"Argumente
können Erfolg haben, Erfolge sind Argum-
ente."
(Manfred
Hinrich)
Eine gute Argumentation ist eine Basisfähigkeit
für Führ-
ungskräfte, für Verkäufer und jeden Mitarbeiter. Wer gut
argumentieren kann, erreicht mehr und ist erfolgreicher.
Jeden Tag müssen wir unsere Meinung gegenüber anderen vertreten.
Gute Argumente (Argument = Beweismittel, -grund) unterstützen uns
dabei. Überzeugungskraft ist hierbei keine Zauberei, sondern abhängig
von der Qualität der Argumentation. Jede Argumentation besteht aus
einer Behauptung oder Handlungsaufforderung und ein oder mehreren Argumenten.
Entscheidend für eine gute Argu-mentation ist, dass der Adressat
der Argumentation über-zeugt wird. Hier gilt die alte Verkäuferweisheit:
"Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler."
Deswegen muss bei einer guten Argumentation immer der Nutzen für
den Gesprächspartner vermittelt werden.
Was macht eine gute
Argumentation aus?
1. Eine gute Argumentation
ist zielgruppen-
spezifisch

Jede Argumentation ist abhängig von der Zielgruppe. Die Zielgruppe
muss die Argumente verstehen und nachvoll-
ziehen können. Nutzen Sie Beispiele, die auf Ihr Gegen- über
zugeschnitten sind und sprechen Sie dessen Sprache.
Dies erhöht die emotionale Akzeptanz der Argumente.
2. Bereiten Sie Ihre
Argumentation vor

Wenn Sie jemanden überzeugen wollen, ist es wichtig, eine Fülle
von guten Argumenten vorbereitet zu haben. Schreiben Sie sich die wichtigsten
Argumente vor dem Gespräch auf. Nur wenige Redner besitzen die Fähigkeit,
spontan neue Argumente zu entwickeln. Wenn Sie die Argumente niedergeschrieben
haben, überlegen Sie sich, welche in Ihrer Situation passen. Auch
hier gilt die Regel: "Weniger ist mehr!"
3. Greifen Sie Gegenargumente
auf

Während Ihrer Argumentation sollten Sie auf die Argu-
mente Ihres Gesprächspartners eingehen. Dies signalisiert Interesse
und Verständnis. Praktizieren Sie die Technik der eingeschränkten
Zustimmung. Geben Sie Ihrem Ge-sprächspartner teilweise Recht und
formulieren Sie dann Ihre Gegenargumente ("Sie haben vollkommen Recht,
wenn Sie sagen ... und ich betone nochmals, dass ...).
4. Nehmen Sie Gegenargumente
vorweg

Statt auf Gegenargumente nur passiv zu reagieren, ist es manchmal sinnvoll,
Argumente, die Sie vom Gesprächs-partner erwarten, selbst zu nennen
und dann diese zu entkräften. Es kann zwar passieren, dass Sie "schlafende
Hunde" wecken, in den meisten Fällen ist dies jedoch ge-schickter,
als abzuwarten bis der andere mit seinen Argumenten kommt.
5. Verschießen
Sie nicht Ihr Pulver zu Beginn

Viele Redner gebrauchen alle ihre Argumente gleich zu Beginn der Diskussion
und haben dann gegen Ende keine Argumente mehr zur Verfügung.
Legen Sie nicht sofort alle Karten auf den Tisch. Halten Sie noch ein
paar Argumente in der Hinterhand. Starten Sie mit einem starken Argument.
Lassen Sie dann schwächere folgen und behalten Sie ein starkes Argument
für den späteren Verlauf der Diskussion.
6. Nutzen Sie kraftvolle
Metaphern

Nutzen Sie kraftvolle Metaphern und Vergleiche, um den Gesprächspartner
zu überzeugen. Kraftvolle Bilder lenken die Aufmerksamkeit in eine
bestimmte Richtung, sprechen die Gefühlsseite an und werden sofort
verstanden. Der "Rolls Royce unter den Mercedes" wird eher verstanden
wie wenn Sie Ihr Produkt nur als "Hochqualitätsprodukt"
darstellen. Sie können auch kleine Geschichten zur Argu-mentation
erzählen, die die Interessen Ihres Gegenüber berühren.
7. Setzen Sie nur die
wichtigsten Argumente ein

Meistens gibt es zu einem bestimmten Thema eine Vielzahl von Argumenten.
Es macht wenig Sinn, alle Argumente dem anderen zu vermitteln. Ein treffendes
Argument ist besser als fünf, die keine Wirkung erzielen. Bringen
Sie gerade soviel Argumente, wie nötig sind, um Ihren Ge-sprächspartner
zu überzeugen. Überflüssige Argumente können Ihr Gegenüber
sogar verwirren. Manchmal kann es sinnvoll sein, Ihre wichtigsten Argumente
aus verschie-
denen Blickwinkeln so lange zu wiederholen, bis sich die gewünschte
Wirkung eingestellt hat.
Welche Grundtypen von Argumenten gibt es?
Fakten-Argumente

Diese Art von Argumenten beruft sich auf nachprüfbare Forschungsergebnisse
und Statistiken. Der Vorteil liegt in der Aktualität und Überprüfbarkeit.
Zu viele Fakten kön-
nen jedoch den Diskussionsfortschritt gefährden. Weiter-
hin gibt es unter Umständen konkurrierende Forschungs-'ansätze.
Autoritäts-Argumente

Es basiert auf allgemein anerkannte Persönlichkeiten und Autoritäten.
Man sollte es nicht überstrapazieren, da man sonst viel eigene Kompetenz
abgibt.
Normen-Argumente

Die Berufung auf Normen und Gesetze basiert auf den allgemeingültigen,
in der Gesellschaft vorherrschenden, Wertvorstellungen.
Erfahrungs-Argumente

Eigene Erfahrungen können eigene Sichtweisen anschau-licher machen.
Konkrete Erfahrungen sind leicht nachvoll-
ziehbar und übertragbar.
Analogie-Argumente

Diese Argumente stützen sich auf den Vergleich ähnlicher Vorgänge.
Sie haben eine hohe emotionale Kraft, da sie auch eine hohe Nachvollziehbarkeit
haben. Natürlich be-steht immer die Gefahr eines Scheinvergleichs
bzw. eines Vergleichs von "Äpfeln mit Birnen".
Logik-Argumente

Die Art von Argumenten beinhaltet das Aufbauen einer lo-gischen Kette
von Argumenten und Schlussfolgerungen. Logik beinhaltet immer eine hohe
Unbestreitbarkeit, soweit keine Scheinlogik eingebaut wurde.
Autor: Ingo Th. Krawiec, Krawiec Consulting
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