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"Das Leben ist zu kurz für lange Meetings."
(Klaus Klages)
Gut vorbereitete und erfolgreich durchgeführte
Meetings tragen erheblich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Wer kennt
jedoch nicht die Klagen über schlecht durchgeführte und ineffiziente
Meetings.
Auch die Abstände, in denen Meetings durchgeführt werden, geben
Anlass zur Kritik: In manchen Unternehmen werden zu viele, in anderen
zu wenige Besprechungen abgehalten.
In Unternehmen, in denen es zu viele unnötige Meetings gibt, sind
Sie zum gesellschaftlich akzeptierten Zeitver-
treib mutiert. Wenn man morgens in die Firma kommt, ist der Tag klar strukturiert
und man weiß genau, was man den ganzen Tag zu tun hat, da sich ja
ein Meeting an das nächste reiht. Der Sinn von Meetings wird nicht
mehr in Frage gestellt. Die positive Absicht, möglichst viele Men-
schen bei Entscheidungen einzubeziehen, scheitert daran, dass viele Meetings
zu groß und ineffizient geworden sind. Ein Meister in einem Produktionsbetrieb
erzählte mir, dass er 35 Stunden pro Woche in Meetings verbringt.
Wie er dann noch sein normales Tagesgeschäft bewältigen soll,
ist mir unklar. Hier gilt es, zu prüfen, welche Meetings überhaupt
sinnvoll sind und einen Nutzen für das Unter-
nehmen bringen.
Andererseits gibt es Firmen, in denen es kaum eine geleb-
te Meetingkultur gibt. Meetings werden als unproduktiv eingeschätzt
und in der Regel führt der Vorgesetzte die Gespräche "unter
vier Augen". Es gilt das Motto "Für Meetings haben wir
keine Zeit". In diesen Unternehmen beklagen sich die Mitarbeiter
häufig über zu wenig Infor-
mationen und Beteiligung. Team- oder Abteilungsbe-
sprechungen sind selten. In diesen Fällen ist es zunächst notwendig,
überhaupt eine Meetingkultur zu etablieren, in der sich die Mitarbeiter
regelmäßig über das "Wie" der Arbeit unterhalten
und Möglich- keiten haben, Verbesse-
rungsideen einzubringen. In manchen Unternehmen wurde das betriebliche
Vorschlagwesen nur deshalb eingeführt, weil es vielen Vorgesetzten
nicht gelungen ist, sich direkt Verbesserungsvorschläge von den Mitarbeitern
zu holen. Teambesprechungen können eine Art "Wartung" für
ein Team sein. Wie ein Auto, das bei regelmäßiger Inspektion
besser fährt, arbeitet ein Team besser, wenn es sich regelmäßig
austauschen kann. Die Erfahrung aus vielen Teamentwicklungen zeigt, dass
in Teams, in denen keine Teambesprechungen durchgeführt wurden, Konflikte
häufiger auftreten. Wahrer Teamgeist entwickelt sich aus einem Stück
gemeinsamer Erfahrung. Teambesprech-ungen tragen somit auch zur Teamentwicklung
bei.
Was sind die Ursachen,
warum viele Meetings ineffektiv verlaufen:
1. Falsche Teilnehmerzusammensetzung
und Teil-
nehmerzahl

Wer kennt nicht das Phänomen, dass ein Meeting gut besucht ist, die
entscheidenden Personen jedoch fehlen. Die richtige Teilnehmerzusammensetzung
ist eines der wichtigsten Grundlagen für ein erfolgreiches Meeting.
Weiterhin sollten nicht zu viele Teilnehmer eingeladen werden. Je größer
die Gruppe, um so schwerer werden Entscheidungen gefällt.

Folgende Fragen sind für den Leiter eines Meetings wichtig:

Welche Teilnehmer sind von den Themen betroffen?
Welche Entscheidungsträger sollten unbedingt dabei sein?
Auf wen kann ganz oder teilweise verzichtet werden?
Ist das notwendige Expertenwissen vertreten?
2. Unklare Zielsetzung
und Agenda

Wer hat nicht schon ein Meeting erlebt, in dem man mit dem erstbesten
Punkt beginnt, dann eine hitzige Disku-
ssion ausbricht und schließlich die entscheidenden Punkte zu kurz
abgehandelt werden.

Um ein erfolgreiches Meeting durchzuführen, sollten die Zielsetzung
und der Anlass des Meetings klar formuliert sein. Auch die Tagesordnung
bzw. Agenda muss für jeden nachvollziehbar sein. Prioritäten
zu setzen hilft, mit der knappen Besprechungszeit effektiv umzugehen.
Folgende Überlegungen sind für ein Meeting wichtig:

Was soll mit dem Meeting erreicht werden?
Woran wird der Erfolg und Misserfolg des Meetings zu erkennen sein?
Welche Tagesordnungspunkte sollten mit welcher Priorität bearbeitet
werden?
3. Zu schwache oder
zu starke Leitung

Viele Besprechungen leiden darunter, dass der Besprech-
ungsleiter nicht klar erkennbar ist. Es wurde zwar ein offizieller Besprechungsleiter
bestimmt, dieser nimmt jedoch seine Rolle nicht an und moderiert die Besprechung
nicht wirklich. Die Folge ist eine kreativ-chaotisch ablau-fende Diskussion,
bei der jedoch in den meisten Fällen kein Ergebnis heraus kommt.
Ein Leiter sollte leiten, d.h. die Wortbeiträge lenken, auf die Zeit
achten und der Be-
sprechung eine Struktur geben.

