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"Die wichtigste Aufgabe des Managers liegt
darin, sich selbst überflüssig zu machen."
(Unbekannt)
Die Rolle der Führungskraft als Coach
hat in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung bekommen, da in einer
sich ständig verändernden Umwelt die Entwicklung des Mitarbeiters
überlebenswichtig geworden ist. Im amerikanischen Sprachraum war
der Begriff des Coaching als spezifische Führungstätigkeit des
Vorgesetzen schon in den siebziger Jahren weit verbreitet.
Doch was beinhaltet
eigentlich Coaching und was tut denn ein guter Coach?
Coach heißt übersetzt Kutscher, Lehrer
und Trainer. Ein Coach ist also jemand, der eine andere Person begleitet
und damit weiter auf den eigenen Entwicklungsweg bringt. Er kann dabei
Lehrer und Trainer sein.
Coaching von Mitarbeitern fördert deren systematische Entwicklung
im fachlichen und verhaltensbezogenen Bereich. Der Coaching-Begriff ist
im Sport weit verbreitet. Der Sport-Coach bereitet die Sportler auf den
Wettkampf vor. Es gibt viele Parallelen zwischen einem Fußballtrainer
und einer Führungskraft. Der Fußballtrainer beobachtet von
außen das Spiel, spielt also selber nicht mit, und gibt den Spielern
in der Pause dann die entsprechenden Rück-
meldungen, damit die Mannschaft gewinnen kann. Es hat genaue Trainingspläne
für jeden einzelnen Spieler und für die gesamte Mannschaft.
Ohne ein Psychotherapeut zu sein, muss er die Motivation der Spieler erhalten
und Opti-
mismus entwickeln.
1. Wie erkennt man
jedoch einen guten Coach?
Einen guten Coach erkennt man daran, dass dieser regel-
mäßige Gespräche mit seinen Mitarbeitern führt, hohe
Gesprächskompetenzen hat, viel Zeit und Geld in das Training der
Mitarbeiter investiert und letztendlich damit die berufliche Weiterentwicklung
fördert. Mitarbeiter-Coaching beinhaltet nicht, dass der Vorgesetzte
den Mit-
arbeiter auf die therapeutische Couch setzt und Seelen-
massage betreibt, sondern effektiv die Entwicklung der Mitarbeiterpotentiale
fördert.
Jetzt werden Sie sich fragen, wo sich Coaching von der normalen Rolle
der Führungskraft unterscheidet. Natürlich gibt es zwangsläufig
viele Parallelen. Eine Führungskraft ist dann ein Coach, wenn sie
ihre Entwicklungsaufgabe ernst nimmt und eine echte Weiterentwicklung
der Mitar-
beiter erreicht. Die höchste Auszeichnung des Coaches ist es, wenn
der Mitarbeiter selbst die Rolle der Führungskraft einnehmen kann.
Coaching erfordert ein hohes Maß an sozialer Kompetenz der Führungskraft.
Sie braucht Trai-
nerqualifikationen, ein offenes Ohr und viel Verständnis für
den Mitarbeiter. Mitarbeiter-Coaching ist nicht nur auf fachliche Themen
beschränkt, sondern bezieht verhaltens-
bezogene Aspekte mit ein. Für Führungskräfte im Verkauf
ist dies heute schon Alltag. Ein Vorgesetzter von Verkäu-
fern muss nicht nur seine Mitarbeiter fachlich schulen, sondern ihnen
auch eine Haltung und Verhaltensweisen vermitteln, wie man mit dem Kunden
umgeht. Hierzu gehört auch, bei Verkaufsgesprächen dabei zu
sein und dem Mitarbeiter angemessene Rückmeldung zu geben.
An dieser Stelle unterscheidet sich der Coaching-Laie vom Profi-Coach,
denn angemessen dem Mitarbeiter Feedback zu geben ohne dass es ein Fiesback
wird, ist eine hohe Kunst. Hier ist Fingerspitzengefühl und eine
wertschätz-
ende Grundhaltung erforderlich, sonst werden die hoch-
gelobten Mitarbeiterpotenziale leicht zerstört, statt gefördert.
2. Welche Ziele hat Mitarbeiter-Coaching?

Besprechung
und Förderung des Leistungsniveaus von Mitarbeitern

Förderung
von Lernprozessen und Potentialen von Mit-
arbeitern

Unterstützung
bei beruflichen Problemen und Themen

Empowerment
des Mitarbeiters

Delegation
von Aufgaben und Förderung der Selbststän- digkeit
3. Welche Fähigkeiten braucht denn ein guter Coach?

