
richtig verstanden haben ("Habe ich Sie richtig verstanden ...").
Dies signalisiert Wertschätzung gegenüber dem Gesprächspartner
und gibt Ihnen Zeit zum Nachdenken ("Abpuffertechnik"). Auch
können Sie sich den Einwand noch konkretisieren lassen (Wie mein
Sie das..., "Wieso?", "Woran liegt das?").
Nachdem Sie den Einwand abgepuffert
haben, gibt es ein paar spezifische Tipps für die Einwandbe-
handlung:
1. Bereiten Sie sich auf die häufigsten
Einwände vor!

Einer der einfachsten Tipps, um mit Einwänden
umzug-
ehen, ist eine gute Vorbereitung. Überlegen Sie sich vor Ihrer Präsentation,
welche Einwände zu Ihrem Standpunkt kommen könnten und wie Sie
diesen begegnen.
2. Nehmen Sie häufige Einwände
vorweg
("Vorweg-nahmemethode").

Einwände selbst anzusprechen, bevor sie von den Zu-
hörern vorgebracht werden, ist eine häufig praktizierte Technik,
um diesen zu begegnen ("Viele Kunden sagen an dieser Stelle ...,
hierzu kann ich nur sagen ..."). Der Vor-
teil liegt darin, zu Agieren statt zu Reagieren. Diese Tech-
nik verlangt eine gute Kenntnis des Gesprächspartners, da man sonst
auch "schlafende Hunde wecken" kann.
3. Arbeiten Sie mit Beispielen und Referenzen ("Referenzmethode").

Entkräften Sie die Einwände Ihres Gesprächspartners
durch positive Beispiele für Ihren Standpunkt und Refer-
enzen.
4. Begrenzte Zustimmung und ein "und"
("Technik der begrenzten Zustimmung").

Begrenzte Zustimmung geben heißt, Ihrem
Gesprächspar-
tner teilweise Recht zu geben und dann Ihren Standpunkt zu ergänzen
und somit die Sichtweise des Anderen zu verändern. Hier widerspricht
man nicht dem Standpunkt des Gesprächspartners, sondern knüpft
an seine Gedan-
ken an ("Dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Ich kann Ihnen an dieser
Stelle nur zustimmen und natürlich muss hier berücksichtigt
werden ...", "Ich kann Sie sehr gut ver-
stehen, wenn Sie sagen ...).
5. Deuten Sie den Einwand in einen Kundennutzen
um ("Reframingtechnik").

Der Einwand den der Gesprächspartner gerade formuliert, kann gerade
auch ein Argument für Ihre Position sein. Diese Vorgehensweise wird
auch "Gerade-Deshalb-Tech-
nik" genannt.
6. Stellen Sie überraschende Einwände
zurück ("Verzögerungstechnik").

Wenn Sie auf einen Einwand im Moment keine Antwort
wissen, können Sie ihn auch zurückstellen und später darauf
eingehen. Zu einem späteren Zeitpunkt fällt Ihnen vielleicht
mehr dazu ein.
7. Geben Sie den Nachteil zu und zeigen
Sie Vorteile auf ("Vorteile-Nachteile-Methode")

Bei manchen Einwänden hat der Gesprächspartner
einfach Recht. Geben Sie diesen Nachteil zu und zeigen Sie dann die Vorteile,
die Ihr Standpunkt hat, auf. Hierdurch soll verdeutlicht werden, dass
trotz dieser Nachteile die Vor-
teile überwiegen.
8. Argumentieren Sie mit Fakten
und Daten

Manche Einwände können durch konkrete Zahlen und Fakten entkräftet
werden. Nennen Sie konkrete Zahlen in Prozent, Euro usw. Gegen eine so
konkrete Nutzenargu-
mentation kommen nur wenige Einwände an, da dem Gesprächspartner
in der Regel keine Informationen über diese Zahlen vorliegen, und
er sie als korrekt hinnehmen muss.
Autor:
Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
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