"Entscheidend
ist, was hinten rauskommt."
(Helmut
Kohl)
Besprechungen sind notwendig, um Entscheidungen
zu treffen und Informationen auszutauschen. Wenn Führungskräfte
auf die Qualität ihrer Meetings angesprochen werden, geht häufig
ein Seufzen durch die Runde, da diese häufig als ineffektiv und langatmig
erlebt werden. Viele Meetings werden als Zeitverschwendung betrachtet und
können sogar beträchtlichen Schaden im Unternehmen anrichten.
Grund hierfür ist häufig eine schlechte Besprechungskultur oder
ein Besprechungsleiter, der seine Aufgabe nicht richtig wahrnimmt.
Der Erfolg einer Besprechung hängt im Wesentlichen
von einer guten Vorbereitung sowie einer zielorientierten Leitung ab.
Was ist bei der Vorbereitung einer Besprechung
wichtig?
Ziele und Inhalte der Besprechung

Um eine Besprechung effektiv durchzuführen,
muss ein roter Faden erkennbar sein. Die Ziele und Inhalte der Be-
sprechung müssen klar sein. So können sich die Teilneh-
mer entsprechend vorbereiten und können konstruktiv zum Erfolg der
Sitzung beitragen.
Teilnehmerzahl

Die Besprechung sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein. Bei
einer Besprechung über zehn Teilnehmern nimmt die Qualität stark
ab. Andererseits sollten bei wichtigen Entscheidungen die Entscheidungsträger
oder die Betroff-
enen eingebunden werden. Die Wahl der richtigen Be-
sprechungsgröße ist nicht immer einfach.
Logistik

Bei Besprechungen sollten die Rahmenbedingungen stim-men. Es müssen
Raum, Medien, Bewirtung, Geräte usw. geklärt werden. Auch hier
erlebt man immer wieder Über-raschungen.
Zeitpunkt

Auch der richtige Zeitpunkt ist für eine erfolgreiche Be-
sprechung wichtig. Es gibt in jedem Unternehmen gute und schlechte Zeiten
für Besprechungen. Man sollte den Ter-
min mit den wichtigsten Teilnehmern klären. Wird ein Meeting zu spät
am Tag angesetzt, sind die Teilnehmer nicht mehr konzentriert und die
Ergebnisse sind häufig schlechter.
Checkliste für die Vorbereitung
der Besprechung:
Welche Fragen bzw. Themen sollen
behandelt werden?
Wer soll
sie leiten?
Wer soll
daran teilnehmen?
Wie lange
soll sie dauern?
Wann sollte
Sie durchgeführt werden?
Wie lautet
die Tagesordnung?
Wer führt
das Protokoll?
Wo wird
sie durchgeführt?
Welche
Materialien werden benötigt?
Wie werden
die Teilnehmer informiert?
Müssen
sich die Teilnehmer vorbereiten?
Was sollte bei der Durchführung der
Besprechung beachtet werden?
Pünktlicher Beginn

Eigentlich ist dies eine Selbstverständlichkeit,
aber in vielen Firmen ist das Zuspätkommen bei Besprechungen üblich.
Meistens wird Pünktlichkeit auch nicht positiv vom Management vorgelebt.
Dies führt dazu, dass die Pünkt-lichen durch Warten bestraft werden
und beim nächsten mal selbst zu spät kommen. Dieses ungewollte
Warten verschlingt viel Geld.
Pünktliches Ende

Auch dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Viele Be-sprechungsleiter
überziehen die Besprechung maßlos, ohne die Zustimmung der Teilnehmer
einzuholen. Wenn Sie merken, Sie kommen mit der Besprechungszeit nicht hin,
vereinbaren Sie einen neuen Termin oder verlängern Sie mit Absprache
der Teilnehmer. Wird eine Besprechung deutlich überzogen, verpassen
die Teilnehmer evtl. andere Termine. Des Weiteren wird jedes Zeitmanagement
der Teilnehmer über den Haufen geworfen. Auch leidet die Effektivität,
denn wenn das Ende einer Besprechung nicht klar ist, nimmt man sich eher
Zeit für unwichtige Dinge, anstatt in Kürze das Wichtigste zu
besprechen.
Visualisierung der Agenda

Die Tagesordnungspunkte sollten für alle sichtbar im Raum hängen,
damit jeder mitbekommt, wo man sich gerade befindet und auch die Gruppe
den Fahrplan beeinflussen kann. Eine Agenda diszipliniert die Besprechung.
Machen Sie als Besprechungsleiter Abweichungen von der Agenda deutlich.
Besprechen Sie die Tagesordnung als Fahrplan für den Ablauf der Besprechung
zu Beginn.
Straffe Leitung mit Sensibilität für
Situationen

Bei den meisten Besprechungen ist eine straffe Moderation angemessen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass wichtige Themen untergehen dürfen,
weil nicht genug Zeit hierfür vorhanden ist. Der Leiter muss immer
abwägen zwischen dem Fahrplan und dem aktuellen Besprechungsbedarf
der Gruppe. Es sollten keine wichtigen Themen unter den Tisch gekehrt
werden, nur weil sie nicht auf der Tagesordnung vorgesehen waren.
Wichtige Entscheidungen visualisieren

Gerade bei unternehmenspolitischen Themen gibt es nach einer Besprechung
oft Unklarheit über die Entscheidungen oder lange Diskussionen über
das Protokoll. Hilfreich ist hier, wenn der Besprechungsleiter wichtige
Entschei-
dungen oder Vereinbarungen am Flipchart mitvisualisiert. Dies erhöht
die Verbindlichkeit und eventuelle Missver-
ständnisse können in der Besprechung abgebaut werden. Auch sollte
der Besprechungsleiter in regelmäßigen Ab-
ständen Zwischenzusammenfassungen der Ergebnisse durchführen.
Gesprächsführungskompetenz des
Besprechungs-leiters

Gerade in schwierigen Besprechungssituationen benötigt der Besprechungsleiter
eine hohe Gesprächsführungs-
kompetenz. Er muss Vielredner stoppen, ruhige Teilneh-
mer ermuntern, Meinungsunterschiede transparent machen und Entscheidungen
herbeiführen. Er muss die richtigen Fragen stellen, Ergebnisse zusammenfassen
und Eindrücke zurückmelden können. Gerade bei Meinungs-
unterschieden und Konflikten benötigt der Besprechungs-
leiter ein gewisses "Standing", um bei den Beteiligten Gehör
zu finden und eventuell zu schlichten. Auch sollte der Leiter darauf achten,
dass er auch die Leitung behält. Viele Leiter lassen gerade bei schwierigen
Besprechungen die Gruppendynamik einfach laufen, was dann meist zu schlechten
Besprechungsergebnissen führt.
Greifen Sie Seitengespräche auf

Seitengespräche können den Ablauf der Besprechung be-
hindern, da Aufmerksamkeit von dem aktuellen Thema abgeht. Sprechen Sie
die jeweiligen Teilnehmer an und greifen Sie ggf. die Themen der Seitengespräche
auf, manchmal verbergen sich hier wichtige Punkte für die Besprechung.
Offen Fragen und Themen aufschreiben

Schreiben Sie offene Fragen und Themen mit, damit zu einem späteren
Zeitpunkt darauf eingegangen werden kann. Auch diese können an einem
Flipchart visualisiert werden.
Ergebnisse

Die Ergebnisse müssen kurz und übersichtlich im Protokoll zusammengefasst
werden. Wenn Aufgaben verteilt wur-
den, muss festgehalten werden, wer diese bis wann er-
ledigen muss.
Autor:
Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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