Beobachtungsgabe

Ein guter Coach braucht eine gute Beobachtungsgabe, um Menschen richtig
einschätzen zu können und ihnen hilf-
reiche Rückmeldungen zu geben. Zur Beobachtungsgabe gehört auch,
zu unterscheiden zwischen eigenen Vorur-
teilen und echten Wahrnehmungen.
Gesprächsfertigkeiten

Ein guter Coach muss an der richtigen Stelle die richtigen Fragen stellen
und eine gute Beziehung zum Mitarbeiter aufbauen können. Der Mitarbeiter
muss sich verstanden fühlen und Unterstützung durch die Gespräche
bekommen. Vertrauen zwischen Coach und Coachee bildet die wich-
tigste Grundlage für das Coaching.
Fähigkeit zu Potentialentdeckung

Ein guter Coach ist ständig auf der Suche nach den Potentialen seiner
Mitarbeiter. Statt ständig diese mit ihren Schwächen zu konfrontieren,
sieht er deren Stärken und versucht, diese zu fördern. Er ist
der Steinmetz, der die verborgenen Diamanten freilegt.
Trainerqualifikationen

Ein guter Coach spricht eine verständliche Sprache und kann auch
komplizierte Dinge einfach erläutern, so dass der Mitarbeiter diese
versteht. Er ist ein guter Pädagoge.
Problemlösungskompetenzen

Ein guter Coach kann Mitarbeiter bei ihren Problemen wirklich unterstützen
ohne zu schnell Antworten zu geben. Er hilft durch Fragen, so dass die
Mitarbeiter selbst zu Lösungen gelangen.
4. Was sind nun typische Gesprächsanlässe,
bei denen Mitarbeiter-Coaching hilfreich ist?
Das Entwicklungsgespräch

Das Entwicklungsgespräch ist ein klassischer Gesprächs-
anlass für Coaching. Beim Entwicklungsgespräch werden ausführlich
die Stärken und Schwächen des Mitarbeiters besprochen und ein
detaillierter Entwicklungsplan aufgestellt.
Das Zielvereinbarungsgespräch

Beim Zielvereinbarungsgespräch werden gemeinsam mit dem Mitarbeiter
Ziele abgestimmt und die Erreichung vergangener Ziele besprochen. Hier
sind die Coaching-Fähigkeiten des Vorgesetzen gefragt, damit die
Ziele wirk-
lich ihre Motivationskraft entfalten können.
Das Trainingsgespräch

Beim Trainingsgespräch versucht der Coach die Fähigkei-
ten des Mitarbeiters in einem spezifischen Bereich zu verbessern. Er gibt
dem Mitarbeiter Rückmeldungen und versucht seine Fähigkeiten
zu fördern. Der Coach arbeitet einen detaillierten Trainingsplan
für die Weiterent-
wicklung des Mitarbeiters aus.
Das Problemlösungsgespräch

Beim Problemlösungsgespräch geht der Coach auf die Probleme
und Fragestellungen des Mitarbeiters ein und entwickelt gemeinsame Problemlösungen.
Dies ist gerade bei Projekten wichtig, bei denen der Coach die einzelnen
Schritte des Projektes begleitet.
5. Welche spezifischen Coaching-Methoden gibt
es?
Neben anderen ist die Rafael-Methode (Hauser)
eine bewährte Coaching-Methode.
Die RAFAEL-Methode:
Report: Was ist passiert?
Alternativen: Was würden Sie beim nächsten Mal anders
machen?
Feedback: So habe ich es erlebt.
Austausch: Was sehen wir unterschiedlich?
Erarbeitung von Lösungsschritten: Was muss getan werden?
Welche Grenzen hat das Mitarbeiter-Coaching?

Eine wichtige Grenze des Mitarbeiter-Coachings
liegt bei sehr persönlichen Themen des Mitarbeiters. Hier ist die
Frage, ob der Mitarbeiter diese überhaupt anspricht, da der Vorgesetzte
ihn, auch wenn er sein Coach ist, schließ- lich beurteilt und dadurch
der Mitarbeiter sich in bestimm-
ten Fragen strategisch verhält. Bei persönlichen Themen ist
ein externer Coach sicher besser geeignet. Dies ist jedoch kein Widerspruch,
denn jeder Fußballtrainer hat meistens einen Sportpsychologen an
seiner Seite auf den er gegebenenfalls zurückgreifen kann.

Eine weitere Grenze liegt vor, wenn es gravierende Prob-
leme in der Vorgesetzten-Mitarbeiter-Beziehung gibt und der Coach vom
Mitarbeiter nicht akzeptiert wird. Dies ist jedoch nicht nur für
das Coaching problematisch, sondern für die Führung generell.

Trotz aller Grenzen und Schwierigkeiten kann
eine Firma ohne Mitarbeiter-Coaching nicht wachsen, da die Entwick-
lung der Mitarbeiter mit die wichtigste Investition eines Unternehmens
ist.
Autor: Ingo TKrawiec, Krawiec Consulting
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