Ein zu dominanter Leiter kann auch schädlich sein. Wenn er gar nicht
auf Nebenthemen eingeht oder Entschei-
dungen zu stark beschleunigt, kann es sein, dass es ent-
weder zu "Scheinkompromissen" kommt oder die Teilneh-
mer mit den Ergebnissen nicht einverstanden sind.
4. Stellungskämpfe
und Profilierungsgehabe

Ein Grund, warum viele Besprechungen im Sande verlau-
fen, ist, dass subtile Stellungskämpfe in der Besprechung ausgetragen
werden. Es handelt sich eigentlich um ganz andere Themen, die sich hinter
dem offiziellen Thema verbergen ("hidden agenda"). An diese
Themen kommt man als Besprechungsleiter sehr schwer heran, wenn man sie
jedoch nicht thematisiert, leidet deutlich die Qualität der Besprechung.

Auch Profilierungsgehabe der Teilnehmer wirkt sich schäd-
lich auf Besprechungen aus. Gerade in Unternehmens- situationen, in denen
Positionen und Stellen unklar sind oder neu überdacht werden, müssen
sich einzelne Teil-
nehmer mit langen Wortbeiträgen profilieren, um ihre Kompetenz darzustellen.
Hier hilft nur eine straffe Modera-
tion des Besprechungsleiters.
5. Verbindlichkeit
und Pünktlichkeit

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, in denen es eine Kultur der
Unverbindlichkeit herrscht. Zeiten und Vereinbarungen werden nicht eingehalten.
Die meisten Besprechungen beginnen mit einer fünfzehnminütigen
Verspätung. Ursache ist oft, dass leitende Führungskräfte
dies vormachen. Ein Zu-spät-Kommen soll auf die viele Arbeit und
Bedeutung des Nachzüglers hinweisen. Die Folgen dieser Unverbindlichkeit
sind fatal: viele Millionen Euro werden jährlich in Deutschland durch
Warten auf andere Besprechungsteilnehmer vergeudet.

Der Besprechungsleiter sollte auch auf ein pünktliches Ende des Meetings
drängen, da sonst die Zeitpläne der Teilnehmer durcheinander
kommen und der Besprech-ungsleiter mit der Zeit einen schlechten Ruf bekommt.
Vereinbaren Sie gegen Ende der Besprechung, wie mit den offenen Themen
umgegangen wird. Halten Sie die Besprechungszeiten selbst ein, werden
sich Ihre Teilneh-
mer in zukünftigen Besprechungen mehr und mehr disziplinieren.
6. Wenig Selbstverantwortung

Immer wieder wird aus Unternehmen berichtet, dass Chefs so manche Meetings
ineffektiv durchführen. Anderseits scheinen alle Besprechungsteilnehmer
dies stillschweigend zu dulden. Für mich hat dies viel mit dem Thema
Selbstverantwortung zu tun. Was macht es denn so schwer, dem Chef auch
mal eine Rückmeldung zu geben oder einfach in der Besprechung höflich
auf Prioritäten hinzuweisen. Auch jeder Besprechungsteilnehmer ist
für eine erfolgreiche Besprechung mitverantwortlich. Wenn etwas aus
dem Ruder läuft, sollte man nicht zusehen, wie das Schiff auf Grund
fährt.
7. Moderationsfähigkeiten
des Leiters

Der Erfolg einer Besprechung hängt natürlich stark von den Moderationsqualitäten
des Leiters ab. Kann er die Gruppenprozesse und letztlich die Gruppe steuern?
Wird er von der Gruppe akzeptiert? Stellt er die richtigen Fragen? Achtet
er auf die Zeit? Vereinbart er klare Prioritäten mit der Gruppe?

Bei vielen Leitern ist ein Nachholbedarf in diesem Feld erkennbar. Leitungsfähigkeiten
werden nicht durch unsere Gene bestimmt, sondern sind das Resultat von
Training und Erfahrung.
Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting
Durchschnittliche
Leserbewertung: gut
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Kundenkommentare:
NachrichtenTyp: gut
Kommentare: Zu lange Einleitung
Formulareintraege vom Mittwoch, 28 August, 2002
um 16:59:07
NachrichtenTyp:
Sehr gut
Kommentare: Sau gut. Wir brauchten Material für ein Englisch Referat.
Vielen Dank
Formulareintraege vom Donnerstag,
31 Oktober,
2002 um 12:51:45
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